Wichtige US-Wirtschaftsdaten, Teil 2
Daniel Wilhelmi in Profit Radar
vom 20. Oktober 2006 19:00 Uhr
ENL5454
Die von mir am Dienstag angesprochenen wichtigen CPI-Zahlen sind nun da. Und sie sind im Rahmen der Erwartungen ausgefallen. Wie von mir erwartet, sind die US-Verbraucherpreise also im September um -0,5% gefallen. Damit konnten sogar die Durchschnittsschätzungen von -0,3% übertroffen werden (ermittelt von Dow Jones Newswires aus der Befragung von 24 Analysten).
Aber dieser Rückgang um -0,5% lag, wie ich Ihnen bereits vor der Veröffentlichung der Zahlen erläutert hatte, lag an den fallenden Energiepreisen: Die Energiepreise fielen im Analysezeitraum um -7,2%. Besonders wichtig: Benzin klatschte gleich um -13,5% nach unten und Heizöl ging um -6,1% zurück. Das hilft natürlich gewaltig.
Doch ich hatte ja am Dienstag erläutert, dass diese Zahl, auch wenn sie sogar besser als erwartet ausfiel (je niedriger die Preissteigerungen, desto geringer die Inflationssorgen der FED), nicht relevant ist. Relevant ist die Kerninflationsrate ohne Energie. Und die stieg wie erwartet um +0,2% an und traf damit genau die Analystenschätzungen. Und jetzt wird es spannend: Die Mietkosten stiegen dabei einmal mehr überproportional um +0,4%.
Diese Patt-Situation des CPI (Kerninflationsrate steigt, der Gesamt-CPI fällt) kann in den kommenden Monaten weiter anhalten, wenn sich die Energiepreise einpendeln, denn in den USA wird ein milder Winter erwartet. Damit ist für viele Volkswirte klar, dass die FED ihre Zinspolitik nicht ändern wird. Die Begründung: Der CPI fällt ja nur wegen den Energiepreisen und die Kernrate steigt weiter an.