Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit einer Bären-Phase?
Profit Radar
vom 30. Januar 2007 19:00 Uhr
ENL5454
Ich taxiere die Wahrscheinlichkeiten derzeit 40:60 für eine Rallye. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir in eine Konsolidierungsphase kommen liegt also bei 60%.Diesbezüglich habe ich am Wochenende 2 hoch interessante Statistiken gelesen, die mich in meiner leicht bärischen Einschätzung bestärken:
1. Dies ist der 47 Monat in dem seit 2003 laufenden Bullenmarkt. Historisch dauern Haussen durchschnittlich 49 Monate. Wobei der Durchschnittswert hierbei nicht eine so hohe Relevanz hat, denn die Ausschläge in beiden Extreme sind doch sehr hoch.
Es gab verschiedene Phasen, in denen die Haussen länger dauerten. Teilweise sogar wesentlich länger. Aber diese Statistik zeigt, dass Luft dünn wird. (Was Sie auch bei einer Rallye-Phase geworden wäre.)
2. Die 2. Statistik wird Sie umhauen. Jedenfalls hat sie das bei mir getan. Mit Freitag haben wir den 928 Tag in Folge gesehen, an dem der S&P 500-Index nicht um -2% oder mehr gefallen ist. Das ist ein historischer Rekord. Ja, Sie haben richtig gelesen. Die Daten gehen zurück bis zur Zeit der großen Depression in den 20gern. Und seitdem hat es noch nie eine Phase gegeben, in der der S&P 500-Index 928 Tagen am Stück nie einen Korrekturtag mit -2% und mehr hatte. (Der bisherige Spitzenwert stammt übrigen saus den späten 60gern. Selbst in der Jahrhunderthausse Ende der 90ger waren die Werte nicht mal ansatzweise so hoch.)
Uns ist allen klar, dass die Bäume an der Börse nie in den Himmel wachsen. So wird es auch dieses Mal nicht sein. Und diese beiden Daten (vor allem die 2. Statistik) zeigen: Wir befinden uns in der Hausse in Extrembereichen. Und das spricht ganz klar für das Korrekturszenario.
Das einzige Problem: Extremsituationen können länger andauern, als man erwartet. Das gilt vor allem für Phasen wie jetzt, wo wir jede Menge Liquidität haben, die in den Markt will. Diese Liquidität kann dazu führen, dass sich diese Extremsituation noch weiter in die Länge zieht.
Und genau deshalb ist es verkehrt, jetzt auf einen fallenden Markt und eine Korrektur zu setzen (z.B. mit Put-Optionsscheinen). Aber wenn Sie stark long ausgerichtet sind, sollten Sie Risiko aus Ihrem Depot nehmen. Richten Sie Ihr Depot stattdessen an den Wahrscheinlichkeiten für beide Szenarien aus.
Have a successful day,
Ihr
Daniel Wilhelmi