Wie gewonnen so zerronnen
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 9. Juli 2009, 17:00 Uhr
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wie gewonnen so zerronnen könnte das Motto dieser Woche an den Börsen lauten. Dabei ist es sogar noch mieser gelaufen als ich ohnehin befürchtet hatte, als ich Sie in den vergangenen Ausgaben hier gewarnt habe! Denn das von mir sehr geschätzte Bullish Percent Konzept signalisierte den massiven Kapitalabfluss schon einige Tage bevor dieser in der allgemeinen Presse ein Thema wurde. Aber natürlich erkannten auch immer mehr Trader und Investoren die Gefahr, als erst die wichtige 20- und dann auch die 50-Tage-Linie in allen wichtigen Indizes unterschritten wurde. Oft sind es ja diese Kleinigkeiten, die viel zu simpel erscheinen, als das man ihnen als rationaler" Investor vertrauen würde.
Vordergründig viel zu simpel um nachhaltige Wirkung zu entfachen, baute sich auch die deutliche Schulter-Kopf-Schulter-Formation in vielen wichtigen Indizes wie z.B. dem DAX und dem S & P 500 auf. Ihre volle Wirkung scheint sie aber dennoch zu entwickeln. Alleine schon die Angst vor möglichen schlechten Quartalszahlen und die neuerlichen Diskussionen um ein weiteres US-Konjunkturpaket drückte gewaltig auf die Kurse.
Stimmungsbild der Börsianer hat sich um 180 Grad gewendet
Oberflächlich betrachtet ist die Börse ja schon ein wenig komisch"! Von Mitte März bis Anfang Juni schossen die Kurse in den Himmel, obwohl die Nachrichten schlecht waren. Alleine die Hoffnung auf Besserung genügte, das größte Börsen-Feuerwerk seit 70 Jahren zu zünden. Heute ist es leider umgekehrt. Die Stimmung hat sich extrem eingetrübt, die Kurse sinken wieder - aber die Nachrichten verbessern sich. Dies mag zynisch klingen, aber es ist der ganz normale Börsenwahnsinn"!. Nur so werden genügend Anleger auf dem falschen Fuß erwischt, um das berühmte Sprichwort zu bestätigen, dass die Masse an der Börse niemals Recht bekommt. Anders ausgedrückt und auch wenn ich mich hier wiederholen muss: Es ist völlig normal, das Kurse zwischen überkauften und überverkauften Zuständen pendeln. Die Börse ist keine Einbahnstraße, weder in guten noch in schlechten Zeiten.
In dieser Woche z.B. erreichten uns gleich mehrere positive Nachrichten von Branchenverbänden, die eine Bodenbildung avisierten. Konkret meldete die chemische Industrie und der Verband der Maschinenbauer, das Schlimmste würde hinter ihnen liegen. Aber alleine der Glaube an etwaige konjunkturelle Verbesserungen fehlt derzeit und kaum jemand wagt das Positive zu denken. Daher ist es also mal wieder notwendig, dass ich hier etwas Optimismus versprühe und im zweiten Teil auf einen sehr erfolgversprechenden Nebenwert eingehe! Auf geht's!
Überraschend positiver Auftragseingang der Industrie
Die deutsche Industrie hat im Mai viel mehr Aufträge eingeworben als erwartet. Die Auftragseingänge seien im Vergleich zum Vormonat um 4,4 Prozent gestiegen, teilte das Wirtschaftsministerium mit.
Befragte Volkswirte hatten mit einem deutlich geringeren Plus von weniger als einem Prozent gerechnet. Darüber hinaus wurde der Vormonatswert von einer Stagnation leicht nach oben revidiert. Damit sind die neuen Industrie-Aufträge nun schon den dritten Monat in Folge gestiegen, nachdem sie zuvor monatelang drastisch eingebrochen waren. Damit haben sich die Aussichten auf eine breiter angelegte Stabilisierung der Industrieproduktion gefestigt, kommentierte der Sprecher des Ministeriums. Starke Impulse gab es vor allem überraschend für die Kraftfahrzeugbranche. Die Besserungstendenzen sind aber branchenübergreifend, kamen aus dem In- und Ausland und erstrecken sich auf viele Wirtschaftszweige. Den stärksten Impuls erhielt die Industrie im Mai aus dem Ausland, dessen Orders um über 5 Prozent zulegten, während der Zuwachs aus dem Inland bei knapp 4 Prozent lag. Mit diesen Zahlen hat sich erstmals ein harter" Indikator verbessert, der also kein Stimmungsindikator ist. Denn drei Verbesserungen in Folge waren bisher immer ein untrügliches Zeichen für eine Wende, die über einen Lageraufbau hinausgeht.