Jürgen Nowacki in Investoren Wissen
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Also doch in Aktien gehen und größere Risiken eingehen? Dividende und Kursgewinn sind schön, aber wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Appetit auf Rendite auch groß genug ist? Denn wer will schon am Ende der Nahrungskette stehen?
Einen Hinweis darauf gibt Ihnen die Nachfrage nach Aktien aus konjunktursensiblen Branchen wie Konsumgütern. Werden diese Aktien stark nachgefragt, ist das häufig ein Zeichen für Appetit der Anleger auf Kursgewinne und ein Zeichen geringer Risikoaversion.
Einen weiteren Hinweis liefert die Nachfrage nach Anleihen mit hohen Zinskupons. Dafür gibt es einen Index und ein handelbares Wertpapier (ETF), den Lehman High Yield Bond ETF. Und wenn Sie einmal im Chart beobachten, wie sich dieses Wertpapier entwickelt hat, dann dürfte der Aktienmarkt noch lange nicht an seinen Kapazitätsgrenzen angelangt sein.
Die Frage, ob für einen weiteren Anstieg von DAX und Dow genügend Liquidität im Markt ist, lässt sich mit Ja beantworten. Und trotzdem muss man sich nicht Hals über Kopf in ein Risiko stürzen, sondern kann das zu investierende Kapital in mehrere Tranchen aufteilen und jede Woche eine Tranche investieren, beispielsweise dann, wenn schlechte Konjunkturnachrichten veröffentlicht werden. Dazu würde sich zum Beispiel die Bekanntgabe der großen Arbeitsmarktdaten anbieten, die heute um 14:30 MEZ veröffentlicht werden. Reagiert der Markt mit Schwäche, dann ist das vielleicht eine Gelegenheit. Noch ein Tipp: Deutsche Aktien kann man oft montags vormittags etwas billiger kaufen als dienstags. Solche Zyklen sollten ebenfalls beobachtet und gehandelt werden. Aber jetzt, wo Sie wissen, wie groß der Hunger nach Rendite geworden ist, dürfte es Ihnen leichter fallen, ihr persönliches Timing zu finden
Viel Erfolg am Markt wünscht Ihnen
Jürgen Nowacki,
Chefredakteur Target Trader