Wie hältst Du's mit der Religion?

unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom


von unserem Korrespondenten Bill Bonner

Und jetzt komme ich zur Religion.

Auf der Seite 22 berichtet die Londoner Times:

"Der Vatikan ändert die Rituale zur Kommunion."


Das sind für mich gute News. Ich erinnere mich noch an die ehrfürchtigen Messen der 1970er: Da gab es noch keine Umarmungen und Küsse und Herumwandern, wenn es darum ging "einander ein Zeichen des Friedens zu geben". Das schien die feierliche Atmosphäre zu zerstören; die Magie des Moments wurde dadurch zerbrochen.

Meine Familie wurde katholisch, ohne die Absicht dazu zu haben. Eigentlich sind wir Episkopalisten, also Anglikaner. Aber seit einigen Jahren wohnen wir – wie Sie wissen – auf dem Land in Frankreich, und da fanden wir keine anglikanischen Kirchen in halbwegs erreichbarer Entfernung.

Viele unserer Freunde können das nicht verstehen. Wie unser Sohn Jules, 16, der sich fragt, warum wir überhaupt in die Kirche gehen sollen.

"Man weiß doch nicht, ob irgendetwas davon überhaupt stimmt", sagen sie. "Warum soll man seine Zeit damit verschwenden, an Mysterien zu glauben ... und zur Kirche zu gehen?"

Dafür habe ich keine Antwort parat.

Vorgestern traf ich einen alten Freund zum Abendessen ... und ich fragte ihn nach Neuigkeiten über einen gemeinsamen Freund, der gegen den Krebs kämpft.

"Schlecht ...", kam die Antwort. "Er ist in eine Klinik nach Mexiko geflogen, aber es war zu spät. Sie haben ihn wieder nach Hause gebracht. Er hat nur noch ein paar Tage zu leben."

"Möge Gott mit ihm sein ..."

"Aber er ist doch Atheist ..."

"Nun, ich bezweifle, dass Gott sich darum kümmert, was er denkt. Er mag in diesem Leben keine gute Gesundheit gehabt haben ... aber Gott wird für sich selbst entscheiden, was er im nächsten Leben bekommen wird."

Anders als die billigen und geschmacklosen Einbildungen des säkularen Lebens ist das Versprechen des Christentums so prächtig und elegant ... ich würde das bewundern, selbst wenn ich nicht wirklich gläubig wäre.

Meine Erwartungen sind bescheiden – eher poetisch als logisch. Vielleicht werde ich in den Himmel kommen, vielleicht auch nicht; aber zumindest kann ich, solange ich lebe, meiner Familie mit dem Kirchgang das bieten, was W.B. Yeats als ein wenig "Brauchtum und Zeremoniell" beschrieben hat, wo "Unschuld und Schönheit" blühen könnten.

Und nebenbei gesagt: Ich mag es, zu Gott zu beten, bevor ich eine wichtige Entscheidung treffe. Ich bekomme dann die Antwort, die ich ohnehin wollte ... und ich habe dann jemanden, dem ich Vorwürfe machen kann, wenn es nicht klappt.


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