Wer empfiehlt was: ThyssenKrupp steigt in Analystengunst weiter auf
Cindy Bach in Insider Daily
vom 4. Februar 2011, 14:30 Uhr
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die Aktie von ThyssenKrupp ist generell nicht unbedingt ein „Analysten-Liebling". Auch aktuell gehen die Einschätzungen der Analysten zur deutschen Nummer eins im Stahlgeschäf weit auseinander, wie bei der t. Von "Kaufen" über "Halten" bis "Verkaufen" und Kurszielen zwischen 23 und 40 Euro (aktueller Kurs: 30,66 Euro) ist alles dabei. Doch gerade in den letzten Tagen wurden immer mehr Kaufempfehlungen "gesichtet".
Ganz sicher hat es weniger damit zu tun, dass Konzernchef Ekkehard Schulz nach 12 Jahren an der Spitze des Stahlkochers als CEo ausscheidet. Vielmehr hat er Thyssen sehr gut durch die Krise geschifft und bereist gemacht für die "Ära after Schulz", welche nun beginnt. Bei der jüngst stattgefundenen Hauptversammlung jedenfalls konnte Schulz ein fundamental gut gestärktes Unternehmen präsentieren, das nun in die Hände eines ehemaligen Siemens-Managers Heinricht Hiesinger gelegt wird. Und ihm traut man scheinbar eine gute Fortsetzung zu. Ich habe Ihnen alle aktuellen Analysteneinschätzungen in einem kurzen Überblick zusammengestellt:
Sieben mal "Kaufen" - einmal "Verkaufen"
Die Privatbank Berenberg hat die Einstufung für ThyssenKrupp vor dem Amtsantritt von Heinrich Hiesinger als neuen Vorstandschef auf "Kaufen" mit einem Kursziel von 36,00 Euro belassen. Der ehemalige Siemens-Manager sei für ein hohes Ansehen bei den Mitarbeitern bekannt und sei der richtige Mann an der Spitze des Stahlkonzerns, schrieb Analyst John Philipp Klein in einer am Montag vorgelegten Studie. Hiesinger dürfte die Umstrukturierungen im Edelstahlgeschäft beschleunigen und einen Partner für die Komponentensparte finden.
Die Analysten der Societe Generale haben die Bewertung für die Aktie von ThyssenKrupp vor Zahlen auf "Kaufen" mit einem Kursziel von 35,00 Euro belassen. Es sei davon auszugehen, dass mit Ausnahme von Steel Americas alle Geschäfts-Sparten einen positiven Beitrag zu den Zahlen des ersten Quartals geleistet haben, so die Experten.
Die UBS hat ThyssenKrupp nach Eckdaten zum ersten Geschäftsquartal 2010/11 auf "Kaufen" mit einem Kursziel von 35,00 Euro belassen. Die vorläufigen Kennziffern implizierten besser als erwartete Resultate und könnten zu steigenden Marktschätzungen führen, schrieb Analyst Andrew Snowdowne in einer Studie vom Montag. Der Stahlkonzern sei bestens für ein starkes Geschäftsjahr 2010/11 gerüstet und dürfte seine Umstrukturierung fortsetzen. Vor allem die zweite Hälfte des laufenden Geschäftsjahres sollte gut laufen, da ein Großteil der Verluste der Konzerntochter Steel Americas zu Beginn des Geschäftsjahres anfalle.
Die Deutsche Bank hat die Einstufung für ThyssenKrupp nach vorab veröffentlichten Zahlen zum ersten Geschäftsquartal auf "Kaufen" mit einem Kursziel von 35,00 Euro belassen. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 650 Mio. Euro ohne die Anlaufkosten für Steel Americas sei stark ausgefallen, schrieb Analyst Bastian Synagowitz in einer Studie vom Montag. Er hält das Papier für attraktiv bewertet.
JPMorgan hat ThyssenKrupp auf "Übergewichten" belassen. Ab dem zweiten Geschäftsquartal 2010/11 dürften sich alle Sparten des Stahlkonzerns besser entwickeln als bisher erwartet, schrieb Analyst Alessandro Abate in einer am Montag vorgelegten Studie. Trotz der für das erste Geschäftsquartal gestiegenen Verlustprognosen für die Tochter Steel Americas habe ThyssenKrupp die Gesamtjahresprognose für den Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) aufrechterhalten, begründete er seine Einschätzung.
