Wie läuft der Markt im Januar?
Von Dr. Mark Skousen in Investoren Wissen
vom 03. Januar 2006 16:00 Uhr
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Wie läuft der Markt im Januar? Von Dr. Mark Skousen
Sicher haben Sie schon vom Januar Effekt gehört. Mein Kollege Steve Sjuggerud hat in der letzten Ausgabe über einen Teilbereich dieses Effekts geschrieben. Es gibt aber 3 Aspekte:
1. Im Januar laufen Aktien besser, als in jedem anderen Monat.
2. So wie es im Januar läuft, geht es den Rest des Jahres weiter.
3. Kleine Aktien laufen im Januar besser, als die großen Blue Chips.
Es gibt noch einen anderen Januar Effekt: Der letzte Handelstag im Dezember und die ersten 5 Tage im Januar sollen besonders gut für Aktien sein.
Sehen wir uns nun einmal die einzelnen Januar Effekte genauer an:
Zu 1) Januar ist nicht der einzige gute Börsenmonat
Seit 1900 war der Januar in 70 % der Fälle ein guter Monat. Aber der Kursaufschwung im Januar ist nicht immer sicher. Seit 2000 ist die Performance bei US-Aktien über den breiten Markt mit dem Dow Jones, alles andere als vorhersehbar. Es gab einen Anstieg im Januar 2000, dann ging es jeweils 2001, 2002 und 2003 nach unten. 2004 gab es wieder ein Plus. 2005 einen Verlust.
Ich glaube, man kann nicht einfach nur so auf Januar setzen und Gewinne erwarten.
Ich möchte erwähnen, dass auch andere Monate gut laufen. Durchschnittlich betrachtet sind 3 Monate besonders gut an der Wall Street: Januar, April und Dezember. In letzter Zeit liefen Aktien im Dezember sogar besser, als im Januar. Die Weihnachtsrally ist inzwischen stärker, als der Januar Effekt.
Im Chart sehen Sie die Entwicklung des Dow Jones in den einzelnen Monaten.
Welche Monate sind die besten an der Wall Street?
Zu 2) Januar als Schlüsselmonat
Am Januar konnte man in der Vergangenheit oft erkennen, wie das Börsenjahr laufen wird. Das ist aber ganz einfach zu erklären. Denn historisch gesehen sind die Aktien langfristig über die letzten 100 Jahre in einem Aufwärtstrend. Also ist es sehr wahrscheinlich, dass auch der Januar gut läuft.
Ich möchte es aber noch einmal betonen: Sie können sich nicht auf Januar verlassen, wenn Sie die Entwicklung an der Börse vorhersagen wollen. Denken Sie beispielsweise an das Jahr 2000. Damals war der Januar besonders stark. Im April ging es dann aber mit dem Markt, vor allem aber mit den Technologieaktien an der Nasdaq, steil nach unten. Oder 2003. Damals war die Börse im Januar ziemlich lausig. Einige Monate später aber konnte sich der Markt stark erholen.
Zu 3) Russell 2000 besser, als der Dow Jones 30?
Am Schluß noch kurz zum dritten Januar Effekt, nämlich dem, dass Small Caps im Januar besser laufen, als die großen Unternehmen. Historisch gesehen war es oft so.
Wie schon mein Kollege Steve Sjuggerud letzte Woche geschrieben hat, liefen aber die kleinen Aktien zwischen 1994 und 2005 schlechter als die Blue Chips. Offensichtlich gibt es keine Garantie dafür, dass wir im Januar 2006 einen Januar Effekt erleben werden.
Wir können etwas wichtiges von den verschiedenen Formen des Januar Effekts lernen.
Zuerst einmal sehen wir, dass es tatsächlich Auffälligkeiten an der Börse gibt. Zum Beispiel wegen der Besteuerung von Kursgewinnen, wegen der Berichtsaison der Unternehmen, wegen jahreszeitlicher Schwankungen der Verbraucherausgaben oder der Investitionen der Unternehmen usw.
Anomalien funktionieren nur, solange sie nicht vom breiten Markt entdeckt werden
Dann ist als nächstes die Reaktion des Marktes auf diese Anomalien von Bedeutung. Wichtig ist, dass Sie schon früh auf diese Anomalien setzen und zwar bevor diese allgemein bekannt sind. Wenn jeder vom Januar Effekt Wind bekommt, dann werden die Investoren einfach früher einsteigen um daran zu verdienen. Das ist auch eine der Ursachen für die starke Weihnachts-Rally.
Denken Sie immer daran: Hinter dem Geschehen an den Märkten stecken Menschen. Und die kaufen und verkaufen aus den verschiedensten Gründen. Sie entwickeln sich ständig weiter und lernen aus den Fehlern und den neuen Erkenntnissen der Vergangenheit.
Deshalb kann es langfristig gesehen nie ein tot sicheres Geschäft oder das perfekte Investment geben. Denn zu viele Leute kommen irgendwann hinter dieses sichere Geschäft. Und wenn Sie dann Geld riechen, dann wird aus dem überdurchschnittlich guten Gewinn ein unterdurchschnittlicher.
Der Januar Effekt ist eine der Anomalien, die ihre Wirkung wegen zu häufigen Gebrauchs eingebüßt hat. Am besten versuchen Sie es 2006 mit den Fundamentaldaten einer Aktie um Geld an der Börse zu verdienen.
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