Wie Sie in unklaren Marktlagen dennoch Geld verdienen können
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 27. Mai 2010, 17:00 Uhr
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Was also tun, wenn man in der aktuellen Marktlage dennoch investieren möchte, aber nicht von der übergeordneten Richtung des Markts abhängig sein will?
Eine relativ einfache Möglichkeit, wie Sie hiermit umgehen können, ist es, paarweise zu arbeiten:
Marktunabhängig profitieren mit Pair-Trades und relativer Stärke
Nehmen wir also an, Sie sind sich nicht sicher, ob der Markt in Zukunft nach oben läuft oder letztlich dann doch nach unten. Dennoch möchten Sie investieren und haben sich auch schon Werte ausgesucht, die Sie für relativ stark halten. Sie wissen aber nicht, ob diese einer Korrektur bzw. einem Bärenmarkt auch absolut gesehen standhalten und trauen dem Markt nach den Erlebnissen 2008 nicht wirklich über den Weg.
Was Sie in solch einer Situation tun können ist, sog. Pair-Trades einzusetzen und auf relative Stärke zu setzen.
Nehmen wir ein einfaches Beispiel:
Sagen wir, Sie haben den Nebenwert XY und gehen davon aus, dass dieser den MDAX die nächsten Monate über klar outperformen sollte. Nun kann reine Outperformance aber auch bedeuten, dass XY vielleicht 3% verliert und der M-DAX 8%. Gewonnen haben Sie dadurch absolut gesehen natürlich nichts, obwohl Sie offensichtlich eine recht solide Aktie ausgewählt haben und eine relative Outperformance haben.
Abhilfe schaffen können Sie hier, indem Sie ein Paar konstruieren. Dies kann ganz einfach sein und etwa aus einem Put-Optionsschein oder einem anderen bärischen Derivat auf den schwächeren der beiden Werte, aus denen Sie ein Paar machen möchten (hier der MDAX im obigen Beispiel), bestehen. Anschließend kaufen Sie die jeweilige Aktie.
Auf das Beispiel bezogen würde dies etwa bedeuten, dass Sie z.B. für 4000,- EUR die Aktie XY kaufen und für 4000 EUR dividiert durch den Hebel Ihres Derivates (also deutlich weniger als 4000 EUR) short auf den MDAX gehen.
Der Effekt ist nun wie folgt: Fällt Ihr Nebenwert XY z.B. um 2% und der M-DAX um 3%, so verbuchen Sie nun ein tatsächliches Plus statt nur relativer Outperformance. Ihr Gewinn bzw. Verlust hängt nun in unserem Beispiel davon ab, ob sich die Aktie XY stärker als der Index, auf den Sie short sind, entwickelt. Wie sich hierbei der Gesamtmarkt verhält, verliert an Bedeutung, da Sie ja sowohl im Falle steigender Märkte über Ihre Aktie profitieren und im Falle abstürzender Märkte über den Index-Put gewinnen. Es geht nur noch um die Differenz in der Performance.
In einer solchen Konstruktion müssen Sie nur damit richtig liegen, dass Ihre Aktie tatsächlich sich stärker als der Vergleichsindex entwickelt. Auch bietet es sich an, solche Konstruktionen immer nur aus der gleichen Assetklasse bzw. dem gleichen Sektor zu bauen.
Sie gewinnen damit also Unabhängigkeit vom Gesamtmarkt, was gerade in unsicheren Zeiten ein Plus sein kann. Verlieren können Sie natürlich auch bei dieser Strategie, wenn Ihre Aktie nicht den Index schlägt (bezogen auf unser Beispiel. Statt einem Index könnten Sie theoretisch auch auf eine andere Aktie short gehen, wenn Sie das wollten).
Herzliche Grüße, Ihr
Klaus Buhl