Wer wird die Retter retten?
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 24. Oktober 2011, 07:30 Uhr
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Die mögliche Lösung für das Schuldenproblem in Euroland, die Deutschland und Frankreich suchen, sah nach kurzer Zeit weniger wie eine Lösung und mehr wie ein Desaster aus. Die Rating-Agentur hatte das Rating von Spanien um zwei Stufen gesenkt...und gewarnt, dass man sich Frankreich anschaue. Die New York Times dazu:
Moodys warnte über ein mögliches Downgrade von Frankreichs Rating. Französische Politiker machen sich Sorgen, dass so ein Schritt es für Paris schwer machen würde, Lösungen zu verhandeln (...). Eine vorübergehende Rallye am US-Aktienmarkt wurde durch einen Bericht auf der Internetseite des "The Guardian" angefacht, demzufolge Frankreich und Deutschland den Euro-Retttungsfonds auf bis zu 2 Billionen Euro erhöhen würden, durch Hebelwirkung. Sie hatten das sicher mitbekommen. Aber so schnell wie die Hoffungen aufkeimten, so schnell wurden sie wieder heruntergebracht.
Viele Gerüchte
Diese letzte Runde von Gerüchten war eine Wiederholung von früheren Situationen. Solche Episoden sind mehrere Male gespielt worden, seit die Schuldenkrise sich dieses Jahr intensivierte. Jetzt, wo die Rating-Agenturen Frankreich im Visier haben, ist das gesamte Rettungsprojekt in Gefahr. Es ist eine Sache, wenn die großen, starken Nationen - Frankreich und Deutschland - kleine, marginale Nationen wie Griechenland und Irland retten.
Rettung für Frankreich?
Aber wer wird Frankreich retten?
Ab einem bestimmten Punkt sind die Europäer dazu gezwungen, entweder ehrlich die Staatspleite zu erklären...oder sich selber betrügerisch herauszutricksen, wie die Amerikaner.
Hier in Paris, im Café Vavin, kann ich mir ansehen, wie sich direkt auf zwei Kontinenten Desaster entwickeln. Was die Probleme in den USA betrifft - da denke ich, dass ich verstehe, was vor sich geht. Die Amerikaner sind auf dem Weg zur Selbstzerstörung. Sie nehmen Fahrt auf, bis sie ihr Ziel erreicht haben.
Was íst in Europa los?
Aber was geht in Europa vor sich? Ich habe da keine bessere Idee als Nicholas Sarkozy oder Angela Merkel. Ich öle meine Waffen. Ja, Waffen werden wir wahrscheinlich wollen. Derzeit sind die Revolutionäre größtenteils friedlich. So beginnen Revolutionen. Die Eliten denken, dass sie die Situation managen können. Sie drücken den Demonstranten gegenüber ihre Sympathie aus. Sie versprechen Reformen.
"Wir sind auf deren Seite", sagt Präsident Obama.
Zum ersten Teil von: Verschlechterung der Frühindikatoren
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Franz Steinbauer (24.10. 2011 07:47 Uhr):
Die Sanierung per Gerüchteküche hat noch nie funktioniert. Es gilt wie immer: Man kann einige Wenige sehr lange zum Narren halten. Man kann Viele für kurze Zeit täuschen, aber man kann nie alle Menschen auf Dauer betrügen. "Extend and pretend" kommt jetzt auf beiden Seiten des Atlantiks vermutlich bald zu seinem absehbaren Ende.
Antworten- Antwort von Tommy Rasmussen (24.10. 2011 11:08 Uhr):
Wir werden wohl bald ein vereinigtes Europa ohne Nationalregierungen bekommen. Vorher werden die "Bürger" genau das verlangen, weil der Euro keine Kaufkraft mehr haben wird. Das nächste Währungskartell bestehend aus den NAFTA Ländern ist in Arbeit und man erwartet hier den baldigen Zusammenschluss dieser Länder nach dem "Euro Vorbild" in welchem der AMERO die neue Leitwährung wird. Zuvor werden sich die zum Kartell gehörenden Länder über den niedrigen Dollar entschulden wie vorher in Europa. ( Hyperinflation! )
- Antwort von Franz Steinbauer (24.10. 2011 11:59 Uhr):
S.g. Herr Rasmussen, zum derzeitigen Zeitpunkt dürfte das Durchziehen eine vollen Hyperinflation wahrscheinlich aus Zeitgründen nicht mehr gelingen. Eher wahrscheinlich ist vorher die Flucht aus bzw. der Abverkauf der betroffenen Währung. Sobald dieser Fall eintritt, haben die Notenbanken kaum mehr die Möglichkeit gezielt gegenzusteuern. Wenn sie die Leitzinsen erhöhen - und das wäre in zumindest 2-stelliger Höhe notwendig - ist die Realwirtschaft tot. Übrig bleibt lediglich die Abkürzung über Währungsschnitt/-reform. Zusammenfassung: Wer heutzutage noch sein Geld bei einer Bank liegen hat, hat einen risikobehafteten Gläubiger und nimmt dafür auch noch negative Realzinsen in Kauf. Viel irrer gehr es nicht mehr.
- Antwort von Tommy Rasmussen (24.10. 2011 11:08 Uhr):
- Kommentar von Stephan Graf von Kageneck (24.10. 2011 11:43 Uhr):
Wahrlich trefflich ausgedrückt - dem ist kaum etwas hinzuzufügen. Die politischen Eliten sind mit ihrem Latein am Ende. Die Konsequenzen für deren jahrzehnte lange Arroganz und Ignoranz der politischen Eliten müssen nun die Steuerzahler und heranwachsenden Generationen tragen. Politikverdossenheit bezüglich der etablieten Volksparteien und Ablehnung des derzeitigen politischen Systems und der bestehenden Wirtschaftsordnung sind die Folge. Eine politische Zeitenwende hat längst begonnen, wie man in Deutschland am Beispiel der von Wahl zu Wahl wachsenden Zustimmung für die Piratenpartei ersehen kann. Der Triumpf über den Zusammenbruch des Kommunismus war nicht nur verfrüht, sondern auch verfehlt; zu groß sind die Defizite in der Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung in Amerika, Europa und und Japan. Die Vordenker des vereinigten Europas dachten, dachten mit einem gemeinsamem Wirtschafts- und Währungsraum alle anderen Problem sich von selbst lösen würden. Nun aber stellen sich die falschen Annahmen für die Erweiterung der EURO-Zone als Ursachen für den Zusammenbruch derselben heraus. Die Warnungen, die von kompententer Seite seit Jahren kamen, wurden von der politischen Kaste konsequent in den Wind geschlagen. Geburtsfehler bei der Währungsunion - die Aufnahme von nicht wettbewerbsfähigen und nicht lernfähigen bzw- -willigen Ländern - lassen sich auch mit noch so viel Geld drucken nicht beheben. Das Leiden der Patienten Griechenland, Portugal, Spanien und Italien wird nur verlängert und reißt auch unser Nachbarland Frankreich - und somit auch uns Deutsche - in den Abwärtssog. Zu Recht stellen Sie die Frage "Wer wird die Retter retten"? Die Frage "Wann werden die Verursacher dieser Krise - die Banken und die Poliitiker, die jahrelang die Banke gewähren ließen -, zur Rechenschaft gezogen?"
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