Wie Sie als Millionär in Rente gehen
Tom Dyson in Investors Daily
vom 03. Juli 2007 18:00 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
wahr oder falsch: Kapitalanleger formten den Begriff "New Economy" erstmals während des Technologiebooms der 90er Jahre.
Falsch.
Das Magazin "Fortune" feierte 1955 seinen 25. Jahrestag. Um dies zu feiern, wurde in der Zeitschrift eine spezielle Serie geschaltet: "The New Economy". Diese Serie beschrieb amerikanische Innovationen und frohlockte angesichts des massiven Reichtums, den die Amerikanern seit der Weltwirtschaftskrise angesammelt haben.
Die meisten Menschen haben es vergessen, aber die 50er Jahre waren ein Jahrzehnt unglaublichen technologischen Fortschritts. Nehmen Sie zum Beispiel das Fernsehen. Die damalige Geschwindigkeit der Marktdurchdringung von Fernsehern überschritt die spätere Marktdurchdringung von PCs oder sogar des Internets bei weitem. 1948 lagen die Gesamtverkäufe bei 148.000. 1952 besaßen die Amerikaner 50 Millionen Fernsehgeräte.
Ich lese gerade das Buch von Jeremy Siegel "Die Zukunft für Kapitalanleger" (The Future for Investors). Nachdem er gezeigt hat, dass die 50er Jahre den wirklichen Anfang von Amerikas technologischer Revolution kennzeichnete, stellt Siegel den Lesern folgendes Rätsel:
Sie reisen zurück in das Jahr 1950. Sie können die Aktien einer Industriegesellschaft oder einer Technologiegesellschaft kaufen. Er nannte Standard Oil aus New Jersey (für die Industrie) und IBM als Technologie-Vertreter. Sobald Sie Ihre Entscheidung getroffen haben, müssen Sie Ihr Aktien 50 Jahre lang halten.
Welche Gesellschaft würden Sie für den größten Investitionsgewinn wählen: Standard Oil oder IBM?
Bevor ich Ihnen die Antwort verrate, möchte ich Ihnen Siegel´s "Wachstums-Falle" erklären.
Die meisten Kapitalanleger denken, es sei das Beste, Aktien von bahnbrechenden Unternehmen zu kaufen, um reich an der Aktienbörse zu werden - die topaktuellen Firmen, die sich durch Technologie und Innovation auszeichnen. Aber die Analysen von Jeremy Siegel zeigen, dass dies eine Aktienbörsen-Falle ist … und das genaue Gegenteil die Wahrheit ist:
"Es ist nicht nur so, dass neue Unternehmen und neue Industrien daran scheitern, den Kapitalanlegern gute Gewinne zu liefern," schreibt Siegel, "ihre Gewinne sind häufig auch wesentlich geringer als die der seit Jahrzehnten etablierten Gesellschaften."
Warum? Die Markterwartungen geben die Antwort. Man erwartet, dass Wachstumsaktien auch wachsen. Sie werden also nur dann Geld mit diesen Aktien machen, wenn sie auch die hohen Markterwartungen erfüllen. Bei der "Old Economy" wird kein hohes Wachstum erwartet. Selbst wenn sie nur langsam wachsen, machen Sie immer noch Geld.
Infolgedessen verdienen Unternehmer, Gründer, Risikokapitalgeber, und Investment-Banker ein Vermögen mit neuen Industrien. Individuelle Kapitalanleger verdienen Geld durch Value Investing, also das Investieren in "Werte". Und Sie finden Werte in den lang etablierten Aktien ... wie Standard Oil.
Was wäre jetzt in den Jahren 1950 bis 2003 aus den Aktien von IBM und Standard Oil geworden?
Die IBM-Aktie weist in diesen Jahren ein durchschnittliches Wachstum von 11,41% auf, während es Standard Oil nur auf 8,77% bringt. Ein klarer Vorteil für IBM. Bei der Dividenden-Rendite sind es bei IBM 2,18 % und bei Standard Oil 5,19 %.
Was wählen Sie also im Jahre 1950. Ihre letzte Chance. IBM oder Standard Oil?
Aus dem 1000-Dollar-Investment in IBM wäre in den 53 Jahren ein Vermögen von 961.000 $ geworden und bei Standard Oil sind es sage und schreibe 1,26 Millionen Dollar ... ein Unterschied von 24 %!
Bemerken Sie, wie die Dividendenrendite den Unterschied in diesem Experiment macht? Der Aktienkurs von IBM lief besser, aber die hohe Dividendenrendite von Standard Oil machte den Unterschied.
"Ein sehr wichtiger Punkt bei der Bewertung von Aktien ist die Re-Investition von Dividenden," schließt Siegel. Dividenden sind ein kritischer Faktor, der die Gewinne der Kapitalanleger antreibt. Diejenigen, die Standard Oil gewählt haben und ihre Dividendenrendite wieder in Standard Oil-Aktien investiert haben, haben die Summe der Aktien verfünfzehnfacht. Bei IBM hätten sie mit dieser Methode die Anzahl der Aktien nur verdreifacht..."
Für individuelle Kapitalanleger ist die Bewertung bei der Aktien-Auswahl das Allerwichtigste ... besonders der Preis, den Sie für die Dividende bezahlen. Wenn Sie ein langfristiger Kapitalanleger sind, der bis zum Rentenalter ein kleines Vermögen aufbauen möchte, empfiehlt Siegel, etablierte Gesellschaften mit hohen Dividendenrenditen zu wählen statt Wachstums-Unternehmen mit niedrigen Dividendenrenditen.
Good Investing
Tom