Wer braucht bei einer solchen Erholung noch Feinde?
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 4. Februar 2010, 07:30 Uhr
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Was für eine Erholung! Wenn sich die Wirtschaft weiterhin in dieser Form erholt, dann werden wir bald alle ruiniert sein.
Die Hausverkäufe brechen ein... die Arbeitslosigkeit steigt... und die Menschen werden ärmer!
Der Dow legt kaum zu. Aktien stecken in Schwierigkeiten. Wir haben den ersten Abwärtstrend erlebt. Wir haben eine kurzfristige Erholung erlebt. Wir sind bereit für den nächsten tiefen Einbruch.
Vergangene Woche kamen die jüngsten Zahlen für den Verkauf von Bestandsbauten für Dezember heraus. Sie waren enttäuschend - und lagen um fast 17% unter den Absätzen des Vorjahrs.
Die Arbeitslosenzahlen steigen auch weiterhin, soweit ich es feststellen kann. Sie steigen aus zwei Gründen. Zum einen, weil wir uns in einer Krise befinden. Und weil die Regierungsvertreter versuchen, etwas dagegen zu tun.
In dieser Hinsicht beziehe ich mich auf drei unterschiedliche Phänomene. Sie stehen in einem Zusammenhang... sie alle zeigen das Gleiche: Eine Wirtschaft, mit der es bergab geht.
Zuerst sind in der vergangenen Woche die Anträge auf Arbeitslosenhilfe gestiegen... um 36.000 weitere Antragssteller.
Das erste stammt von Bloomberg:
Beschäftigungszahlen sinken
Die Zahl der Beschäftigten ist im Dezember in 39 Staaten zurückgegangen, sieben mehr als im Vormonat, was darauf hinweist, dass die Stellenverluste weit verbreitet sind.
Die Zahl der Lohnempfänger zeigte in Kalifornien den stärksten Einbruch - sie ist im vergangenen Monat um 38.800 gefallen, heißt es in Zahlen, die vom Arbeitsministerium in Washington in der vergangenen Woche veröffentlicht wurden. Texas folgt mit einem Rückgang um 23.900 und Ohio kam als nächstes mit einem Rückgang um 16.700."
Bei einer landesweiten Arbeitslosigkeit, die man in diesem Jahr mit durchschnittlich 10% prognostiziert, werden auch die Haushalte der Bundesstaaten stark durch eingeschränkte Steuereinahmen und die Zahlung von Arbeitslosenversicherungen belastet werden. Während der Takt der Entlassungen sich im vergangenen Jahr gelockert hat, ist die Zeit, die man braucht, um einen neuen Job zu finden, auf einen Rekord von 29,1 Wochen im Dezember gestiegen."
Die Beschäftigungszahlen sind immer noch sehr schwach und das ist der Grund, warum die Arbeitslosenquote auch weiterhin steigen wird, sagte Marisa Di Natale, von Moody's Economy in West Chester, Pennsylvania vor dem Bericht. Es gibt einige Staaten, die in ziemlich großen Schwierigkeiten stecken - fiskalisch gesehen. 2010 wird für sie kein gutes Jahr werden.'"
Die Arbeitslosenquote der Vereinigten Staaten hielt sich im Dezember bei 10%, sagte das Arbeitsministerium am 8. Januar. Ein Anstieg der Zahl entmutigter Arbeiter, die den Arbeitsmarkt verlassen, hat verhindert, dass diese Zahl weiter gestiegen ist."
Die Beschäftigungszahlen sind in allen 50 Staaten im Jahr 2009 zurückgegangen, wobei Wyoming, Michigan und Arizona den größten prozentualen Einbruch zeigen. Im District of Columbia gab es Stellenzuwächse 6.200 Stellen in den 12 Monaten bis Dezember."
Nevada und West Virginia zeigten den größten Anstieg der Arbeitslosen unter den Staaten im vergangenen Jahr, wobei beide um 4,6 Prozentpunkte gestiegen sind. Alabama kam mit einem Zuwachs von 4,5% als nächstes, gefolgt von Michigans Anstieg um 4,4 Prozent."
