Wichtig: Die Asset Allocation
Dr. Steve Sjuggerud in Investors Daily
vom 28. Oktober 2004 18:00 Uhr
ENL5454
Die Asset Allocation – also die Vermögensaufteilung – ist sehr wichtig. Vielleicht ist sie das Wichtigste überhaupt beim Investieren. WIE Sie Ihr Vermögen auf die drei Hauptgruppen – Aktien, Anleihen und Bargeld – verteilen, ist wesentlich wichtiger als die Frage, WELCHE Aktien, Anleihen und Fonds Sie wählen sollten ...
Stellen Sie sich die Vermögensaufteilung vor wie eine ausgewogene Diät: Eine Diät aus reinem Fleisch würde Sie töten. Eine Diät, die nur aus Gemüse besteht, wird sie wahrscheinlich nicht töten, aber sie werden nicht mehr so viel Energie haben. All das wissen wir schon. Und wir wissen, dass eine ausgewogene Ernährung uns am besten fit hält – deshalb spreche ich hier von einer "ausgewogenen Diät".
Dasselbe gilt für Investments. Investoren mit einer reinen "Aktien-Diät" sind daran in den letzten Jahren zugrunde gegangen. Anleihen-Investoren (ähnlich wie reine Brokkoli-Esser) sind daran nicht gestorben – höchstens vor Langweile – weil Anleihen einfach nicht von Interesse sind. Wir wissen, dass eine Mischung aus Aktien und Anleihen auf lange Sicht gesehen, das Beste und Gesündeste für Ihre Finanzen sind und gleichzeitig vor einem "Portfolio-Herzanfall" schützen.
Angesehene Studien (von Gary Brinson, 1986 und 1991) beweisen, dass sich über 90 % der Portfolio-Performance und Variabilität mit der Vermögensaufteilung erklären lassen – der Mischung aus Aktien, Anleihen und Bargeld. Die restlichen 10 % hängen von marktabhängigen Faktoren wie Timing und Aktienauswahl ab. Das macht Sinn. Wenn Sie zu 100 % Aktien haben, und der Markt plötzlich um 20 % fällt, ist die Chance ziemlich groß, dass auch Ihr Vermögen um 20 % fällt – völlig unabhängig von den einzelnen Aktien, die Sie letztendlich ausgewählt haben. Und wenn Sie sich zu 100 % für Anleihen entschieden haben und diese 5 % hinzugewinnen, ist die Chance groß, dass Ihnen auch Ihr Anleihen-Portfolio 5 % Zuwachs bringt.
Ganz klar: Die wichtigste Entscheidung ist die, wie Sie Ihren Vermögens-Kuchen aufteilen. Falls die Studien über Portfolio-Performances zumindest halbwegs richtig sind (ganz intuitiv gesehen, machen sie Sinn), würde das bedeuten, dass allzu langes Nachdenken über die richtige Aktie verschwendete Zeit ist – weil die Flut nämlich alle Schiffe ansteigen lässt. (Und die Ebbe leider den gegenteiligen Effekt mit sich bringt, was natürlich auch für Aktien gilt.)