Wesentliche Merkmale von Optionen II
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Derivate & Hebelprodukte
vom 26. Januar 2012, 20:45 Uhr
ENL5454
Herzlich Willkommen, denn heute ist wieder Optionsstrategien-Tag, wie ab jetzt jeden Donnerstag! Sie mögen sich erinnern: in der letzten Ausgabe vom vergangenen Donnerstag, haben wir uns in der Neueinsteigerserie zuletzt mit den wesentlichen Merkmalen einer Option beschäftigt.
Hier noch einmal die wesentlichen Merkmale: Call oder Put, Strikepreis, Basiswert, Bezugsverhältnis, Laufzeit und Preis der Option (Prämie).
Und wie sieht das nun in der Praxis aus?
Nehmen wir an der Basiswert sei Aktie A.
Der Strikepreis liegt bei 50 Euro.
Das Bezugsverhältnis liegt bei 1:1.
Die Laufzeit beträgt 1 Jahr.
Der Preis der Option beträgt 10 Euro.
Und Sie wollen einen Call erwerben.
Dann heißt das im Klartext nichts anderes, als dass Sie zum Preis von 10 Euro einen Call auf Aktie A erwerben können. Damit erhalten Sie das Recht, nicht aber die Pflicht am Ende der Laufzeit (europäische Variante) oder zu jedem Zeitpunkt während der Laufzeit (amerikanische Variante) durch die einmalige Zahlung von 10 Euro als Preis für die Option den Basiswert, also die Aktie A zum vorher festgelegten Strikepreis von 50 Euro zu kaufen.
Aufgrund des festgelegten Bezugsverhältnisses von 1:1 erhalten Sie für eine Option das Recht eine Aktie zu kaufen.
Im Gegenzug verpflichtet sich in diesem Szenario der Verkäufer, also der Emittent (auch Stillhalter genannt) für den Preis von 10 Euro ein Stück der Aktie A zum festgelegten Preis von 50 Euro während oder am Ende der Laufzeit an Sie zu verkaufen.
Deshalb wird der Optionspreis auch Prämie genannt. Denn es ist die Prämie, welche Sie an den Verkäufer/Stillhalter bezahlen, damit dieser seiner Verpflichtung (ja der Stillhalter geht eine Verpflichtung ein, im Gegensatz zum Käufer), Aktie A zum festgelegten Preis an Sie zu verkaufen, nachkommt.
Das alles gilt "umgekehrt" auch für Put-Optionen. Der Unterschied ist hier, dass Sie das Recht erwerben einen Basiswert zum vorher festgelegten Strikepreis zu verkaufen, anstelle zu kaufen. In unserem Beispiel würden Sie also für 10 Euro das Recht, aber nicht die Pflicht erwerben, während oder am Ende der Laufzeit Aktie A zum festgelegten Strikepreis von 50 Euro an den Verkäufer der Option zu verkaufen. Der Verkäufer der Option wiederum verpflichtet sich, sich von Ihnen (wenn Sie die Option ausüben) Aktie A zum Preis von 50 Euro verkaufen zu lassen. Dafür erhält er die Prämie von 10 Euro.
So viel einmal für heute...im 2.Teil geht's mit den Double-Diagonal-Spreads weiter...
Zum zweiten Teil von: Double Diagonal Spreads Repetitorium III
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Rainer Althoff (27.01. 2012 10:24 Uhr):
Aha. Und was ist ein Discount call, z.B. auf einen Index? wenn dieser vierstellig ist, und der Schein z.B. 0,5 Euro kostet, was ist dann am Ende der Laufzeit? Ich bekomme dann ja sicher nicht den Wert des Indexes (Beispiel DE813u)
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