Wie funktioniert die Positionsgrößenbestimmung beim Geldmanagement?
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne
vom 23. August 2011, 08:30 Uhr
Der Kontostand ist bei der Positionsgrößenbestimmung eine feste Größe - zumindest zum Zeitpunkt der Orderaufgabe -, beim Maximal-Risiko gibt es aber natürlich variable Stellgrößen, die für die Verlustbegrenzung über die Positionsgröße wichtig sind. So hängt die Positionsgrößenbestimmung beispielsweise vom Anlegertyp und seinem Risikoprofil ab. Ein leicht nachvollziehbares Modell zur Positionsgrößenbestimmung im Rahmen des Geldmanagements ist dabei folgender Ansatz:
1.) Wohlfühlzone:
Bei welcher Verlustgröße (in Euro) fangen ihre Hände noch nicht an zu schwitzen? Was können Sie an Verlust pro Handelstag verschmerzen, ohne unruhige Nächte zu verbringen? Dieser Euro-Betrag ist beim Geldmanagement ihr Maximal-Risiko pro Handelstag und somit für die Bestimmung der Positionsgröße wichtig!
2.) %-Regelung:
Legen Sie fest, wie hoch ihr Verlust pro Trade in Bezug auf ihren Kontostand sein darf. Dabei müssen Sie bedenken, dass auch erfahrene Trader immer wieder mit Verlust-Serien zu kämpfen haben. Daytrader agieren je nach Risikoneigung und Trade-Frequenz im Bereich zwischen 0,5% und 2,5% je Trade. Dieser Prozentsatz kann z.T. erhebliche Auswirkungen auf die Positionsgröße haben.
Beispiel zur Positionsgrößenbestimmung:
Sie wollen im Rahmen des Geldmanagements eine Positionsgrößenbestimmung durchführen und haben dabei eine Wohlfühlzone, die bei einem Tagesverlust von 2.000.- Euro jäh endet. Außerdem handeln Sie mehrmals am Tag, was zu mehreren offenen Positionen führen kann. Dementsprechend wollen Sie pro Trade nur" 2% ihres Kontos riskieren, damit das Gesamtrisiko nicht zu stark ansteigt. Durch diese Erkenntnis haben Sie schon die Vorgaben zur idealen Positionsgrößenbestimmung für das Geldmanagement festgelegt.
- Bei einem Kontostand von 20.000.- Euro sind das 400.- Euro (2%) pro Trade.
- Der Maximal-Verlust pro Handelstag beschränkt die parallel laufenden Trades somit auf maximal 5 Positionen (2.000.- / 400.-).
In den Grenzen der beiden Stellgrößen lässt sich nun bei jedem Trade die Positionsgrößenbestimmung durchführen. Angenommen, die Aktie, die Sie handeln möchten, kostet 50.- Euro und den Stopp setzen Sie aus charttechnischen Gründen bei 49,50 Euro an. Aufgrund ihres Risikos pro Trade von maximal 400.- Euro und pro Aktie von 0,50 Euro, können Sie also 800 Stücke ordern (Gesamtwert: 40.000.- Euro). Somit lautet die optimale Positionsgröße in diesem Beispiel 800 Stück. Sie sehen, so einfach kann die Positionsgrößenbestimmung sein!
Zur besseren Visualisierung können Sie sich auch gerne das Tradingvideo zu diesem Thema ansehen. Videos für Trader
Traden werde ich erst wieder am 12. September. Dann lesen Sie also wieder von meinen Trading-Ideen. Solange versorge ich Sie mit Theorie-Wissen.
Einen erfolgreichen Handelstag wünscht Ihnen
Till Kleinlein
Chefredakteur CFX Trader Kolumne