Bill Bonner ist einer der anerkanntesten Finanzexperten der USA und Bestseller-Autor. Bei uns schreibt er regelmäßig im Börsen-Newsletter Kapitalschutz Akte.
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Anleihen
vom
Welche Frage drängt sich mir aktuell in den Kopf: wer hält eigentlich diese vielen Dollar-basierten US-Staatsanleihen? Es können nur diese Holzköpfe sein. Letzte Woche fielen die Renditen auf den tiefsten Punkt, den es je gab. Das bedeutet, dass eine ganze Menge Leute diese kaufen werden. Was aus einer Reihe von Gründen bemerkenswert ist.
Erstens: die US Bonität ist in den letzten fünf Jahren erheblich zurückgegangen. Horrende Defizite haben die nationale Verschuldung von 60% des BIPs auf über 100 Prozent anschwellen lassen. Standard and Poor's (S&P) senkte das Rating der US-Schulden.
Im Gegensatz zu Europa, was unbedachte Ausgaben aus dem System zu nehmen versucht, halten die Feds (= US-Regierung und Fed) an ihnen fest und sind uneinsichtig. Sie verschleudern und verbrauchen etwa 1,30 Dollar pro jedem durch Steuereinnahmen erhaltenen Dollar.
Zweitens: In stressigen Zeiten zeigen die Hüter des Dollars bei den Feds sich selbst bereit, gewillt und in der Lage den aus dem Rettungsboot zu schubsen. Wenn die Entscheidung darin liegt den Dollar zu retten, ihre Jobs zu bewahren, ihre Wahlkampfsponsoren zu behalten oder ihre Jobs zu retten.... Wissen wir wohl, was sie tun werden.
Drittens: Im Gegensatz zu Japan haben die USA weiterhin ein wesentliches Handelsdefizit. Die letzte Bewertung fand für März statt, und da überstieg der Import den Export um mehr als 50 Milliarden. Aufs Jahr hochgerechnet wären das 600 Milliarden Dollar. Die Japaner, wie auch andere, nahmen einen großen Teil dieses Geldes dafür, um amerikanische Schulden zu kaufen und sie bei ihrer Defizitfinanzierung zu unterstützen.
Jetzt allerdings nehmen sie es für ihre eigenen Zwecke...und um Gold zu kaufen. So bleiben die USA sowohl ohne Geldfluss von Übersee als auch ohne inländische Ersparnisse. Amerika hat keine Mittel eine längere Phase des deficit spending aufrecht zu erhalten.
Viertens: Im letzten Jahr wurden 2 von 3 Dollars des Defizites durch das Anwerfen der Druckerpresse finanziert - oder ein nahegelegenem Äquivalent - von der Fed.
All diese Gründe sollten den Käufern von Anleihen einleuchten. Aber es scheint nicht so als fänden sie den Knopf. Sie kaufen amerikanische Staatsanleihen ohne jegliches Zögern. Und wer weiß? Vielleicht liegen sie ja richtig. Es sind fünf Jahre vergangen seit dem Zusammenbruch bei .
Es ist immer noch keine Besserung in Sicht. Keine Erholung. Stattdessen signalisieren die Anleiherenditen selber einen tiefen, wirtschaftlichen Schlaf. Wie ein japanischer Rip Van Winkle könnte die amerikanische Wirtschaft 5...10...20 Jahre schlummern. Und die Rendite der 10jahres Note könnte noch weiter fallen. Vielleicht bis zu 1%. Dann stünden die Käufer der Anleihen als Genies da, nicht als Idioten.
Menschen die ihre Häuser für 4% finanziert haben, werden sich ärgern nicht auf 3% gewartet zu haben. Und Leute, die Aktien gekauft haben, weil sie den Boom nicht verpassen wollten, werden es bedauern, dass sie kein Cash gehalten haben...da ihre Aktien um 20-50% fallen.
Und Leute, welche ihre Häuser mit 30% Abschlag gegenüber den 2007er Preisen gekauft haben, werden es bedauern, dass sie nicht gewartet haben. Denn dieselben Häuser wird es auch mit 40% Abschlag und 50% Abschlag gegenüber den 2007er Preisen geben.
- Kommentar von rolf bichsel
wen,wen,wen, und wen es den weihnachtsmann wirklich gibt herr bonner
Antworten- Kommentar von Lamberts
Ja, herr Doktor Weiß, ich fürchte sie haben recht und bei uns in Europa geht auch alles weiter wie gewohnt: Die Griechen gehen uns voraus und wir müssen alle mit - dahin wo sie heute sind. Vielleicht bringen die Linken nach der wahl am 17.Juni (ehemals Tag der deutschen Einheit) die Wende (oder Wende zurück) - Wohin ??? fragt Holger Lamberts
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