Wie Sie eine Wirtschaft ruinieren und die Leute beeinflussen
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 20. Februar 2012, 07:30 Uhr
ENL5454
Wir Nordamerikaner (in bin ja selber US-Bürger) können von den Argentiniern eine Menge lernen. Wenn es darum geht, eine Volkswirtschaft herunterzubringen, dann sind die Numero Uno. Sie sind Meister darin. Im Jahr 2001 war Argentinien hoch verschuldet. Der Regierung war das Geld ausgegangen. Und die Währung verlor schnell an Wert. Und was taten die Argentinier?
Zunächst einmal brachen sie ihre Versprechen den Investoren und Sparern gegenüber - sie lösten die feste Bindung des Peso an den Dollar. Dann übernahm der Staat die Kontrolle über die Banken und die Konten. Die Leute hatten ihr Geld in US-Konten gespart, um Probleme mit dem Peso zu vermeiden. Aber die argentinische Regierung stellte diese Konten zwangsweise auf Peso um, und der Peso verlor schlagartig zwei Drittel seines Wertes.
Der nächste Schritt war es, die Währungsreserven der Zentralbank zu nehmen, und damit ausländischen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Der Zentralbank-Vorsitzende trat aus Protest gegen diesen Schritt zurück.
Und dann schließlich, ein paar Jahre später, wurden die Rücklagen der Rentenfonds genommen - um sie vor den Rentnern zu schützen, natürlich. Für was wurden die Mittel genutzt? Zur Finanzierung der Defizite des Landes!
Aber die argentinische Regierung bestand nicht nur aus Kümmerlingen, sie gaben auch den Weg vor für den Rest der entwickelten Wet.
Die Financial Times hat eine interessante Warnung:
Passen Sie auf, da die Regierungen Geldanhäufungen im Blick haben
von David Bowers
Viel ist geschrieben worden darüber, wie die entwickelte Welt ihre strukturellen Haushaltsdefizite in den Griff bekommen muss. Aber die Verbindung, die größtenteils unerkannt bleibt, ist die, dass die "nicht haltbaren" Defizite im öffentlichen Sektor genauso "nicht haltbar" sind wie die Überschüsse im Unternehmens-Bereich.
Die Allgemeinheit glaub, dass die derzeitige Krise der Staatshaushalte das Ergebnis ist von Regierungen, die zu viel ausgegeben haben. Aber das Problem sind weniger die Regierungen, die "zu viel" ausgegeben haben; es sind die Unternehmen, welche "zu wenig" ausgegeben haben.
Zum ersten Teil von: Endphase der Bärenmarktrallye
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Sailor Jo (20.02. 2012 08:11 Uhr):
"Unternehmen geben zu wenig aus.." Ist meine Rede seit langem. Zu viel Konzentation bringt Ungleichgewichte. Wuerden Firmen bessere Loehne zahlen, wuerden meher Steuern gezahlt, es wuerde mehr konsumiert und alle waeren happy. Doch seit Firmen glauben, dass ein Netto-Profit von 10% das Minimum sei, ist die Wirtschaft den Bach herunter gegangen. Gier ist Dummheit.
Antworten - Kommentar von MoneyMan (20.02. 2012 08:32 Uhr):
Regierungen geben Geld schneller aus als Unternehmen. Unternehmen geben Geld langsamer aus als Regierungen. Und wo ist jetzt der Unterschied? Der Unternehmer muss fürs Geld arbeiten und um ihre Existenz bangen, Regierungen müssen (die längste Zeit) keines von beiden.
Antworten - Kommentar von Albert Karl (20.02. 2012 11:19 Uhr):
Kein Kommentar zu diesem an der Realität völlig vorbeigeschrammten Bericht. Ich weiß nicht, was unseren ansonsten respektierten Kommentator hier "geritten" hat!
Antworten - Kommentar von rolf bichsel (20.02. 2012 12:13 Uhr):
als US amerikaner sind sie reichlich negativer realist,...sie sollten die US presidenten beraten,wie mans macht,aber wenn kümmert das alles mit den schulden,den langfristig sind wir alle tot
Antworten- Antwort von Sailor Jo (20.02. 2012 22:29 Uhr):
Kleinschreibung ist unleserlich und respektlos.