Das japanische Analysehaus Nomura hat die Einstufung für ThyssenKrupp nach vorläufigen Zahlen auf "Kaufen" mit einem Kursziel von 35,00 Euro belassen. Die Anlaufphase für die Stahlproduktion in den USA schreite voran, schrieb Analyst Jeff Largey in einer Studie vom Mittwoch. Der Stahl- und Industriegüterkonzern verzeichne anhaltende Kostensenkungen und verfüge über ein solides Auftragsbuch. Sein Anlagehintergrund für ThyssenKrupp sei intakt.
Die Citigroup hat die Einstufung für ThyssenKrupp nach der Hauptversammlung auf "Kaufen" mit einem Kursziel von 40,00 Euro belassen. Der insgesamt im ersten Geschäftsquartal 2010/11 erzielte Betriebsgewinn von 654 Mio. Euro liege sieben Prozent über seinen Schätzungen, schrieb Analyst Anindya Mohinta in einer am Dienstag vorgelegten Studie. Allerdings seien hierbei die Anlaufkosten für die Stahlwerke in Amerika in Höhe von 377 Mio. Euro herausgerechnet, welche deutlich höher ausgefallen seien als die von ihm prognostizierten 133 Mio. Euro. Der neue Vorstandschef des Stahlherstellers, Heinrich Hiesinger, müsse nun zunächst den Investoren zusichern, dass das Restrukturierungstempo innerhalb des Konzerns auch nach dem Ausscheiden von Finanzvorstand Alan Hippe beibehalten werde.
Die Unicredit hat ThyssenKrupp auf "Sell" mit einem Kursziel von 23,50 Euro belassen. In den kommenden Monaten dürften die Aktien diversifizierter Stahlproduzenten zunehmend den Papieren nordeuropäischer, auf die Automobil- und Maschinenbaubranche ausgerichteter Stahlkocher vorgezogen werden, schrieb Analyst Christian Obst in einer Branchenstudie vom Mittwoch. Zudem bestehe Unsicherheit hinsichtlich der künftigen strategischen Ausrichtung von ThyssenKrupp. Nach dem Rücktritt des stark auf die Cash-Flow-Entwicklung fokussierten Finanzvorstandes Alan Hippe könnten die Investitionen wieder deutlicher steigen. Seine Prognosen für die Geschäftsjahre 2010/11 sowie 2011/12 lägen rund 20 Prozent unter den Marktschätzungen.
Kepler hat ThyssenKrupp vor endgültigen Zahlen zum ersten Geschäftsquartal auf "Hold" mit einem Kursziel von 30,00 Euro belassen. Da die vorläufigen Ergebnisse bereits bekannt seien, sollte es zu keinen größeren Überraschungen kommen, schrieb Analyst Rochus Brauneiser in einer Studie vom Donnerstag. Brauneiser rechnet mit einem Umsatz von 11,5 Mrd. Euro und einem bereinigten Vorsteuergewinn von 264 Mio. Euro. Sein neutrales Votum besiere vor allem auf der erwartung einer zunächst gedämpften Marktstimmung infolge des angekündigten Rücktritts von Finanzvorstand Alan Hippe.
Bleibt nun die Reaktion der Analysten auf die jüngste Nachricht aus der Stahlbranche abzuwarten. Denn wie die Kollegen von "Der Aktionär" heute berichten, entsteht gerade in Japan ein neuer Stahlgigant. "Nippon Steel und Sumitomo Metal Industries wollen sich zusammenschließen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken", so die ersten Informationen dazu. Könnte diese starke Macht im Osten die voranschreitende Internationalisierung des Geschäfts von ThyssenKrupp wieder bremsen? Oder reicht die eigene Kraft aus, um sich auf dem Weltmarkt weiter zu etablieren? Die Experten von "Der Aktionär" sehen keine unmittebare Gefahr durch die Fusion der beiden Japaner für ThyssenKrupp. "Viel entscheidender ist für Anleger, dass die Konjunktur weiter an Fahrt gewinnt und die beiden Stahlkocher die Krise viel schneller als von den meisten Experten erwartet hinter sich gelassen haben", so die Einschätzung.
Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende.
Ihre
Cindy Bach
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Josef Stöckl (04.02. 2011 18:18 Uhr):
Vielen Dank für die aktuellen Analysteneinschätzungen, Das ist ein ausgezeichneter Service und hilft dem kleinen Anleger ohne viel Zeitaufwand Thyssen Krupp einzuschätzen.
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