Werden die japanischen Aktien eine Krise überleben?
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 29. Januar 2010, 07:30 Uhr
ENL5462
An den Märkten ist nicht so viel los. Damit habe ich ein wenig Zeit, über etwas anderes zu plaudern.
Worüber möchte ich gerne plaudern?
Vielleicht über Japan. Erinnern Sie sich noch an Japan. Es ist das Land, in dem es mit der Krise seit 20 Jahren auf und ab geht. Man hätte vor 20 Jahren Aktien in Tokio kaufen können...und sie halten können... und nun raten Sie einmal, wo sie heute wären? Nun, für jeden Dollar, den sie über zwei Jahrzehnte investiert hätten, hätten Sie heute noch 25 Cents. Was sagt das über Aktien auf lange Sicht"? Was sagt das über Kapitalaufwertung? Was sagt das darüber, dass man vom Investieren reich werden kann?
Die Aktien in Japan sind wieder auf dem Niveau, auf dem sie Mitte der Achtziger Jahre waren. Ein Anleger, der sagen wir 1984 vierzig Jahre alt war, ist heute 66 Jahre alt. Er ist im Ruhestand. Während seiner Investitionsjahre hat er nichts erwirtschaftet... nichts und wieder nichts.
Was soll man davon halten? Ist das gesamte Versprechen hinter den Investitionen nichts anderes als eine Phantasie der Wall Street? Die Vorstellung dahinter ist, dass man sein Geld der Wall Street geben kann... es in einen Fonds stecken kann... oder in Aktien... oder eine andere Form der Wertanlage... und der Betrag wird größer werden. Man zahlt der Wall Street für diese Dienstleistungen Gebühren. Um genau zu sein, könnte man eine Menge Geld bezahlen.. wenn man bei verschiedenen Anlagen ein und wieder aussteigt.
Und wo würde man dann am Ende stehen? Nun, wenn Sie der typische japanische Anleger wären, dann würden Sie am Ende weniger Geld haben, als am Anfang.
Die Lektion, die man daraus lernen kann, lautet, dass man nur Geld mit Investitionen macht, wenn man Anlagewerte kauft, die günstig sind und sie verkauft, wenn sie teuer sind. Kaufen und Halten" funktioniert nicht. Aktien auf lange Sicht", ist eine Falle.
Aber wie sieht es heute mit den japanischen Aktien aus? Ich habe schon geahnt, dass Sie das fragen würden. Seit ich meinen neuen Trade des Jahrzehnts verkündet habe - Amerikanische Anleihen verkaufen und japanische Aktien kaufen - habe ich mit diesem Thema nichts als Kummer. Alle denken, dass sie wissen, was in den kommenden zehn Jahren mit den japanischen Aktien passieren wird. Und alle denken, sie werden weiter einbrechen.
Hier ist Ambrose Evans-Pritchard im Daily Telegraph aus London zu diesem Thema:
... das Jahr 2010 wird sich als das Jahr erweisen, in dem die Japaner von Deflation zu etwas anderem übergehen: zum Anfang einer Monetarisierung der Schulden durch verängstigte Zentralbanken, die letzten Endes außer Kontrolle geraten werden und dabei vermutlich bis zur Hälfte des Jahrzehnts den Übergang in die Hyperinflation erreicht haben werden.
Wenn sich ein Land erst auf eine solche Politik eingelassen hat, dann ist das Spiel schon fast aus. Der Internationale Währungsfonds sagt, dass Japans Staatsschulden in diesem Jahr 227% des Bruttoinlandsprodukts ausmachen werden. Hier geht es immer schneller in Richtung 250% bis zur Hälfte des Jahrzehnts."
Der einzige Grund, warum die Sache noch nicht in die Luft gegangen ist, ist der, dass die Anleger (überwiegend Japaner) noch nicht den Einfall hatten, der notwendig ist, die Vorzeichen zu deuten und entsprechend zu handeln. Das ist grob das Argument von Dylan Grice von Societe General in seinem jüngsten Beitrag: Ein weltweites Fiasko braut sich über Japan zusammen."
Ich habe daran überhaupt keinen Zweifel. Evans Pritchard hat Recht. Und auch jeder andere, der denkt, dass Japan in eine Krise geraten wird. Ein weltweites Fiasko braut sich zusammen. Aber das muss für die japanischen Unternehmen nicht notwendig schlecht sein. Anleger werden die japanischen Schuldtitel verlassen und japanische Wertpapiere kaufen. Die Inflation wird die realen Betriebskosten der japanischen Unternehmen einbrechen lassen. Sparsame, zahlungsfähige, effiziente japanische Unternehmen werden sich als Fluchtort und nicht als Falle erweisen.
Mehr zu diesem Thema während das Jahrzehnt sich weiter entwickelt. Es wird sich zeigen, dass ich richtig liege... oder falsch... dass ich ein Genie bin... oder ein Idiot... ein Visionär oder Phantast... es ist nur die Frage, wie die Chips fallen werden.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Wolfgang Scheid (29.01. 2010 10:42 Uhr):
Mein lieber Bonner, Ihr Japan-Geschwafel ist einfach nur... und läßt mich zunehmend an der Qualität Ihrer ansonsten von mir hochgeschätzten Analysen/Prognosen zweifeln: So ganz Unrecht haben Sie ja noch nicht einmal, aber was wollen Sie denn mit Ihren japanischen Aktien, die sich vielleicht verzehnfachen werden bei gleichzeitig prognostizierter Hyperinflation. Dann können Sie sich zwar reich rechnen, aber genau dann sind Aktien eben kein Schutz mehr, aber auch hier wollen Sie mit Ihrem Jahrzente-Trade ja wieder einmal nur "Recht haben", aber: SIE LIEGEN TOTAL FALSCH.
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