Werden Gold und Silber langfristig wirklich unnütz?
Sven Weisenhaus in Wave Daily zum Thema Silber als Geldanlage
vom 9. Februar 2012, 13:00 Uhr
ENL5454
Nun ist der Kurs bereits wieder ordentlich angesprungen und schon bei ca. 1.800 USD liegt sowohl, wie oben bereits angegeben, das letzte Hoch (Welle b) als auch die obere Begrenzung des grünen Aufwärtstrendkanals. Hier ist das Potential also kurzzeitig bereits wieder begrenzt.
Korrektur nur in den Unterwellen
Zudem hatte ich am 6. Januar noch zu bedenken gegeben, "dass es sich bei den rot markierten Elliott-Wellen nur um Unterwellen einer deutlich größeren Bewegung handelt." Damit fiel die Korrektur aus Sicht der Elliott-Wellen bislang recht bescheiden aus, wenn auch eine vollständige ABC-Korrektur gezählt werden kann.
Die übergeordneten blauen und schwarzen Elliott-Wellen, die im ersten Chart im heutigen Beitrag und auch im nachfolgenden Chart noch einmal zu sehen sind, wurden bislang kaum korrigiert.
(Quelle: CFX-Broker) Gold, Candlestick-Chart, Wochenkerzen
Mindestkorrekturziel (noch) nicht erreicht
Zusätzlich habe ich in diesen Chart die Fibonacci-Marken eingezeichnet. Auch hier wurde das Mindestkorrekturziel aus der Aufwärtsbewegung von 2008 bis 2011 noch nicht ganz erreicht.
Und auch im langfristigen logarithmischen Chart erscheint die Korrektur verschwindend gering.
(Quelle: CFX-Broker) Gold, Candlestick-Chart, Wochenkerzen, logarithmisch
Auch wenn der Goldpreis nun wieder nach oben tendiert und auch noch ein wenig weiteres Potential bis zu den nächsten Widerständen hat, rechne ich langfristig einfach noch mit deutlich ausgedehnteren Korrekturen.
Geldpolitik hält die Edelmetalle oben
Kurzfristig haben auch die Notenbanken, insbesondere die Fed ihr übriges zu dem aktuellen Goldpreisanstieg beigetragen. Wie ich am 26. Januar berichtete, will die US-Notenbank ja ihre Nullzinspolitik bis mindestens Ende 2014 beibehalten. Klar, dass gerade Gold und Silber auf solche Meldungen entsprechend mit starken Kurssprüngen reagierten.
Doch ob die Zinsen tatsächlich derart lange niedrig bleiben, hängt einfach von der weiteren Entwicklung der US- und der Weltwirtschaft ab. Kommt diese schneller auf die Beine, werden auch die Zinsen früher steigen. Das Ziel 2014 ist nicht in Stein gemeißelt, wenn auch die Aussagen der Fed an Vertrauen verlieren würden, wenn sie die Zinsen doch früher anheben würde.
"Gold und Silber werden langfristig schlicht unnütz"
An der Aussage, die ich ebenfalls am 26. Januar bei der letzten Silber-Analyse getroffen habe, dass Gold und Silber für viele Anleger, die Edelmetalle lediglich als sicheren Hafen gekauft haben, langfristig schlicht unnütz werden, halte ich fest.
Hierzu schrieb mir ein Leser:
"Geehrter Herr Weisenhaus, es kommt drauf an wie man was schreibt, lesen Sie mal Ihre Statements zu Gold und Silber, wie auch z.B. das neueste: "Gold und Silber werden langfristig schlicht unnütz" Wenn ich auch mal SOOOO antworten darf, so einen Schrott habe ich noch NIE gelesen ;-) Silber wird übrigens auch (hauptsächlich) in der Industrie verbraucht!!! Ohne Silber würde es in der Medizin, Umwelttechnik, Maschinenbau, Elektrotechnik, Computer, Auto, Handy,............................... vieles nicht geben!!! Silber unnütz, dass ich nicht lache :-D Also erst denken , dann schreiben!"
Meine Antwort lautete wie folgt:
"Sie dürfen bei Ihrer Argumentation natürlich nicht eine Zwischenüberschrift aus dem Gesamtkontext herausreißen. Gemeint und geschrieben habe ich, dass "es für viele Anleger keinen Grund mehr geben, Gold und Silber zu halten", wenn die Krise vorüber ist. Für diese Anleger hat Gold und Silber als Investment dann keinen Nutzen mehr.
Natürlich wird Silber gerade in der Industrie weiter von Nutzen sein."
