Wie kommen Sie jetzt an Informationen über das Creditrating Iher Bank?
Jürgen Nowacki in Investoren Wissen zum Thema Ratingagenturen
vom 25. August 2011, 16:00 Uhr
ENL5454
Haben Sie Ihrer Bank schon einmal Geld geliehen? Wohl kaum, werden Sie sagen, aber denken Sie doch einmal nach, ob und wie oft Sie Zertifikate gekauft haben, Zertifikate auf den DAX oder Edelmetalle, Discount- oder Bonuszertifikate vielleicht? Sehen Sie, das alles sind Schuldscheine, die belegen, dass Sie der Bank einen Kredit gegeben haben. Nur dass die Rückzahlung an bestimmte Bedingungen geknüpft wird, also ob Gold steigt oder fällt zum Beispiel. Täglich kommen neue Spielarten von solchen Rückzahlungsbedingen auf den Markt und manchmal ist es selbst für Ihren Anlageberater nicht mehr möglich, über alles genau Bescheid zu wissen, ohne sich selbst vorher bei der Bank oder auf der jeweiligen Webseite erkundigt zu haben, welche konkreten Rückzahlungsbedingen mit einem Zertifikat (Inhaberschuldverschreibung) verbunden sind.
In diesem Zusammenhang dürfte Ihnen jetzt klar geworden sein, dass es ein Kontrahentenrisiko gibt. Inwieweit können Sie sich also darauf verlassen, dass die Bank, die das Zertifikat begeben hat, finanziell so gesund ist, dass sie die Rückzahlung auch wie versprochen einhalten kann?
Sie können sich auf der Webseite des Deutschen Derivate Verbands (DDV) täglich über die Bonität einer Vielzahl von Banken informieren. Und das funktioniert so: Sie haben bestimmt schon von Kreditausfallversicherungen gehört, die bei Staatsanleihen wie zum Beispiel griechischen zu einem Risikoaufschlag führen. Diese Kreditausfallversicherungen (CDS) gibt es auch für Banken. Die Prämien finden Sie auf der Webseite des DDV. Je größer der Risikoaufschlag, umso größer das Misstrauen der anderen Institute - und deren Experten sollten die Szene gut kennen.
Also bevor Sie jetzt Zertifikate auf Gold kaufen, um sich gegen eine Währungsreform zu schützen, sollten Sie vielleicht hinterfragen, ob es das Institut, bei dem Sie sich versichern wollen, dann überhaupt noch gibt.
Also unterscheiden Sie am besten zwischen Schönwetterzertifikaten und dem ultimativen Krisenschutz. In diesem Fall helfen nur echte Aktien und echte Edelmetalle, meinen Sie nicht auch?
Aktuell liegen wir mit einer Handelsposition auf Kaffee mit mehr als 20 Prozent im Gewinn. In der kommenden Target-Trader-Ausgabe werden wir besprechen, ob die Gewinne nun realisiert werden sollen oder ob es ratsam ist, die Position sogar noch auszubauen. Eine kostenlose Probeausgabe können Sie hier bestellen.
Viel Erfolg am Markt wünscht Ihnen
Jürgen Nowacki
Coach Trading & Sales
Zum ersten Teil von: Wie sicher ist die Bank Ihres Vertrauens wirklich?
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Albert Karl (26.08. 2011 01:08 Uhr):
SgHNowacki, auch für diesen Hinweis danke ich Ihnen sehr, weil er mir aus der Seele spricht. Ich möchte - wenn Sie gestatten - noch erweitern: Mir werden oftmals von meiner Hausbank vermehrt Produkte mit angeb- lichen "Sicherheitspuffer" angeboten, z.B. Discount-Zertifikate oder Bonus-ZT. Diese Produkte sind für Banken aus meiner Sicht sprudelnde Ertragsquellen - aus dem einfachen Grund, weil Privatanleger oft nicht genau nachrechnen können. Letztlich ist das nichts anderes als Wetten auf die Zukunft, bei denen man meistens den gesamten Einsatz verlieren kann, die Bank aber immer prächtig verdient. Also, mit seriösen Investments hat dies nichts zu tun! Ich grüße Sie, AK
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