Wetten mit Stahlaktien
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Nebenwerte
vom 15. Juni 2009, 17:00 Uhr
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In kaum einem Sektor waren die letzten Wochen so spannend wie in der Stahlbranche. Viele Stahlaktien haben zuletzt eine Rallye hingelegt, vor allem die kleinen Branchenvertreter wie SKW konnten sich stark erholen. Doch angesichts der mäßigen Produktionsauslastung vieler Stahlkocher könnte die Luft für einen weiteren Kursanstieg nun dünn werden.
Doch es gibt auch gute Nachrichten und sehr hoffnungsvolle Ansätze. Salzgitter z.B prescht vor und erhöht die Preise ab Juli um 20 Euro pro Tonne für alle Produkte. Außerdem wurden weitere Erhöhungen für September angekündigt. Trotz dieser Machtdemonstration der Anbieter ist noch keine Entscheidung darüber gefallen, ob die Trendwende der Branche bereits vollzogen ist. Zwar sind die Auftragseingänge im März und April gegenüber Januar und Februar um 20 Prozent gestiegen, doch könnte es sich hierbei lediglich um Basiseffekte handeln. Vor allem die Flaute bei den Kunden aus der Autoindustrie und aus dem Maschinen-bau setzt die Stahlindustrie unter Druck, die bereits die Hälfte der deutschen Hochöfen still gelegt hat.
Dennoch halte ich Stahlaktien für interessant, vor allem nach einer etwaigen Korrektur. Denn die Marge wird ja nicht nur vom Verkaufspreis des Rohstahls, sondern auch von den Energiepreisen und den Kosten für Vorprodukte beeinflusst.
Die Kosten sinken
In den vergangenen Wochen wurden die Hersteller im Einkauf stark entlastet, da die Energiekosten und Aufwendungen für Vorprodukte um einiges gegenüber den Vorquartalen gefallen sind. Auch dies ist ein Anzeichen der geringen Kapazitätsauslastung, da auch die Lieferanten über hohe Lagerbestände klagen.
Die schweizerische UBS-Bank z.B. schätzt die Produktionsauslastung der Branche außerhalb Chinas bei nur 60 Prozent. Aus diesem Grund betrachtet die Bank weitere deutliche Stahlpreiserhöhungen auch als unwahrscheinlich und warnt vor übertriebenen Hoffnungen für den Sektor und deren Aktien. Immerhin haben sich Stahlaktien seit März um 70 bis 90 Prozent verteuert. Einige konnten außerdem Finanzierungen erhalten und Anleihen platzieren. Die Wandelanleihe der Klöckner AG über 100 Millionen Euro konnte z.B. in zwei Stunden erfolgreich im Markt platziert werden. Das signalisiert also das Interesse der Investoren trotz der bisher gesehen Kursgewinne. Ich würde den Sektor sehr genau im Auge behalten. Konkrete und unabhängige Empfehlungen auf die Nebenwerte dieses Sektors erhalten Sie wie gewohnt im NebenwerteInsider des Kollegen M. Schrade.
Lassen Sie sich nicht die Laune verderben nur weil Montag und kein Feiertag mehr in Aussicht ist, es regnet und die Kurse heute fallen. Gute Gelegenheiten finden sich an jedem Tag.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr Klaus Buhl
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