Verkäufe werden Käufe überwiegen
Wenn ich also schreibe, Gold und Silber werden "unnütz", dann ist dies ausschließlich auf die Funktion als sicherer Hafen bezogen. Und natürlich werden auch bei steigenden Zinsen und bei einer (unwahrscheinlichen) Krisenlösung noch Anleger einen Edelmetallanteil im Depot halten wollen zur Diversifizierung.
Meine Erwartungen sind aber, dass ein Auflösen der "Positionen als sicherer Hafen" zu Verkäufen führt, die zu dem in der Zukunft liegenden Zeitpunkt die Anzahl der Käufe einfach übersteigen wird. Und bei einem solchen Ungleichgewicht, welches aktuell eben zu steigenden Kursen führt, wird es dann eben zu fallenden Kursen kommen. Warten wir es einfach ab. Noch haben wir ja niedrige Zinsen und ein Ende der Krise ist längst nicht zu sehen.
Der Teileinstieg, so viel kann ich heute schon sagen, war eine sehr gute Lösung.
Ich wünsche Ihnen gute Gewinne
Sven Weisenhaus
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Horst köhler (09.02. 2012 15:12 Uhr):
Zu Ihrer Aussage, Gold und Silber haben keinen Nutzen mehr, wenn die Krise vorbei ist, muß man erst einmal eine Vorstellung vom Ende der Krise entwickeln. Ich habe große Zweifel, daß es derzeit Menschen ( u.a. auch sog. Experten) gibt, welche eine halbwegs brauchbare Beschreibung der dann herrschenden Verhältnisse , sowohl an den Finanzmärkten, im gesellschaftlichen und politischen Bereich etc. gibt. Man kann ja in vielen Büchern über kommende Entwicklungen nachlesen, allerdings sind m.E.die Dinge so komplex, daß eine halbwegs exakte Prognose schlechthin unmöglich ist. Und genau aus dm Grund ist Ihre o.a. Aussage absoluter Nonsens. Aber vielleicht wissen Sie ja mehr als Andere und kennen die Welt nach dem Ende der Krise. Da dieses Thema sicherlich auch andere Leser interessiert, wäre eine Beschreibung in einem Ihrer nächsten Beiträge sicherlich auf- schlußreich. Aber kommen Sie nicht wieder mit der Behauptung, daß die Krise einfach aus den Köpfen der Menschen verschwinden wird und damit das Problem gelöst ist. Damit haben Sie sich schon lächerlich genug gemacht.
Antworten- Antwort von Sven Weisenhaus (10.02. 2012 09:32 Uhr):
Guten Tag, Herr Köhler! - - - Ihrer Aussage, "daß eine halbwegs exakte Prognose schlechthin unmöglich ist", kann ich zu 100% zustimmen. Man kann jedoch seine persönlichen Erwartungen und ein mögliches Bild der Zukunft äußern. Dies habe ich getan. - - - Lächerlich habe ich mich damit vielleicht in Ihren Augen gemacht, weil Sie eine andere Erwartung haben. Es scheint jedoch genügend Anleger, Investoren und Analysten zu geben, die meiner Meinung sind. Schließlich hat der DAX bereits eine beachtliche Aufwärtsbewegung hingelegt, obwohl sich an der Krise nicht ein einziges Fünkchen verbessert hat. Dies ist doch ein klares Indiz dafür, dass ein Gewohnheitseffekt eingetreten ist und die Krise inzwischen zum Alltag gehört. - - - Die Krise ist doch nur ausgebrochen, weil Spekulanten auf die Staatspleite einzelner Länder gewettet und so die Zinsen hoch getrieben haben. Und Investoren haben das Verschuldungsspielchen nicht mehr mitgespielt. Wenn diese Investoren nun jedoch durch Garantien beruhigt und die Spekulanten damit vertrieben werden, dann werden zwar die Kernprobleme nicht gelöst, aber dennoch die Krise beendet. Die Zinsen sollten dann wieder auf ein erträgliches Niveau sinken und alles so weiter gehen, wie bisher. Bis es zur nächsten Eskalation kommt. Dies ist MEINE PERSÖNLICHE ERWARTUNG. Und WENN es so kommt, DANN machen meine Ausführungen zu den Edelmetallen auch absolut Sinn. Mehr habe ich nicht geschrieben, aber auch nicht weniger. - - - Vor diesem Hintergrund kann ich Ihre Anfeindungen und die massive Kritik nicht nachvollziehen. Vorschlag: SIE kaufen weiterhin Gold und Silber, ICH analysiere und beobachte die weitere Entwicklung und WIR unterhalten uns noch einmal zu einem deutlich späteren Zeitpunkt ;o) - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhaus
- Antwort von Sven Weisenhaus (10.02. 2012 09:32 Uhr):