Wer zahlt?
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 11. März 2009, 07:30 Uhr
ENL5454
Obama hat derweil natürlich seinen 3,6 Billionen Dollar Haushalt verkündet... und all das, was damit einhergeht. Darunter auch das 1,7 Billionen Dollar Defizit. Aber die Schätzungen basieren auf einer Erholung im letzten Teil des Jahres. Das scheint zunehmend unwahrscheinlicher. Meine Vermutung: Das Defizit wird erst noch auf über zwei Billionen Dollar steigen.
Der Kongress hat sich tief über die Zahlen gebeugt. Das pathetische Täuschungsmanöver des Bundeshaushalts ist mit anderen Worten auf dem Weg, während die Politiker so tun, als würden sie die Vorzüge des Konjunkturprogramms abwägen.
Das Geld anderer Leute
Natürlich geben sie das Geld anderer Leute aus... und niemand vergisst das. Die Idee ist nicht, die Ausgaben zu reduzieren, und ganz sicher nicht, das Geld an die rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben, sondern sicher zu stellen, dass es an die Gruppen geht, die für die Wiederwahl am wichtigsten sind. Abgesehen davon ist so viel von dem Geld von den zukünftigen Generationen... aus dem Ausland... und von Gott weiß wem geliehen... dass es fast so ist, wie Geld, das vom Himmel fällt.
Wenn irgendein Regierungssytem reift, dann sind immer mehr Menschen in der Lage, Einfluss darauf zu gewinnen. Es könnte eine Steuersenkung sein... ein Genehmigungsverfahren, dass die Wettbewerber fern hält... ein Zoll... eine Subvention... eine Stelle... kostenlose Lebensmittel oder ein Wohlfahrtsscheck. Und wenn immer mehr Leute etwas von der Regierung bekommen, haben immer mehr Einfluss darauf, sicher zu stellen, dass die Regierung weiter im Geschäft bleibt. Dieses Phänomen trägt kurzfristig zur Stabilität der Institution bei... aber langfristig garantiert es den Ruin. Denn bei jeder Hetze entstehen Kosten... wie bei einem Egel auf dem Rücken eines Wasserbüffels. Das Tier mag stark und gesund sein, aber wenn man genug Blutegel ansetzt, dann wird es untergehen wie eine trockene Weintraube.
Nach einer Weile wird das Tier stolpern und die Leute werden feststellen, dass etwas falsch läuft. Und dann kommen die Reformer... und versprechen den Wandel. Aber der Wandel ist genau das, was die Leute nicht wollen und genau das, was das System nicht gestattet. Es gibt zu viele Blutegel - und die Blutegel gehen wählen.
Der größte Sack voll Blutegeln
Obamas neuer Haushalt ist der größte Sack von Egeln, der uns seit der Regierungszeit Roosevelts untergekommen ist. Details haben wir noch keine. Aber soweit ich den Presseberichten entnehmen kann, ist hier für jeden Blutsauger etwas dabei.
Die rohen Zahlen sind atemberaubend. Während die Regierungsvertreter in den vergangenen Jahren 21% des Landeseinkommens an sich genommen haben, werden sie jetzt 28% übernehmen. Allein die Defizite werden 12% des gesamten Bruttoinlandsproduktes ausmachen.
Bringt man diese Leute mit denen von den Bundesstaaten und den Gemeinden zusammen, dann werden sie gemeinsam 40% der Gesamtausgaben es Landes ausmachen. Whow... das rückt uns in die Nähe des Niveaus von Bastionen des freien Marktes wie Simbabwe und Algerien, wo 43% der Ausgaben von der Regierung geleistet werden... und von dem Venezuela eines Hugo Chavez, wo die Regierung 41% des Bruttoinlandsproduktes ausgibt.
Rückkehr des großen Staates
Im Gegensatz dazu wird in Frankreich, diesem sozialistischen, von Bürokratie gesättigten Land mit seinen Croissants, 53% des Bruttoinlandsproduktes von der Regierung ausgegeben. Doch einen Augenblick. In Frankreich ist die Gesundheitsversorgung Regierungssache und genauso das System der Personenzüge. In Amerika werden 17% des Bruttoinlandsproduktes für die Gesundheitsversorgung ausgeben. Über die Personenzüge müssen wir uns hier keine Gedanken machen, davon gibt es in Amerika kaum welche. Wenn sie also die 17%, die für die private Gesundheitsversorgung ausgegeben werden, zu den 40% hinzu addiert, dann ist es sogar mehr als in Frankreich. Oh, la la, wir sind wieder in einem Zeitalter der großen Staaten.
Wer zahlt dafür?
Ach, das ist für sich schon ein interessantes Thema. Obama sagt, dass er die Reichen schröpfen will. Aber die Reichen werden schon jetzt sehr in Anspruch genommen. Reagans Steuersenkungen haben sie davon befreit, mehr Geld zu verdienen - und mehr Steuern zu zahlen. Heute bezahlen die obersten 5% 60% der Regierungskosten. Und die unteren 40% bezahlen überhaupt keine Steuern. Sie erhalten alle Hilfen der Regierung, d.h. all den Unsinn auf Staatskosten... für lau.