Wesentliche Merkmale von Optionen
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Derivate & Hebelprodukte
vom 19. Januar 2012, 20:45 Uhr
ENL5454
Heute geht es, wie ab sofort jeden Donnerstag, mit den Optionsstrategien weiter. Und wie in der vergangenen Woche gibt es im 1.Teil den Kurs für Neueinsteiger und im 2.Teil die Fortsetzung der Optionsstrategien-Reihe, aktuell mit dem Double Diagonal Spread.
In der letzten Woche haben wir uns im 1.Teil eine generell Unterscheidung von Optionen und Optionsscheinen angesehen und ich habe Ihnen erklärt, warum ich im Laufe dieser Reihe ausschließlich über Optionen sprechen werde, denn mit diesen ergibt sich eine Vielzahl an möglichen Strategien.
Doch nun sollten wir erst einmal abklären, was Optionen überhaupt sind.
Die wesentlichen Merkmale einer Option
Eine Option ist ein derivatives Finanzinstrument (im Grunde ein bedingtes Termingeschäft), welches das Recht, aber nicht die Pflicht (ganz wichtig, denn Optionen müssen nicht ausgeübt werden, der Optionskäufer kann die Option auch verfallen lassen) verbrieft, ein bestimmtes Underlying (z.B. eine Aktie) zu einem festgelegten Termin oder während einer festgelegten Laufzeit, zu einem festgelegten Preis zu kaufen (Call-Option) oder zu verkaufen (Put-Option).
Wesentliche Merkmale:
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Call oder Put = d.h. das Recht zu kaufen oder das Recht zu verkaufen
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Basiswert = d.h. das zugrunde liegende Underlying: ein Währungspaar, eine Aktie, ein Index usw.
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Bezugsverhältnis = d.h. die Anzahl der Optionen die zum Bezug eines Basiswerts benötigt würden; (oder anders: wie viel Anteil am Basiswert verbrieft eine Option)
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Strike-Preis = d.h. der Preis zu dem die Option bis zum/oder am Ende der Laufzeit gekauft (bei einem Call) oder verkauft (bei einem Put) werden kann; auch Basispreis, Bezugspreis oder Ausübungspreis genannt
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Laufzeit = d.h. die Zeitspanne bis zum Verfall der Option
Sie haben gesehen, ich schrieb beim Strike-Preis: der Preis zu dem der Schein bis zum /oder am Ende der Laufzeit gekauft oder verkauft werden kann.
Bis zum/oder am das macht einen wesentlichen Unterschied aus.
Der Unterschied besteht darin, dass es zwei verschiedene Optionsmodelle in diesem Zusammenhang gibt:
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amerikanische Variante: das Recht zu kaufen oder zu verkaufen kann während der gesamten Laufzeit ausgeübt werden
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europäische Variante: das Recht zu kaufen oder zu verkaufen kann nur am Ende der Laufzeit ausgeübt werden
(Darüber hinaus gibt es im Übrigen noch eine ganze Reihe weiterer exotischer Varianten, wie beispielsweise Leiter-Optionen, oder im Hinblick auf die Laufzeit so genannte Bermuda-Optionen mit verschiedenen Ausübungszeitpunkten....aber mit diesen Exoten wollen wir uns zu Anfang noch nicht beschäftigen).
Und schließlich und endlich ist natürlich vor allem der Preis der Option wichtig. Dieser wird auch Prämie genannt, denn der Verkäufer einer Option (egal ob er eine Call- Option [also das Recht zu kaufen] oder eine Put-Option [also das Recht zu verkaufen] verkauft) erhält in jedem Fall seine Prämie.
Der Preis einer Option aber bestimmt sich aus der Kombination vieler verschiedener Faktoren, die alle bei der Bewertung einer Option und ganz besonders, bevor eine Strategie umgesetzt wird, durchleuchtet werden müssen. Zu den wichtigsten Faktoren, gehören hier die Volatilität und generell die so genannten Griechen. Und natürlich der Abstand des Strike-Preises vom Kurs des Underlyings. Usw.
Mit all dem wollen wir uns im Laufe der Reihe genauestens beschäftigen! Und nächste Woche geht es gleich weiter mit einem Beispiel und der Bestimmung des inneren Wertes einer Option.
So viel für heute zur Neueinsteiger-Serie, im 2.Teil geht es heute mit dem Double-Diagonal Spread weiter...
Zum zweiten Teil von: Double Diagonal Spreads: Repetitorium II