Wer in Indien investiert ist, sollte vorsichtig werden
Daniel Wihelmi in Profit Radar zum Thema Global Anlegen
vom 13. Juli 2007 19:00 Uhr
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Heute möchte ich mich mal wieder Indien zuwenden. Wie Sie wissen, ist Indien mein Favorit unter den großen BRIC-Ländern. Noch vor China. Aber ich selbst halte keine einzige Indien-Position mehr in meinem Depot. Warum? Ganz einfach: Mir ist der indische Markt einfach zu teuer. Und wenn etwas zu teuer ist, dann muss man es verkaufen. Egal wie überzeugend die langfristige wirtschaftliche Entwicklung sein mag.
Der breite indische Markt hat aktuell ein KGV um 20. Das ist ein 50% Aufschlag zum DAX. Zwar wächst Indien seit Jahren deutlich dynamischer und das Potenzial ist dort wesentlich größer. Aber dafür sind auch die Risiken höher. Eine 50%-Aufschlagsprämie gegenüber dem DAX für Indien zu zahlen ist mir zu hoch. Nach einer Korrektur bin ich sofort wieder in Indien mit dabei. Aber eben erst dann.
In dieses Bild passt, dass der größte indische Software-Hersteller Infosys diese Woche seine neuen Quartalszahlen veröffentlicht hat. Und die waren – wie so oft – wirklich gut. Der Umsatz stieg um 25% auf 37,7 Mrd. Rupien. Der Gewinn konnte sogar um satte 35% auf 10,8 Mrd. Rupien gesteigert werden, was deutlich über den Analystenschätzungen lag. Das sind gewohnt starke Zahlen für einen der großen Player des indischen Software-Outsourcing-Sektors, der ja zum Aushängeschild des indischen Wirtschaftsaufschwungs avanciert ist.
Dieses nahezu grenzenlose Wachstum hat immer die hohen Bewertungen der indischen Software-Unternehmen gerechtfertigt. So besitzt Infosys für 2008 ein KGV von 27,9. Selbst wenn man die bisherigen höheren Schätzungen des Managements ansetzt (1,99 US$ pro Aktie anstatt 1,85 US$ der Analysten), ergibt sich noch ein KGV von 26,0. Bei einem erwarteten Gewinnwachstum der Analysten von 23,3% ist das vieles, aber günstig ist es auf keinen Fall.
Das gleiche Bild für 2009: Bei einem erwarteten Gewinnwachstum von 21,1% besitzt der Wert ein KGV von 23,1. Damit ist Infosys ein Paradebeispiel für den indischen Aktienmarkt: Die Wachstumsdynamik ist hoch – aber eben auch die Bewertungen. Da ist einfach kaum noch Luft nach oben.