Wie die Wirtschaft zu retten ist...
Mark Skousen in Investoren Wissen
vom 16. Januar 2007 16:00 Uhr
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„Was ist Weihnachten anderes als eine Zeit, Rechnungen zu bezahlen, ohne Geld zu haben.“ Ebenezer Scrouge, A Christmas Carol
Lieber Leser,
Einen Tag nach Weihnachten begrüßte ich einen Postmitarbeiter und fragte ihn, wie denn Weihnachten verlaufen sei. Er überraschte mich mit: „Nicht gut, danke.“ „Warum nicht?“, fragte ich ihn. „Wir haben wirklichen Geist der Weihnacht verloren.“ Bedauerte er. „Jetzt geht es nur noch darum, Geld, das wir nicht haben, für Geschenke auszugeben, die wir eigentlich nicht wollen.“
Ich hatte einen Ebenezer Scrouge unserer Zeit getroffen.
Die Zeitungen sind dieser Tage voller Artikel, die beschreiben, wie wichtig das Käuferverhalten für eine gut laufende Wirtschaft ist. Aber das ist gar nicht wahr...
Kosten uns die Weihnachtseinkäufe 10 Mrd Dollar im Jahr?
Die Zahlen des Einzelhandels schnellten um 15 % während der letzten zwei Monate des Jahres nach oben. Laut der National Retail Federation werden die Verbraucher in den USA 457 Mrd Dollar in diesen Ferien ausgegeben haben, ca. 4000 Dollar pro Haushalt. Millionen Bücher, Krawatten, Schmuck, Bilderrahmen und Haushaltsgeräte gehen jedes Jahr an Freunde und Verwandte, die diese Geschenke nicht wollen.
Dieser soziale „Verlust“ kann bis zu 10 Mrd Dollar im Jahr betragen, sogar nach dem Geschenke-Umtausch, so besagen verschiedene Studien.
Es gibt einen bekannten Artikel eines Wharton Ökonomen namens Joel Waldfogel (American Economic Review, Dezember 1993), der darstellt, dass das übertriebene Schenken während des Dezembers eine sehr ineffiziente Art ist, Verbraucher und Konsumgüter zusammen zu bringen. Er und andere Ökonomen behaupten, dass es wirtschaftlich weit besser ginge, wenn die Käufe gleichmäßiger über das Jahr verteilt wären.
Also, was treibt die Wirtschaft tatsächlich an?
Die Unternehmen, nicht das Konsumentenverhalten!
Die Idee, dass das Konsumentenverhalten das Herzblut der Wirtschaft sei, ist ein Ammenmärchen. Die nationalen Medien und die Wall Street unterlagen einer Gehirnwäsche durch diese konventionelle Keynesianische Weisheit.
„Oh, wenn nur das Weihnachtsgeschäft so wäre wie das letzte“, sagen die Advokaten des Konsumentenverhaltens. Egal wie es im Januar läuft, wenn die Rechnungen fällig werden und die Konsumenten weniger ausgeben, um für ihre verschwenderischen Gewohnheiten zu zahlen.
Was würde passieren, sollten die Verbraucher aufhören, an Weihnachten Geschenke zu machen? Schrecken über Schrecken, der Verbrauch könnte heruntergehen und die Sparkonten steigen. Wie furchtbar!
Das erinnert mich an die Kommentare der Medien, nachdem Bushs Steuerermäßigungen in Kraft traten. Ich kann mich gut an einen Kommentator erinnern, der folgendes sagte: „Falls die Verbraucher die Steuerermäßigungen sparen, wird dies nicht zur Erholung der Wirtschaft beitragen.“
Was für ein Unsinn. Hier folgen einige gängige Missverständnisse darüber, was die Wirtschaft am Laufen hält und die entsprechenden Fakten:
1. Der Konsum entspricht 70 % der Wirtschaft.
Der Verbrauch entspricht nicht 70 % des Wirtschaftsvolumens. Es entspricht 70 % des Bruttoinlandsproduktes und dieses ist nur der Wert aller Endprodukte und Dienstleistungen. Wenn Sie die Ausgaben aller Stufen der Produktion betrachten, entspricht der Verbrauch etwa 30 % des Ausgabevolumens der Wirtschaft. Währenddessen betragen die Unternehmensausgaben, inklusive Kapitalgüter und Großhandel, über 50 % der Wirtschaft.
2. Das Verbraucherverhalten und die Einzelhandelszahlen sind Leitindikatoren.
Nicht richtig. Die große Mehrheit der Leitindikatoren befindet sich auf der Produktionsseite:Neue Aufträge der Produzenten, Baugenehmigungen, echter Geldzufluss und der Aktienmarkt.
3. Das Verbraucherverhalten ist die Ursache des wirtschaftlichen Wachstums.
Die Ausgaben der Verbraucher sind genau genommen der Effekt des wirtschaftlichen Wachstums. Neues Wachstum kommt von der Produzentenseite: Einsparungen, Investitionen, Produktivität und technologische Weiterentwicklungen. Dazu ein Beispiel, dass die These belegt: Die Einwohner Seattles wurden erst große Einkäufer, nachdem Bill Gates und Microsoft Windows erschufen, ein technologischer Durchbruch.
4. Ein Rückgang des Verbrauchs und ein Wachstum der Sparkonten könnte einen wirtschaftlichen Abschwung oder ein Absacken verursachen.
Wieder einmal, nicht richtig. Erhöhte Sparaufkommen würden zu einem Fall der Zinsen führen, welches wiederum die Unternehmen ermutigen würde, Geld zu leihen, um ihre Werkzeuge, ihre technische Ausstattung zu verbessern, ebenso wie den Produktionsprozess. Sie könnten ihre Mitarbeiter besser ausbilden und neue Kapitalgüter kaufen. Vermehrte Ausgaben der Unternehmen und vermehrte Neueinstellungen (Jobs) hat eine Erhöhung der Konsumausgaben zur Folge.....
Die Wall Street hatte mit 2006 ein gutes Jahr aufgrund der vermehrten Unternehmensausgaben, der globalen Produktivität und der technologischen Entwicklungen. Die Konsumenten gaben mehr Geld zu Weihnachten aus, weil gute Unternehmensbedingungen vorherrschen und sich geringere Zinssätze andeuten, nicht umgekehrt.
CNBC Kommentator Larry Kudlow drückte es treffend aus: „Obwohl nicht einer von Tausend es bemerkt, die Unternehmen, nicht die Verbraucher, sind das Herz der Wirtschaft. Prosperierende Unternehmen schaffen Arbeitsplätze und mit dem verdienten Geld können die Verbraucher einkaufen gehen.“
Jetzt sind Sie einer der „einer von Tausend“, der versteht, wie die Wirtschaft wirklich funktioniert. Dieses wird ein gutes Aktienjahr, nicht weil der Einzelhandel zu Weihnachten zufrieden ist, sondern aufgrund von Zinssätzen, einem Boom-Exportmarkt und der erhöhten globalen Produktivität.
Beginnen Sie jetzt mit ihren Investments.
Viel Erfolg
Mark
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