Wer empfiehlt was: Alcoa und General Electric
Cindy Bach in Insider Daily
vom 9. Juli 2009, 14:30 Uhr
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traditionsgemäß ist gestern mit der Bekanntgabe der Quartalsergebnisse von Aluminiumkonzern Alcoa, die Berichtssaison in den Vereinigten Staaten gestartet. Und überraschenderweise ist dieser Start weitaus positiver ausgefallen als befürchtet: Alcoa konnte mit seinem Ergebnis zum zweiten Quartal die Erwartungen der Experten schlagen. Das dürfte auch den Akteuren auf dem deutschen Aktienmarkt nach fünf Tagen mit Minusvorzeichen endlich mal wieder einen guten Handelstag bescheren. Dennoch habe ich heute neben Alcoa für Sie einen weiteren Wert aus den USA heraus gesucht, welcher aktuell auf den "Einkaufszetteln" der Analysten steht.
Werfen wir zunächst einmal einen genaueren Blick auf die Zahlen von Alcoa. Der weltgrößte Aluminiumkonzern leidet unter der eingebrochenen Aluminiumnachfrage und den deutlich gesunkenen Preisen. Deshalb musste man in den vergangenen drei Monaten erneut einen Verlust in die Bücher schreiben - übrigens den dritten in Folge. Allerdings fiel das Minus mit 454 Mio. Dollar oder 47 Cent je Aktie überraschend gering aus. Ohne Restrukturierungskosten belief sich das Minus auf 26 Cent je Aktie. Analysten hatten auf dieser Basis einen Verlust von 38 Cent erwartet. Den Umsatz für das zweite Quartal bezifferte Alcoa mit 4,2 Mrd. Dollar.
Effecten-Spiegel: "Nehmen Sie Alcoa unter die Lupe!"
Die Alcoa-Konzernführung sieht laut Medienberichten erste Anzeichen einer Stabilisierung. Dieser Meinung waren offenbar auch die Anleger. Nach Handelsschluss legte die Alcoa-Aktie kräftig zu: Zeitweise gewann sie fast 10 Prozent. Aktuell notiert die Aktie bei 9,46 US-Dollar ( Euro). Das ist immer noch billig, meinen auch die Experten vom Effecten-Spiegel, die Alcoa aktuell zum Kauf empfehlen. Schließlich war der Titel vor gut einem Jahr noch für gut das Vierfache zu haben.
Im Effecten-Spiegel ist dazu folgendes zu lesen: "Nach dem unvergleichlichen Kursabsturz im Zuge der Wirtschaftskrise sollten Langfrist-Investoren allmählich wieder einmal die Aktie von Alcoa unter die Lupe nehmen. Schließlich dürfte der weltweit größte Aluminiumproduzent dank seiner strikten Rosskur gestärkt aus der Krise hervorgehen. Trotz einer leichten Erholung ist der Titel zudem noch immer zu Kellerkursen zu haben. (...) Auch nach der jüngsten Kursstabilisierung auf aktuell 10,77 US-Dollar unterstreicht das Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,91 die krasse Unterbewertung des Aluminiumriesen. (...) In der Tat ist für Alcoa - wie für viele andere Konzerne - '09 ein schwieriges Jahr. Allerdings arbeitet der Global Player auf Hochtouren an seiner Restrukturierung. Sobald die Konjunktur anzieht, könnte Alcoa die Früchte seiner harten Arbeit ernten."
Zum Auftakt der neuen US-Bilanzsaison bestärke Alcoa damit die Hoffnungen auf eine allmähliche Erholung der Weltwirtschaft. Anleger hoffen nun auf weitere positive Überraschungen, wenn nächste Woche unter anderem eine Reihe von Banken, der weltgrößte Chiphersteller Intel und der Mischkonzern General Electric ihre Zahlen vorlegen. Letztere könnte laut Experten vom Zürcher Trend die schwierigste Zeit hinter sich haben. Das gelte sowohl für das operative Geschäft als auch für die finanziellen Belange. Zur Erinnerung: GE war wegen seiner Tochter GE Capital voll in die Finanzkrise impliziert und hatte dadurch sein AAA-Rating eingebüßt.
Börse Aktuell: General Electric mit neuem Focus
Auch die Experten von Börse Aktuell haben den "Mischriesen" wieder auf die Kaufliste gepackt. Hier ist zu lesen: "US-Präsident Barack Obama will möglichst vielen Amerikanern eine erschwingliche Krankenversicherung bieten. Deshalb sollen sämtliche Gesundheitsangebote auf Einsparpotenziale durchleuchtet werden. General Electric will sich das für seine Medizintechniksparte zunutze machen und mit Neuentwicklungen den Ärzten beim Sparen helfen. Dazu werden die Investitionen in diesen Bereich verdoppelt, in den kommenden sechs Jahren sollen 6 Mrd. Dollar in neue, Medizintechnikprodukte, Partnerschaften und Projektfinanzierungen fließen. Angenehmer Nebeneffekt: Damit reduziert GE auch seine Abhängigkeit von der angeschlagenen Finanzsparte."
Der Optimismus ist spürbar zurückgekehrt. Ob dieser von Dauer ist, das werden uns die kommenden Wochen und die Konzernergebnisse zeigen. Wir werden davon berichten.
Herzliche Grüße, Ihre
Cindy Bach