Cindy Bach nimmt in ihrem Börsennewsletter Insidergeschäfte unter die Lupe. Sie stellt regelmäßig „Directors’ Dealings“ vor - zum Vorteil ihrer Leser.
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Dax 30
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sie liegen zwar schon ein paar Tage zurück, deswegen besitzen die Insiderkäufe bei SAP dennoch nachhaltige Signalwirkung. Nahezu die komplette Vorstandsriege erwarb Ende Mai eigene Aktien den Unternehmens: Neben Finanzvorstand Dr. Werner Brand, der ein Paket mit 2.300 SPA-Aktien in sein privates Depot kaufte, nutzten auch die Vorstandsmitglieder Jim Hagemann Snabe und Bill McDermott die aktuelle Kursschwäche, um Unternehmensanteile am Aktienmarkt zu erwerben. Snabe kaufte ein Paket mit 4.200 eigenen Aktien im Gegenwert von 200.343 Euro, während McDermott in zwei Tranchen insgesamt 4.000 eigene Aktien im Gegenwert von 183.660 Euro erwarb. Nachfolgend alle Transaktionen im Überblick.
| Unternehmen: SAP AG | ||||||
| Datum | Name Insider | Stellung | Art | Anzahl | Kurs | Volumen |
| 24.05.2012 | Werner Brandt | Finanzvorstand | Kauf | 2.300 | 46,36 | 106.618 |
| 24.05.2012 | Gerhard Oswald | Vorstand | Kauf | 2.112 | 46,89 | 99.030 |
| 24.05.2012 | Bill McDermott | Vorstand | Kauf | 1.000 | 45,78 | 45.780 |
| 24.05.2012 | Jim Hagemann Snabe | Vorstand | Kauf | 4.290 | 46,70 | 200.343 |
| 23.05.2012 | Bill McDermott | Vorstand | Kauf | 3.000 | 45,96 | 137.880 |
Vielleicht hatten die Konzernbosse auf eine bessere Reaktion der Anleger auf ihre jüngste Neuigkeit gehofft. Schon seit Längerem wird es SAP nicht müde, zu betonen, welch großen Stellenwert man dem Cloud-Computing für die Zukunft einräumt. Und von diesem "Milliarden-Kuchen" will SAP natürlich etwas abhaben. Da nehmen die Walldorfer gerne auch mal Milliarden in die Hand. Die Walldorfer Software-Schmiede hat für 4,3 Mrd. Dollar den IT-Konzern Ariba gekauft und will damit im Markt für Cloud-Computing weiter angreifen. Ariba ist Betreiber der weltgrößten elektronischen Beschaffungsplattform für Unternehmen. Doch das Freudenfeuerwerk an der Börse blieb nach der Meldung aus. Wahrscheinlich haben die Anleger an Bill McDermotts Versprechen vom Jahresanfang zurück gedacht, als er nach der schweren Übernahme des Cloud-Spezialisten SuccessFactors betonte, SAP wolle sich nun voll und ganz auf das organische Wachstum konzentrieren. Jetzt greift man aber doch wieder tief in die Tasche und treibt das externe Wachstum voran.
Das meinen die Experten
Doch Anleger sollten weiter denken: Sicher, SAP zahlt mit knapp dem Neunfachen eines Jahresumsatzes einen hohen Preis für Ariba, sichert sich damit aber einen weiteren wichtigen Puzzleteil im wichtigen "Cloud-Zukunfts-Puzzle". Das sehen auch die Experten von Der Aktionärsbrief so. Der Mut werde langfristig belohnt, so der Tenor der Experten in der aktuellen Kaufempfehlung. Hier heißt es weiter: "Nur wenige Wochen nach der Übernahme von SuccessFactors schlägt SAP nun bei dem Cloud-Spezialisten Ariba zu und will dafür 4,3 Mrd. Dollar auf den Tisch legen. Wir begrüßen diesen Schritt. Es ist richtig, das Geschäft umzubauen. Zwar befindet man sich derzeit mit dem Stammgeschäft in einer der besten Wachstumsphasen der Unternehmensgeschichte. Allerdings wandelt sich die IT-Branche in atemberaubender Geschwindigkeit. Die so genannte Datenwolke Cloud sorgt dafür, dass schon in wenigen Jahren nichts mehr so aussehen wird wie heute. Daten, die heute noch auf privaten Festplatten gespeichert werden, werden zunehmend in Datenzentren gespeichert und zentral zur Verarbeitung bereitgestellt. Darauf muss sich jeder in der Branche einstellen. (...) Fazit: Strategisch ist der Kauf ein kluger Schachzug. Allerdings dürfte der teurere Kaufpreis kurzfristig belasten. SAP bleibt auf lange Sicht ein aussichtsreiches Investment und ist auf aktueller Basis mit KGV 13 per 2012 nicht teuer", so die Experten von Der Aktionärsbrief.
Ich wünsche Ihnen einen guten Börsentag.
Ihre
Cindy Bach