Wie man im Zeitalter des Mangels investiert – Teil 2
Chris Mayer in Traders Daily
vom 29. September 2008, 12:00 Uhr
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Gassy Jack und all die anderen frühen Forschungsreisenden, Abenteurer, Goldsucher, Holzfäller und Bergarbeiter haben ihren Teil dazu beigetragen, das 19. Jahrhundert aufzupeppen. Wie in weiten Teilen der amerikanischen Geschichte, sind die Vermögen gewachsen, während die Menschen ihren Pfad zu den Reichtümern der Natur freischlugen. Es waren die einfachen Güter - Metalle, Holz und andere Rohstoffe - die die Leute reich machten.
Der gierige Hunger, der durch die industrielle Revolution und die steigende Urbansierung angefeuert wurde, erschuf eine solch gewaltige Nachfrage in den natürlichen Lagerhäusern des noch weitestehend unberührten Amerikas. Wenn man kühn und talentiert war (und Glück hatte), dann konnte man in einem weiten Tal oder einem einladenden Hügel oder an einem vielversprechenden Flussufer zuschlagen - und sich seinen Weg zu Ruhm und Reichtum graben, pflanzen oder mit der Goldwäsche schöpfen.
Trotz all der Fortschritte und Versprechen des 21. Jahrhunderts, brauchen wir diese Grundprodukte heute immer noch. Wir haben sie immer gebraucht, aber heute steht hinter der Suche eine neue Dringlichkeit. Der Motor der Nachfrage ist eine Art zweiter industrieller Revolution insbesondere in den Ländern China und Indien. Es ist allerdings eine Revolution, die sich auf viele der Schwellenmärkte ausweitet. Die Analogie ist manch einem Investor nicht entgangen.
Jeremy Grantham der GMO vorsitzt, ist ein angesehener Geldmanager. Grantham lag bei seinem großen Bild meistens goldrichtig, in dem Sinne, dass er Aktien gegenüber in den vergangenen acht Jahren zurückhaltend war. Er ist Rohstoffen gegenüber langfristig positiv eingestellt. In seinem letzten Quartalsbrief erwähnt er einige gute Aspekte hinsichtlich der Zukunft der Rohstoffe und der Schwellenmärkte.
Zuerst sein Schluss: „Kurzfristig fällt das zurückgehende weltweite Wachstum mit Kredit-, Währungs- und Inflationsproblemen zusammen. Beides dominiert die Aussichten für die Schwellenmärkte und die Rohstoffe und weist auf schlechte Aussichten für beide hin. Langfristig gilt jedoch das Gegenteil, und sie wirken wie die Anlagewerte, die man besitzen möchte.
Mich interessiert überwiegend die langfristige Perspektive (als Ausblick über ungefähr zwei Jahre), auch wenn ich ganz offensichtlich nicht darauf abziele, in die direkten Schwierigkeiten zu tappen, wenn es sich verhindern lässt.
Das langfristige Wetten auf die Rohstoffnachfrage setzt auf zwei Quellen, sagt Grantham:
„Das erste ist, dass wenn genug Leute gleichzeitig bei einem Abheben der Wirtschaft einsteigen, so wie es die 2,3 Milliarden Chinesen und Inder getan haben, der Druck auf die Ressourcen dazu beitragen kann, dass die Marginalkosten etwas schneller steigen als die Technik sie wieder ausgleichen kann."
Das ist bereits passiert. Es ist der Grund, warum z.B. der Ölpreis so viel höher ist, als die historischen Durchschnittswerte. All diese Nachfragen schlagen sehr schnell zu, aber es dauert seine Zeit, zusätzliches Angebot an den Markt zu bringen. In der Zwischenzeit sind die Folge höhere Preise.
Es scheint, als sei das schon heute gut bekannt. Die meisten Investoren stellen fest, dass hinter dem Rohstoffboom die steil ansteigende Nachfrage aus Ländern wie China steht - von den einstigen „Fieslingen", die sich jetzt an den weltweiten Abendbrottisch drängen.