Wie geht es jetzt bei den Rohstoffen weiter?
Andreas Lambrou in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 11. August 2010, 20:00 Uhr
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Ende Mai schrieb ich den Lesern des Rohstoff Investor: Im letzten Marktbericht schrieb ich davon, dass einige Warnzeichen sichtbar waren, die sogar für eine kurze Korrektur beim Gold und Silber sprechen könnten. Mein Hauptargument lautet ja, dass Rohstoffe von der Dynamik in China angetrieben werden. Deshalb spielt auch die Entwicklung der chinesischen Aktien, als Indikator für die Rohstoffpreise, eine erhebliche Rolle.
Betrachten Sie das Verhältnis des Shanghai Composite Aktienindex zum CRB Rohstoffindex:
Quelle: Stockcharts.com
Es fällt auf, dass der CRB Index eine relativ hohe Korrelation zum Shanghaier Aktienindex aufweist. Fallen die Aktien in China, dann fallen tendenziell auch die Rohstoffpreise und umgekehrt.
Nun höre ich ständig von einer Wachstumsabkühlung Chinas und einem erneuten Wirtschaftseinbruch in den westlichen Ländern. Sollte diese Entwicklung kommen, dann wären dadurch auch die Rohstoffe und hier besonders die Preise für Industriemetalle und Rohöl gefährdet.
Allerdings habe ich an dieser Abschwächungs-These einige Zweifel. So weist die Konjunktur in Europa und den USA immer noch grundsätzliche Wachstumstendenzen auf, auch wenn sich das rasante Erholungstempo zuletzt abgeschwächt hat und China ist im 1. Halbjahr um 11,1% gewachsen. Von dem erwarteten Wachstumsrückgang war bislang nur wenig zu spüren. Auch wenn ich zwar davon ausgehe, dass China im 2. Halbjahr langsamer wachsen wird, so teile ich die Blasenbefürchtungen vieler Ökonomen absolut nicht. Denn auf meinen Reisen nach China sehe ich immer noch eine weitgehend geordnete Wachstumsdynamik, die vor allem von der Binnennachfrage angetrieben wird. Zudem ist die vor wenigen Jahren neu gebaute Infrastruktur, bereits heute teils stark überbeansprucht, so dass man leicht weiteren Baubedarf für Straßen und Brücken sehen kann. Auch die Finanzierung von Eigenheimen geschieht in China nach wie vor zu 80% der Fälle in "Cash". Von einer Hypotheken- oder Immobilienkrise ist China deshalb noch weit entfernt. Auch eine Preisstagnation bei chinesischen Immobilien, wird auf den Bausektor kaum eine negative Auswirkung haben.
Keine Überhitzung von Chinas Wirtschaft
Bei meinen China-Reisen habe ich in diesem Jahr kaum Überhitzungsanzeichen festgestellt, jedenfalls nichts was auf eine landesweite Blase hindeutet. Noch nicht mal im Immobilienmarkt konnte ich eine "völlig verrückte" Entwicklung feststellen. Aber genau so eine verrückte Entwicklung müsste in solchen Volkswirtschaften vor Krisen auftreten. Solange wir aber erst am möglichen Anfang einer solchen Übertreibung bzw. Immobilienblase stehen, wäre es vorschnell, jetzt schon davor zu warnen.
Börsenerholung im 2. Halbjahr?
Die relativ schwache Entwicklung der chinesischen Börse signalisiert mir, dass schon viel Angst im Markt ist. Eigentlich ist dies kein Zeichen für eine bevorstehende Krise.
Die große Chance für Anleger für das 2. Halbjahr liegt also darin, dass sich die Angst vor einem globalen Konjunktureinbruch als unbegründet herausstellt. Neue Hochs bei den China-Investments und Rohstoffen wären dann vorprogrammiert.
Zuversichtlich sieht vor allem auch der chinesische Aktienmarkt aus. Nach dem Börsengang der Agricultural Bank of China, erholt sich dieser schon deutlich sichtbar und rasant.
Dies wirkt sich dann auch auf die Rohstoffpreise aus.
Fakt ist jedenfalls, dass die Bewertungen in verschiedenen Sektoren schon wieder so günstig sind, dass hier schon ein deutlicher Wachstumsrückgang eingepreist ist.
Angst vor einer weltweiten Rezession habe ich nicht.
Herzliche Grüße
Andreas Lambrou
Hinweis: Weitere Informationen zu Andreas Lambrou und seinem Börsendienst Rohstoff Investor finden Sie hier: Rohstoff Investor
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