- Antwort von Sailor Jo (20.02. 2012 22:29 Uhr):
- Kommentar von Alles Banane (20.02. 2012 12:44 Uhr):
Die Unternehmen häufen deswegen Geld an und investieren deshalb nicht, weil sie keine sinnvolle Möglichkeit zu investieren sehen. Und das heißt, vielversprechende Gewinnmöglichkeiten scheinen zur Zeit wohl ziemlich dünn gesät zu sein. Außerdem müssen die Unternehmen auch eine gewisse Risikovorsorge betreiben, weil doch wirtschaftliche Unsicherheiten bestehen. Der Staat sollte das auch tun, macht er aber nicht, weil er das Geld von den Bürgern holen und Schulden machen kann. Wobei zur Not die EZB mit neugeschaffenem Geld die Anleihen aufkauft. Sie sehen, Wirtschaft ist ganz einfach.
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- Kommentar von Piedro (20.02. 2012 21:32 Uhr):
Ich stimme zu. Das ist exakt seit langem das Problem. Zuviel Geld ist aus dem Umlauf herausgenommen, weil es bei denen liegt, die damit nicht handeln, jedenfalls nicht echt handeln. Es ist also zu wenig Geld im Umlauf. Gäbe man das Geld denen, die fast nichts haben, würde es wieder arbeiten, denn die können es sich nicht leisten, es nicht auszugeben, sie sind dazu gezwungen. Wir hatten eine Zeit, in der der Wohlstand eine breite Basis hatte. Da lief es auch wirtschaftlich richtig gut. Leider nur so lange, bis die, die an den Hebeln des Geldes sitzen, noch mehr davon wollten, warum, das weiß kein Mensch. Also verarmte die Wirtschaft wieder. Übrigens: dieUmkehrung stimmt nicht: es war nicht so, dass es "dem Volk" gut ging, weil die Wirtschaft florierte, sondern der Wirtschaft ging es gut, weil das Volk Geld hatte. Ja, es war einmal. Könnte mir jemand das WARUM erklären ? Ich frage alle Bekannten, welchen Sinn eine Gewinnmaximierung hat. Bisher habe ich noch keine einzige Antwort erhalten, die ich nicht widerlegen konnte.
Antworten- Antwort von Sailor Jo (20.02. 2012 22:33 Uhr):
Sehr gut, Piedro. Gewinnmaximierung, oder auch Gier, ist sinnlos, wenn das Geld nicht produktiv eingesetzt wird. Wie viele Flugzeuge, Yachten, Häuser braucht ein Mensch? Diese Dekadenz macht uns kaputt.
- Antwort von m haggenmacher (21.02. 2012 22:02 Uhr):
Ja, wie heisst es doch so schön im Kinderlied: Taler, Taler du musst wandern, von der einen Stadt zur andern. Oder: Der Rubel muss rollen. Da wären wir dann schnell beim Stichwort 'Schwundgeld'. So was brächte das gehortete Geld dann vielleicht wieder in Umlauf. Aber noch mag kaum jemand solches auch nur denken. Schade eigentlich! Lassen wir die Probleme also noch eine Weile wachsen, vielleicht kommt dann die Einsicht.
- Antwort von Peter Harting (22.02. 2012 11:21 Uhr):
Wo man sich hier so vernünftig unterhält, sollte daran gedacht werden, dass die Lösung der sozialen Frage bereits nach dem 1. Weltkrieg in einer Weise - die Kenner werden wissen von wem - vorgeschlagen wurde, dass die drei Ideale der Franzosen von 1789 auf die richtige Basis gestellt werden sollten. Freiheit - für Bildung und Geist, Gleichheit - für Gerechtigkeit und Frieden, Brüderlichkeit - für Wirtschaft und Versorgung. Doch was haben wir? Freiheit in der Wirtschaft mit den hier immer wieder angeprangerten Folgen, Gleichheit in der Bildung mit den gleichmacherischen Folgen seit Bestehen der staatlichen Schulen, Brüderlichkeit im Rechtsleben, auch bekannt als Vetternwirtschaft, Vorteilsnahme und Korruption. Die "gebildete" Gesellschaft setzte nun auf den omnipotenten ("Sozial-")Staat und produziert die von BB so genannten Zombies. Die Gliederung des Sozialsystems in voneinander unabhängige Parlamente, vergleichbar der (längst nicht mehr sauber funktionierenden) Gewaltenteilung, könnte noch immer eine Lösung herbei führen.
- Antwort von Sailor Jo (20.02. 2012 22:33 Uhr):