Wer empfiehlt was: Allianz
Cindy Bach in Investors Daily Update
vom 26. August 2009, 10:30 Uhr
nachdem der DAX zum Wochenbeginn mit 5.529 Punkten ein neues Jahreshoch erreicht hat, dürften heute erste Gewinnmitnahmen einsetzen. Anleger gehen zunächst in Wartestellung, da erneut wichtige Konjunkturdaten anstehen. Die Börse in Frankfurt hat am Mittag leichte Kursverluste verzeichnet. Kurz nach 12.30 Uhr wurde der Deutsche Aktienindex mit 5.511,18 Punkten berechnet. Das entspricht einem Minus von 0,16 Prozent im Vergleich zum grandiosen Vortag.
Außerdem warnen einige Analysten inzwischen wieder vor zu viel Optimismus. Die Konjunktur sei gegenwärtig noch weit entfernt von einem selbsttragenden Wachstum. Das konjunkturelle Umfeld sei noch immer skeptisch zu bewerten. Die Konjunkturstützungsprogramme der Regierungen wie etwa die Abwrackprämie zur Ankurbelung des Autoabsatzes sowie die Liquiditätsschwemme der Notenbanken haben seiner Ansicht nach die Finanzmärkte stark von der Realwirtschaft abgekoppelt, so der Tenor zahlreicher Marktexperten.
Dennoch sind weitere Kursanstiege an den Aktienmärkten nicht auszuschließen, wenn auch nicht mehr in so rasantem Tempo wie zuletzt. Zahlreichen defensive Investoren, die dem Aufschwung bislang misstrauten, könnten sich angesichts des anhaltenden Aufschwungs nun doch noch entschließen, in den Markt zu investieren. Eine abrupte deutliche Verschlechterung des Aktienmarktumfelds in diesem Jahr halte ich für sehr unwahrscheinlich. Zwischenzeitliche Rückschläge sollten begrenzt bleiben. Die überraschend positiven Konjunkturdaten verbessern zunehmend das Börsenumfeld und auch bei den Unternehmensgewinnen sind eindeutige Erholungstendenzen auszumachen.
Schauen wir also mal unter den 30 DAX-Werten nach, welches Papier die Experten in der bereits überaus passabel gelaufenen Rally noch als interessant und kaufenswert erachten. Besonders häufig findet man derzeit die Papiere von Versicherungsriese Allianz auf der Kaufliste der Experten. Neben Der Aktionärsbrief haben auch die Analysten von Der Aktionär und vom Effecten-Spiegel die Münchner auf ihrem Einkaufszettel.
Der Aktionär: Solide Bilanz, hervorragende Marktstellung und reichlich Wachstumsfantasie
Der Aktionär sieht die Allianz nach den jüngst überraschend positiv ausgefallenen Quartalszahlen wieder auf der Überholspur. "Nachdem in den vorangegangenen Quartalen die Folgen der Finanzkrise der Allianz oftmals das Ergebnis verhagelt hatten, sieht es nun deutlich besser aus: Die Abschreibungen sanken von 506 auf 144 Mio. Euro (wovon 112 Mio. Euro auf Aktien entfielen). Relativ wenig, wenn man bedenkt, dass die Allianz für sich und ihre Kunden rund 1,1 Billionen Euro am Kapitalmarkt anlegt, den Großteil in festverzinsliche Wertpapiere, stattliche 7% aber immer noch in Aktien. Angesichts der besseren Stimmungslage an den Börsen dürfte das Kapitalanlagegeschäft bald wieder einen deutlich positiven Ergebnisbeitrag liefern.
(...) Der deutsche Marktführer besitzt die nötigen Mittel, um Übernahmen zu stemmen. Zudem sind die Börsenwerte von vielen international tätigen Versicherungskonzernen im Zuge der Krise zum Teil erheblich gesunken. Die Allianz hat daher nahezu die Qual der Wahl, in welchem Bereich sie ihre ohnehin führende Marktstellung weiter stärken wird. Die Allianz verfügt über eine solide Bilanz, eine hervorragende Marktstellung und über reichlich Wachstumsfantasie. Zudem notiert die Aktie immer noch auf historisch niedrigem Niveau und ist mit einem 2009er-KGV von 9 günstig bewertet. (...)"
Auch der Effecten-Spiegel stuft die Ergebnisse des zweiten Geschäftsquartals als vielversprechend ein. Europas größter Versicherer habe es geschafft, seinen Gewinn im 2. Quartal u.a. dank Beteiligungsverkäufen um 21% auf 1,87 Mrd. Euro zu erhöhen. Operativ kam die Allianz auf ein Ergebnis von rd. 1,8 Mrd. Euro und blieb somit 33% hinter dem Vorjahreszeitraum zurück, verbesserte sich jedoch zum Q1 um 26 (1,4 Mrd. Euro). Die WGZ-Bank habe daraufhin ihre Allianz-Einstufung auf Buy" erhöht und ein Kursziel von 88 Euro ausgegeben, so die Experten vom Effecten-Spiegel.
Die Experten von Der Aktionärsbrief halten die Allianz-Aktie für einen erstklassigen "Nachzügler". International seien viele Versicherungs-Aktien bereits vorweggelaufen. Warum gerade die Allianz als Nachzügler dastehe, sei nicht nachvollziehbar. Das Zahlenwerk stehe den anderen in nichts nach. Das operative Ergebnis habe sich zuletzt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwar um 32,8 % auf knapp 1,8 Mrd. Euro reduziert. Allerdings notierte die Aktie zu diesem Zeitpunkt auch bei 130 Euro. "Das KGV per 2010 liegt bei 6,8. Die französische AXA kommt auf ein KGV von 8 und die italienische GENERALI auf ein KGV von 10. Fazit: Gelingt das Break bei 78 Euro, geht die Party los", ist in Der Aktionärsbrief zu lesen.