Wie Sie chinesische Pennystocks handeln können
Michael Vaupel in Traders Daily
vom 27. November 2009, 12:00 Uhr
ENL5454
Ein Mitglied der Trader´s Daily-Gemeinde schrieb mir:
"Seit sehr, sehr langer Zeit lese ich Ihre Artikel. (M.V.: Recht so!) Heute habe ich eine Frage zur Börse Hongkong. Ich wollte vom Fid Verlag empfohlene Chinesische Aktien verkaufen. Ich bekam von der Bank die Rückmeldung, dass mein gesetztes Limit deutlich vom aktuellen Börsenkurs vom Börsenplatz Hongkong abweicht, was nicht stimmen kann, denn dieser Betrag wurde angezeigt. Außerdem sagte man mir bei Rückfrage, dass Aktien nur `gebündelt´ an der Börse in Hongkong verkauft werden könnten. In Deutschland findet kein Handel statt und es ist auch nur die Börse Berlin und natürlich Hongkong angegeben. Es handelt ich um Hong Kong Catering, die ich im Höchststand vor ein paar Wochen verkaufen wollte. Könnten Sie mir einen Tipp geben? Da ich übers Internet ordere und verkaufe, bekomme ich keine vernünftige Auskunft von meiner Bank. Oder sie wissen es selbst nicht."
Meine Antwort:
Zunächst mal: Der Titel ist keine Empfehlung von mir. (Schade, denn seit Jahresanfang hat er sich rund verdreifacht.)
Grundsätzlich gilt: Wenn Sie den Titel irgendwo gekauft haben - dann sollten Sie auch auf diesem Weg wieder verkaufen können.
Übrigens ist der erste Ansprechpartner natürlich derjenige, der den Titel empfohlen hat.
Konkret zur Frage. Nebenwert in Hong Kong.
An der dortigen Börse gibt es in der Tat Mindest-Stückzahlen für den Aktienhandel. Wieviel genau, hängt vom jeweiligen Börsensegment ab, und da gibt es eine ganze Menge.
Vielleicht erinnern Sie sich noch daran, dass dies (Mindest-Stückzahl) auch in Frankfurt mal so war. „In alten Zeiten" brauchten Sie 50 DAX-Aktien für einen Trade im „variablen Handel". Sonst wurde zum Kassakurs (einmal täglich!) abgerechnet. Wie sich die Zeiten doch geändert haben.
Einfacher da meist der Handel via Berlin.
Jetzt kann da stehen, dass es tage- oder sogar wochenlang keinen Umsatz in dem Titel gegeben hat.
Und dennoch können Sie über Berlin handeln.
Der Börsenplatz der Bundeshauptstadt hat sich auf „Emerging Markets" spezialisiert. Und wenn Sie nun eine Verkaufsorder für Hong Kong Catering nach Berlin geben, sieht das der dafür zuständige Makler.
Zunächst wird er schauen, ob eine entsprechende Kauforder in Berlin vorliegt. Eher unwahrscheinlich, wenn tagelang kein Umsatz in Berlin war.
Wenn nicht, dann handelt der Makler stellvertretend für den Kunden in Hong Kong und reicht die Stücke entweder dorthin durch oder holt sie von dort.
Dafür behält er ein bisschen was für sich. Und zwar wird er als Verkaufserlös etwas weniger weiterleiten als das, was der Verkauf in Hong Kong Dollar gebracht hat. Und wenn er in Hong Kong kauft, schlägt er etwas drauf.
Das ist bei so kleinen Nebenwerten wie Hong Kong Catering üblich.
Und es ist eine Möglichkeit, die Sie zumindest kennen sollten, wenn Sie mit Nebenwerten der Emerging Markets handeln. Ich selber habe diese Möglichkeit erst letztens genutzt, als ich mir ein paar kleine chinesische Aktien gekauft habe (manchmal mache ich eine Ausnahme von meiner Devise „Märkte statt Einzeltitel".)
Ich wünsche Ihnen und den Ihrigen ein angenehmes Wochenende!
Ihr
Michael Vaupel
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Roland Mall (27.11. 2009 13:49 Uhr):
Danke, Herr Vaupel, klasse und zuverlässig wie immer. MFG Rol. Mall
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