Wie man den Dollar verkauft – Teil 1
Addison Wiggin in Traders Daily zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 08. Mai 2008 12:00 Uhr
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Im Jahr 2004 reiste der damalige Finanzminister, John Snow, um den Globus und versuchte „den Dollar schlecht zu machen.“ Warum? In einem Wort: Schulden. Zu dieser Zeit lagen unsere Schulden bei 7 Billionen Dollar, mit Zinszahlungen, die sich im Jahr 2003 auf insgesamt 318 Milliarden Dollar beliefen. Aber jetzt liegt die amerikanische Finanzverschuldung bei 9 Billionen Dollar, und die Zinszahlungen im Jahr 2007 fügten täglich weitere 1,4 Milliarden Dollar hinzu.
Aber die Zentralbank und das Finanzministerium haben eine Strategie entwickelt, die Schulden mit einem immer schwächeren Dollar zu bezahlen. Und wissen Sie was? Bislang hat das ganz gut funktioniert. Seit November 2002 ist der Dollar gegenüber dem Euro um 50% gegenüber dem Höchstwert im Oktober 2000 gefallen. Natürlich ist das nicht das erste Mal, dass wir eine verwaltete Währungsentwertung erleben.
In den 34 Jahren seit Nixon das Goldfenster zuschlagen hat und anschließend den Bretton Woods Wechselkursmechanismus abschaffte, hatten wir nur fünf große Währungstrends.
1. Schwacher Dollar 1972 - 1978 (7 Jahre)
2. Starker Dollar 1979 - 1985 (7 Jahre)
3. Schwacher Dollar 1986 - 1995 (10 Jahre)
4. Starker Dollar 1996 - 2001 (6 Jahre)
5. Schwacher Dollar 2002 - (? Jahre)
Die beachtlichste Phase erstreckte sich über die zehn Jahre zwischen 1986 und 1995. Damals wie heute bekämpften die USA ein historisches Leistungsbilanzdefizit mit einer verwalteten Währungsentwertung. Wenn aber der aktuelle Bärenmarkt erst im Februar 2002 begonnen hat, sieht es so aus, als hätte er noch einige Jahre vor sich.
Im besten Falle werden wir, wenn der aktuelle Bärenmarkt dem Ziel folgt, das in der konjunkturschwachen Zeit zwischen 1986 und 1995 gesteckt wurde, bis zu zehn Jahre einen schwächer werdenden Dollar sehen. Das liefert eine Möglichkeit, den Dollar auf eine von drei Arten zu verkaufen: Direkte und indirekte Spekulation, und das Short-Gehen via Optionen.
Diese Möglichkeiten werden ihnen dabei helfen, ihr Geld sicher außerhalb des Dollar-Bärenmarktes zu investieren. Und damit haben Sie auch die Aussicht darauf, eine ganz nette Summe Geld zu verdienen. Doch vor uns liegt eine noch größere Gefahr. Seit das Handelsbilanzdefizit die 759 Milliarden Marke durchbrochen hat – entsprechend 6,3% des Bruttoinlandsprodukts – müssen die Menschen aus dem Ausland heute 1,5 Milliarden Dollar täglich berappen, um den Dollar weiter über Wasser zu halten.
Und selbst während des verwalteten Dollarrückgangs von 2003, wuchs das Handelsungleichgewicht weiterhin. 2005 sagte Stephen Roach, der weltweite Chefstratege von Morgan Stanley, voraus, dass das Leistungsbilanzdefizit zu dieser Zeit Kurs auf 710 Milliarden Dollar nehmen würde – 6,5% des Bruttoinlandsprodukts. Er hat sich lediglich um einige wenige Milliarden vertan.
Und hier liegt das Drama. Die Bank of Japan hat bei dem Versuch zu verhindern, dass die stärker werdende Währung die von Exporten angetriebene Erholung des Landes abwürgen würde, 187 Milliarden Dollar im Jahr 2003 ausgegeben – und 67 Milliarden allein im Januar 2004 –. Gemessen in Dollar gibt die Bank of Japan heute mehr als 1,5 Milliarden Dollar täglich aus, um zu verhindern, dass der Yen gegenüber dem Dollar an Stärke gewinnt.