Wie erwartet: Stimmung dreht sich wieder /Euro unter Druck
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 30. Januar 2009, 12:00 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
leider hat die leicht positive Stimmung vom Wochenbeginn nicht lange vorgehalten. Stattdessen hat sich die Stimmung - wie ich am Mittwoch erwartete - wieder umgekehrt! Die Bad Bank Freude hat offenbar nicht lange angehalten. Mittlerweile haben sich die Unsicherheiten in Bezug auf diese Pläne verstärkt.
Doch das ist nicht alles! Wie nicht weiter schwer vorauszusehen war, drücken mittlerweile wieder deutlich negative Wirtschaftsdaten- und Prognose auf die Stimmung:
Beispiel Japan: die japanische Industrieproduktion ist im Dezember um 9,6 % eingebrochen gegenüber dem Vormonat. Die Arbeitslosenrate ist auf 4,4 % gestiegen, Ausgaben für Immobilien um 4,6 % eingebrochen.
Beispiel USA: hier stehen die aktuellen Daten noch für heute zur Veröffentlichung an, doch erwartet wird nichts positives. Einer Bloomberg-Umfrage zufolge ist das US-BIP in den Monaten zwischen Oktober und Dezember um 5,5% eingebrochen. Das würde bedeuten, dass die größte Volkswirtschaft der Welt mit der höchsten Geschwindigkeit seit 1982 schrumpft.
Doch es war zu erwarten: die negativen Wirtschaftsdaten reißen nicht so einfach von einem Tag auf den anderen ab.
Doch trotz der Hiobsbotschaften und Hiobserwartungen" aus Japan und den USA bedeutet dies im Umkehrschluss nur wieder eine Verschlechterung der Stimmung und damit einhergehend Risikoflucht in die erklärten Safe Haven Währungen - es entbehrt nicht einer gewissen Komik - USD und JPY.
Auf der anderen Seite schwebt aber auch gerade über einer möglichen Alternative Euro das Damoklesschwert an einem äußerst dünnen Faden. Einer Bloomberg-Umfrage zufolge ist Europas Inflationsrate auf 1,4 % gefallen, während die Arbeitslosigkeit auf 7,9 % gestiegen ist. Zum Druck auf den Euro haben zudem mit Sicherheit die Kommentare von Investmentlegende und Milliardär George Soros beigetragen, der mittlerweile ebenfalls die Überlebensfähigkeit" der europäischen Einheitswährung anzweifelt.
Nun, mittlerweile ist jedenfalls die leichte EUR/USD-Erholungsrallye vom Wochenbeginn wie erwartet beendet. EUR/USD notiert aktuell bei 1,2838. Sollte EUR/USD die 1,2830 nachhaltig nach unten durchbrechen, könnte EUR/USD kurzfristig auch die 1,2750 erreichen.
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