Wer leiht den USA so viel Geld?
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 8. April 2010, 20:00 Uhr
ENL5454
Jahr um Jahr wurde das Haushaltsdefizit der USA akkumuliert. Jahr um Jahr gaben die USA Geld aus - Staatsausgaben, Kriege, vielleicht mal eine Steuererleichterung usw. - das alles kostet Geld.
Die Frage ist eher wer den USA dieses Geld gab und warum überhaupt?!
Im Normalfall gibt es da eine nette Sache die eigentlich verhindern sollte, dass Staaten ihre Schulden zu stark ausweiten. Diese nette Sache heißt: Renditen.
Wenn ein Staat immer mehr Schulden macht, dann steigt im Normalfall, das Risiko, dass dieser Staat seine Schulden nicht mehr zurückzahlen wird können. Im Normalfall erfordern neue Gläubiger dann einen steigenden Anreiz um diesem Staat überhaupt noch Geld zu leihen. Dieser Anreiz bedeutet nichts anderes als steigende Renditen auf Staatsanleihen. (wie aktuell im Falle Griechenlands, wo die Renditen für 10-jährige Anleihen schon 7,48% gestiegen sind; 2-jährige bereits auf 7,8%).
Doch die USA konnten in der Vergangenheit von zwei besonderen Faktoren profitieren:
- Die Sozialversicherungsfonds
- Die Ausländer
Diese bereits erwähnten Fonds sollten das Geld der Baby Boomer eigentlich sicher anlegen, damit es vorhanden ist, wenn die Baby Boomer es beim Eintritt ins Rentenalter brauchen. Klar, Staatsanleihen eines Landes mit AAA-Rating sehen ja eigentlich immer nach einer sicheren Anlage aus. Fakt ist aber, dass diese Fonds im Grunde genommen nichts anderes getan haben, als den US-Regierungen dabei behilflich zu sein, ihr Deficit Spending zu finanzieren.
Ja, gerade und auch die Ausländer (China und Japan sind die größten ausländischen Gläubiger der USA) sind mit Schuld (wenn man es so ausdrücken will). Über Jahre hinweg haben sie ihre Überschüsse in US-Treasuries geworfen, somit zu niedrigen Renditen beigetragen und es ihrem Ami-Absatzmarkt ermöglicht weiterhin fröhlich auf Pump ihre Exportgüter einzukaufen. Der alte Circulus Vitiosus eben!
So long liebe Leser...tja Teufelskreise, wohin man blickt....blicken wir nächste Woche noch auf die Schuldenlage in anderen Staaten und morgen erst einmal wieder auf den Wochenrück- und Ausblick...bis morgen also... und noch einen schönen Abend, wünscht
Ihre Miriam Kraus
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Michael Huefner (09.04. 2010 12:45 Uhr):
Liebe Miriam Kraus, sehr guter Artikel den ich aber gerne kommentieren moechte. 1. Ganz generell wird seit 10,20 oder 30 Jahren schon von der Rueckzahlung dieser Schulden geredet/gewarnt ohne das sich etwas aendert, d.h. es geht alles weiter wie gehabt und folglich kann das ja auch die naechsten 30 oder 40 Jahre so weiter gehen. 2. Was die USA selbst angeht, so haben in erster Linie die Demokraten diese Misere zu verantworten, lediglich GWB hat aufgrund der Kriegskosten die Schulden von 6 Bil. auf knapp 10 Bil. angehaeuft. Mr. "Blender" allerdings hat in kaum mehr als einem Jahr schon fast soviel neue Schulden draufgepackgt wie sein Vorgaenger und die Uhr wird weiter ticken. Sollten die Republikaner wieder an die Regierung kommen wird dieses Problem angegangen und ich bin sicher auch geloest werden. 3. Dies ist auch der grosse Vorteil den die USA im internationalen Vergleich hat. Ein strikter Sparkurs, verbunden mit proamerikanischen Massnahmen wird dies nicht nur loesen sondern wird auch auf Unterstuetzung stossen, anders als hier bzw. in der EU wo alles bestreikt oder vor Gerichte gezerrt wird oder bereits in Koalitionen endet bevor es angefangen hat. 4. Ein weiterer Vorteil der Ami's ist, das sie riesige Einnahmemoeglichkeiten hat. Eine MWST von 8 %, EST von 15 bis 35 % lassen sich eher erhoehen als die schon exorbitant hohen deutschen Steuersaetze und auf Energie hat man drueben fast keine Steuern. Auch die Sozialabgaben liegen erst bei 15 % und nicht wie hier bei 40%. Da ist reichlich Luft, die DE nicht hat. 5. Schlussendlich kann die USA als einzigstes Land dieser Erde auch einfach sagen F... Y.. , sorry for the language, wer sollte denn bitte bei der einzigen Supermacht den "Mahnbescheid" vollstrecken ? Viele Gruesse Michael Huefner P.S. Lebe seit 10 Jahren in Texas
Antworten - Kommentar von Georg Stamm (10.04. 2010 11:36 Uhr):
Sehr interessanter Kommentar und klar und verständlich geschrieben. Besten Dank und weiter so, Frau Kraus.
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