Wer wem, wie viel Geld schuldet!
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Kapitalschutz
vom 8. Juni 2011, 20:30 Uhr
ENL5454
Gönnen wir uns im 2.Teil noch einen kurzen Überblick über einige der Kredit-Verflechtungen in Europa:
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EZB
Rund 50 Milliarden Euro hat die EZB (nach eigenen Angaben) in griechische Staatsanleihen investiert. Insgesamt hat sie rund 75 Milliarden Euro in Bonds der hochverschuldeten Peripherie-Staaten investiert.
Darüber hinaus vergibt die EZB Kredite an Geschäftsbanken. Dafür hinterlegen die Banken Sicherheiten bei der EZB. Vor der Finanzkrise mussten die als Sicherheit hinterlegten Wertpapiere mindestens ein Rating von A- aufweisen, inzwischen akzeptiert die EZB Papiere mit einem Rating von BBB-. Dies gilt allerdings nicht für die Staatsanleihen der hochverschuldeten (und massiv abgewerteten) Peripherie-Länder. In diesem Fall macht die EZB eine Ausnahme und akzeptiert diese Papiere ohne Standards.
Auf Ende April beliefen sich die Kredite der EZB an griechische Banken auf 87 Milliarden Euro, an irische Banken auf 78 Milliarden Euro, an portugiesische Banken auf 47 Milliarden Euro (spanischen Banken hat die EZB weitere 44 Milliarden Euro geliehen und italienischen Banken 36 Milliarden Euro). Hierbei ist davon auszugehen, dass wohl ein Großteil der hinterlegten Sicherheiten ebenfalls in Ramsch-Staatsanleihen der Schuldenländer besteht.
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Griechische Banken
Die griechischen Banken haben dem griechischen Staat knapp 86 Milliarden Euro geliehen, halten damit insgesamt etwa 29% der ausstehenden griechischen Staatsschulden.
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Deutsche Banken
Die deutschen Banken halten insgesamt griechische Staatsanleihen im Wert von etwa 23 Milliarden US-Dollar, nach Angaben der BIZ. Hinzu kommen Kredite an die griechische Wirtschaft in Höhe von 34 Milliarden US-Dollar.
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Französische Banken
Während die deutschen Banken, wie von der Politik erbeten, ihre Engagements in Griechenland nicht zurück gefahren haben, haben die französischen Banken stattdessen ihr Volumen an griechischen Staatsanleihen nach BIZ-Angaben von ca. 27 Milliarden US-Dollar (März 2010) bis Ende Dezember 2010 auf 15 Milliarden US-Dollar reduziert. Allerdings belaufen sich die Kredite der französischen Banken an die griechische Wirtschaft auf etwa 57 Milliarden US-Dollar (Ende 2010).
So long liebe Leser...verlassen wir für heute das europäische Trauerspiel und gönnen uns einen erholsamen Abend...vielleicht holen Sie sich zur Entspannung auch ein paar ihrer (hoffentlich bereits schon vor Jahren erworbenen) Safe Havens (vielleicht ein paar hübsche Goldmünzen oder Silberbarren) aus der Schublade oder dem Tresor und betrachten diese ein wenig zur Beruhigung...vielleicht haben Sie sich aber auch ein paar andere Safe Havens zugelegt und erfreuen sich heute Abend stattdessen an Ihrem Eigenheim, Ihrem Garten oder Ihrem (hoffentlich auch schon vor Jahren angelegten) Schweizer-Franken-Guthaben...wie auch immer, entspannen wir uns lieber, denn wir sind mit unseren Problemen ja nicht allein...auch die Amis haben schwer zu kämpfen, während ihr Notenbankchef mittlerweile den Eindruck erweckt sich am liebsten auf eine einsame Insel verziehen zu wollen...und weil uns das ein wenig aufheitern kann, wollen wir uns morgen noch einmal über die Amis unterhalten und die Währungs-Safe-Havens und hernach möchte ich dann noch auf einige Leser-Fragen bezüglich weiterer Fremdwährungen eingehen...damit verabschiede ich mich nun für heute und wünsche Ihnen einen geruhsamen Abend...liebe Grüße und bis morgen...
Ihre Miriam Kraus
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Norman Matzel (09.06. 2011 14:04 Uhr):
Liebe Frau Kauss, mit vergügen lese ich täglich Ihre kompetenten und gut verständlichen Analysen und Kommentare. Sie machen den ganzen Mist um uns herum wenn schon nicht weniger ärgerlich so doch verständlicher. Bei allem Ernst der Lage kann ich mir manchmal ein Schmunzeln nicht verkneifen. Vielen Dank und weiter so. mfG N. Matzel
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