Wichtige Konjunkturdaten in dieser Woche

Ronald Gehrt in Kapitalschutz Akte zum Thema Weitere Börsenthemen
vom


von Ronald Gehrt

Die Arbeitsmarktdaten fielen zwar so aus wie befürchtet ... sprich zeigten bereits erste Anzeichen von Erosion im Sturm des einbrechenden Immobilienmarkts ... belasteten den Aktienmarkt aber kaum. Man darf gespannt sein, ob auch die dieswöchigen Daten zur Gelassenheit Anlass geben. Mit Blick auf die in zehn Tagen anstehenden Inflationszahlen vermute ich in jedem Fall gute Nachrichten und positive Kursreaktionen ... aber bis dahin steht noch einiges an, so bin ich z.B. hinsichtlich der Einzelhandelsumsätze skeptisch. Allerdings – es erwartet uns eine eher ruhige Woche.


Spannend wird aber vor allem die Veröffentlichung des Protokolls der letzten Notenbanksitzung (Mittwoch). War die zu schnell abkühlende US-Konjunktur wirklich kein Thema? Wurde die Möglichkeit von Zinssenkungen nicht einmal diskutiert? Wir dürfen höchst gespannt sein, was wirklich besprochen wurde. Ich kommentiere den Protokoll-Inhalt wie gewohnt zeitnah und ausführlich am Donnerstag früh!

Freitag, 06. Oktober 2006 (Nachtrag)

14:30 Uhr: US-Arbeitsmarktdaten für September

Die Zahl neu geschaffener Arbeitsplätze in den USA stieg im September nur um 51.000 und blieb damit sehr deutlich unter den Erwartungen von 115.000-120.000. Das war ein klares Signal dafür, dass die Abkühlung der US-Wirtschaft jetzt auch Konsequenzen für den Arbeitsmarkt hat – was letztlich aber zu erwarten war. Dennoch:

Dass die Reaktion der Aktienmärkte nicht allzu negativ ausfiel, lag an den anderen Komponenten des Datenpakets: Mit 4,6% lag die Arbeitslosenquote ein Zehntel Prozent niedriger als im Vormonat. Und der Anstieg der durchschnittlichen Stundenlöhne, ein sehr guter Indikator für den Kostendruck der Unternehmen einerseits und die Inflationsrisiken andererseits, fiel mit nur 0,2% niedriger und damit günstiger aus als erwartet.

Dienstag, 10. Oktober 2006

11:00 Uhr: DIW-Konjunkturbarometer für Oktober

Am Vormittag werden mit dem Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung die ersten Stimmungsdaten für diesen Monat aus Deutschland auf den Tisch kommen.

Mittwoch, 11. Oktober 2006

16:30 Uhr: Wöchentliche Rohöl-Lagerbestände in den USA

Aktuell konsolidiert der Ölpreis in einer Spanne zwischen 59 und 63 Dollar seitwärts. Faktisch jedoch ist das Ausbleiben der Hurrikans in diesem Jahr ebenso wie die reichlichen Lagerbestände ein Argument für weiterhin fallende Kurse. Können die dieswöchigen Daten die Abwärtsdynamik neu entfachen, wenn sie erneut – wie in den Wochen zuvor – weit über den Prognosen ausfallen sollten oder geht die Bodenbildung weiter?

20:00 Uhr: Veröffentlichung des Protokolls zur Notenbanksitzung vom 20. September

Das ausführliche Protokoll der Sitzung wird zeigen, ob die US-Notenbanker im September tatsächlich nur die Füße hochgelegt und das Statement der vorherigen Sitzung abgeschrieben hatten ... oder ob hinter den Kulissen doch das Risiko einer Rezession diskutiert wurde!

Freitag, 13. Oktober 2006

14:30 Uhr: US-Einzelhandelsumsätze für September

Die Einzelhandelsumsätze – einer der Kernpunkte der aktuellen Diskussion über die Richtung, welche die US-Konjunktur in den kommenden Monaten einschlagen wird. Im August war eine deutliche Stagnation zu verzeichnen. Einerseits erfreulich, da damit die Risken für inflationäre Tendenzen sinken, andererseits aber mit Sorge betrachtet, weil es schon zuviel der Abkühlung sein könnte, denn:

Wenn der US-Wirtschaft eine Abkühlung ohne Rezession gelingen soll, bedarf es stabiler Elemente. Der Immobilienmarkt bricht unübersehbar ein und hat eine hohe Sogwirkung auf Arbeitsmarkt und Kreditentwicklung. Also muss der private Konsum diese Stabilisierung bringen. Dabei ist dessen inflationstreibendes Element zwar unübersehbar, dürfte aber von den Marktteilnehmern akzeptiert werden, da man nach den jüngsten Kommentaren vermutet, dass auch die US-Notenbank eine erhöhte Preissteigerung hinnehmen wird, um die Konjunktur nicht zu weit abrutschen zu lassen. Also:

Besser festere Daten! Sollten die ohnehin geringen Erwartungen deutlich unterschritten werden, erwarte ich eine klar negative Reaktion am Aktienmarkt – wenn die Umsätze jedoch deutlicher zulegen, geht die Rallye weiter! Für September liegen die Erwartungen bei +0,1% in der Gesamtrate (August +0,2%) und bei –0,1% in der Kernrate ohne die volatilen Kraftfahrzeug-Umsätze (August +0,2%).

15:50 Uhr: Verbrauchervertrauen der Uni Michigan für Oktober (erste Schätzung)

Das Verbrauchervertrauen ist ein Indiz für die Konsumentwicklung in den USA. Wenngleich es sich hierbei nur um Meinungsumfragen handelt, ist deren Wirkung auf die Aktienmärkte dennoch nicht zu unterschätzen. Denn im Gegensatz zu den genaueren Einzelhandelsumsätzen sind diese Daten brandaktuell. Sie zeigen also mögliche Veränderungen im Konsumentenverhalten schnell an, während man bei den Einzelhandelsumsätzen nur Daten aus der Vergangenheit erhält.

Die jüngsten Daten des von der Uni Michigan erhobenen Index zeigten eine deutliche Verbesserung der Stimmung, die vor allem natürlich auf die wieder fallenden Ölpreise zurückzuführen ist. Die Prognosen sehen eine Stabilisierung dieses hohen Werts: Erwartet wird ein Stand von 86,0 nach 85,4 Ende September. Die endgültigen Daten für Oktober folgen wie immer zwei Wochen später.


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