Wie Schnee in der Frühjahrssonne
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 30. März 2009, 17:00 Uhr
ENL5454
Einer der solidesten deutschen Nebenwerte hat heute über sein vergangenes Geschäftsjahr berichtet und leider die Erwartungen und Hoffnungen nicht erfüllen können.
Die ElringKlinger AG ist Entwicklungspartner und Zulieferer der internationalen Automobilindustrie. Die Kernkompetenz sind Zylinderkopf- und Spezialdichtungen für Pkw und den Nutzfahrzeugbereich. Außerdem werden Gehäusemodule für Motoren und Abgasanlagen hergestellt. ElringKlinger bezeichnet sich selbst als der einzige unabhängige, weltweit tätige Dichtungshersteller.
Obwohl die schwierige Situation der Autozulieferer eigentlich kein Geheimnis mehr sein sollte, haben die heutigen Daten zur Geschäftslage von ElringKlinger doch einige Anleger auf dem falschen Fuß erwischt. Der im MDAX notierte Konzern erlitt im Geschäftsjahr 2008 einen kräftigen Gewinnrückgang, konnte die Umsätze aber leicht steigern. Das operative Ergebnis ging um fast 40 Prozent auf 75 Mio. Euro zurück. Die operative Marge lag damit bei 11,5 Prozent. Das Ergebnis je Aktie ging auf 0,69 Euro (2007: 1,32 Euro, adjustiert um Aktien-Split 1:3) je Aktie zurück.
Trotzdem schlug der Vorstand der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2008 eine gleichbleibende Ausschüttung von 0,15 Euro je Aktie vor.
Starke Abhängigkeit vom US-Markt
Obwohl die Zahlen und der Ausblick von Elring nicht berauschend waren, mussten die Aktionäre wenigstens keinen Verlust hinnehmen. Wegen der sehr starken Abhängigkeit vom US-Markt hätte mich dies nicht einmal gewundert. Trotzdem waren die Formulierungen des Vorstandschefs recht drastisch und ließen die Analysten aufhorchen: "Wir haben Rückgänge im Bereich der Produktion, die fast atemberaubend sind". Etwas Balsam waren die Andeutungen des Vorstands, dass im Jahre 2010 Umsatz und EBIT wieder über dem Niveau von 2008 liegen sollen. Auch wird ein harter Sparkurs angestrebt, der bereits
im laufenden Jahr die Sach- und Personalkosten um zehn Mio. Euro drücken soll.
Da die Aktie seit vergangenen Oktober in einer stabilen Seitenlage" liegt und seitwärts tendiert, gehe ich davon aus, dass die heutigen Ergebnisse keine informierten Investor mehr schockieren werden, bzw. kein weiterer Abverkauf der Aktie bevorsteht.
Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Start in die neue Woche.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr Klaus Buhl
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