Wie bedeutend ist die Produktion von Palladium im Unternehmensverbund?
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Rohstoffe
vom 26. Januar 2010, 17:00 Uhr
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Kommen wir nun nach dem ersten Überblick also dazu, ob das Unternehmen Norilsk Nickel für Sie überhaupt interessant sein kann, um es als Anlage auf einen stiegenden Palladiumpreis zu betrachten. Dazu müssen wir uns die Geschäftszahlen genauer ansehen. Denn obwohl Norilsk Nickel der größte Palladiumproduzent weltweit ist, bleibt bei diesem großen Unternehmen die Frage, welchen Anteil dessen Erlös überhaupt an der gesamten Unternehmensbilanz beträgt. Wird das Gesamtunternehmen also von einem Anstieg des Palladiumpreises deutlich (am besten überproportional) profitieren?
Ausgehend vom jüngsten komplett vorliegenden Jahresbericht 2008 sehen wir uns also einmal an, welche Erträge das jeweilige Metall in Millionen US-Dollar erbrachte:
| Rohstoff | 2008 | 2007 |
| Nickel | 6.081 | 10.216 |
| Kupfer | 2.893 | 2.948 |
| Palladium | 1.282 | 1.325 |
| Platin | 1.420 | 1.272 |
Natürlich schwankt das in einem Jahr erzielte Ergebnis je nach Produktionsmenge und erzieltem Preis. Daher sind auch gleich die zwei vergangenen Jahre aufgeführt. Der erzielte Erlös wiederum hängt nicht nur vom Weltmarktpreis, sondern auch von eventuell vorliegenden längerfristigen Lieferverträgen der Firma und möglichen Absicherungspositionen (Stichwort Hedging) ab.
Ergebnis: Norilsk Nickel ist nicht die ideale Anlage für einen Palladium-Bullen
Das Ergebnis bei Norilsk Nickel ist für einen an dieser Firma interessierten Palladium-Bullen erst einmal ernüchternd. Obwohl Norilsk Nickel der größte Palladium-Produzent der Welt ist, hängt der erzielte Erlös des Unternehmens nur zu einem prozentual relativ geringen Prozentsatz vom Palladium ab. Die Industriemetalle Nickel und Kupfer spielen eine wesentlich größere Rolle für die Entwicklung der Aktie. Wer also auf Norilsk Nickel setzen würde, um von einem steigenden Preis des Palladiums zu profitieren, hätte auf das falsche Pferd gewettet.
Suchen Sie nach dem perfekten Hebel auf den Rohstoffpreis
Lassen Sie sich von diesem Ergebnis nicht entmutigen. Es hat uns zu einer sehr wichtigen Erkenntnis gebracht: Wenn Sie die optimale Aktie suchen, um von der Preisentwicklung eines bestimmten Rohstoffs zu profitieren, kommt es weniger darauf an, welche Rolle diese Aktie im entsprechenden Rohstoffmarkt spielt. Viel wichtiger ist, wie stark der "Hebel" ist, den eine Veränderung im Preis des Rohstoff auf die Kursentwicklung der Aktie haben wird. Er fällt umso größer aus, je höher der Anteil dieses Rohstoffs am gesamten Ertrag des Unternehmens ist bzw. nach einem Preisanstieg sein wird. An obiger Tabelle können Sie erkennen, dass die Industriemetalle bei Norilsk Nickel so dominant sind, dass sie bei der derzeitigen Verteilung der Rohstoffproduktion die Kursentwicklung der Aktie immer dominant beeinflussen werden.
Neuigkeiten aus Haiti
Bevor wir uns am Freitag einen weiteren Produzenten von Palladium ansehen werden, möchte ich Ihnen noch kurz von Neuigkeiten berichten, die ich in der vergangenen Nacht aus Haiti erhalten habe. Während die Katastrophenberichterstattung in den meisten Medien bereits wieder verstummt ist, kann die internationale Unterstützung jetzt erst richtig anlaufen. Diese ist aber dringend nötig, denn noch immer konnten unzählige Opfer kaum versorgt werden, weil die Hilfe nur unter größten Schwierigkeiten zu ihnen gelangen kann.
Stündlich kommen jetzt neue Hilfsgüter ins Land
Die Hilfsorganisation Shelterbox, über die ich Ihnen am 15.01.2010 berichtet hatte, schickte mir ein erstes Update: 1.960 Überlebenskisten für jeweils 10 Personen konnten bereits nach Haiti gebracht werden, weitere 1.190 sind auf verschiedenen Wegen dorthin unterwegs. Vier Zeltstädte wurden in der Umgebung der Hauptstadt errichtet. Hunderte von Zelten wurden an Krankenhäuser übergeben, damit die medizinische Versorgung der Überlebenden verbessert werden kann. Auch Spielzeug für die unzähligen verletzten Kinder kam bereits an.
Quelle: The Shelterbox Trust
Natürlich ist das erst ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Vereinten Nationen sprechen bereits von der größten Herausforderung aller Zeiten, um diese vielen Opfer in den kommenden Wochen oder gar Monaten medizinisch und mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Umso wichtiger ist es, die schwierige Arbeit der Hilfsorganisationen vor Ort weiter zu unterstützen. Informationen zu Möglichkeiten finden Sie in den Berichten unserer Verlagsleiterin Frau Witscher über das Hospital Albert Schweitzer und von mir am 15.01. zu Shelterbox. Die vielen Opfer brauchen Ihre Hilfe!
Bis Freitag, herzliche Grüße,
Ihre Daniela Knauer