Eine Analyse, die von Associated Press durchgeführt wurde, zeigt, dass die Konjunkturausgaben keine Auswirkungen auf die Beschäftigungszahlen hatten. Associated Press hat sich die Landkreise angesehen, die viel Geld aus den Töpfen des Konjunkturprogramms erhalten haben, um Straßen und Brücken zu reparieren und diejenigen, die kein Geld erhalten haben... Sie konnten keine Verbindung zwischen den Ausgaben und den Beschäftigungszahlen feststellen.
Davon bin sogar ich ein wenig überrascht. Ich weiß, dass die Konjunkturausgaben Geldverschwendung sind. Aber ich habe gedacht, die Regierungsvertreter würden in der Lage sein, hier und dort zu etwas höheren Beschäftigungszahlen beizutragen, wenn sie sich wirklich dahinterknien würden... offenkundig ist es aber nicht so... zumindest nicht beim Ausmaß des aktuellen Konjunkturausgabenprogramms.
Um die ganze Sache ein wenig allgemeiner zu formulieren: Konjunkturprogramme kurbeln die Konjunktur überhaupt nicht an. Um genau zu sein, verzögern sie sie eher. Und dann schwächen sie... indem sie das Kapital aus seinen produktiven Verwendungszwecken ziehen und es verschwenden. Anstatt den Privatsektor sich selbst zu überlassen, so dass er neue Wege finden kann, die Ressourcen an die Arbeit zu bringen, nehmen die Regierungsvertreter die Ressourcen und verschwenden sie auf altmodische und unproduktive Weise.
Das Ergebnis:
Das Geld ist ausgegeben, die Wirtschaft wurde nicht angekurbelt, die Leute sind ärmer.
Wachsende Armut in den USA
Zum anderen kam Brookings Institution mit einer neuen Warnung. Darin hieß es, dass 30% der Bevölkerung des Landes entweder bereits in Armut leben oder auf dem Weg in die Armut sind. Die Vereinigten Staaten werden zu so etwas wie einem Entwicklungsland, in dem dem Bericht zufolge 39,1 Millionen Menschen in Armut leben.
Viele Städte haben bereits eine Armutsquote von 30% erreicht - darunter Cleveland, Detroit, Youngstown, Buffalo, Syracuse, Dayton und Hartford, Connecticut. Aber Armut steigt in den Vororten am schnellsten, heißt es in dem Bericht.
Ich füge hier eine Fußnote an: Ungefähr 40 Millionen Amerikaner leben außerdem von Lebensmittelmarken - das ist ein neuer Rekord.
Subventionierung der Arbeitslosigkeit
Zum Dritten ermuntern die Regierungsvertreter die Leute, NICHT zu arbeiten, während sie das Geld aus den produktiven Unternehmen und von den ehrlichen Sparern nehmen. Wie ist das möglich? Alan Reynolds, der für die New York Post schreibt, erklärt, dass die Regierungsvertreter vermutlich zwei Punkte zur Arbeitslosequote hinzuaddiert haben, indem sie ganz einfach die Arbeitslosenunterstützung von traditionell 26 Wochen auf aktuell 79 Wochen ausgedehnt haben.
Wenn man etwas subventioniert, dann bekommt man mehr davon...", schreibt er.
So funktioniert die Regierung. Sie bestrafen Erfolg und sie belohnen das Scheitern. Wenn jemand das Glück hat, einen guten Job zu finden und eine Menge Geld zu verdienen, dann besteuern die Regierungsvertreter ihn so sehr, dass er es verliert. Wenn er daran scheitert, einen Job zu finden, dann geben sie ihm hingegen Geld. Je länger er arbeitslos bleibt, desto mehr Geld geben sie ihm.
Wenn ein Banker seine Bank gut führt, dann bekommt er von den Regierungsvertretern nichts als Schwierigkeiten... Papierkram, Bürokratie, Regulierung. Aber wenn er die Bank schlecht führt, dann bekommt er Finanzspritzen im Wert von mehreren Milliarden Dollar.
Wenn ein Automobilhersteller das beste Unternehmen der Welt nimmt und es ihn den Ruin führt, dann bekommt er die Unterstützung der Regierung. Aber wenn er sein Unternehmen gut führt, dann bekommt er nichts als Kopfschmerzen.
Das Konjunkturprogramm der Regierungsvertreter bezahlt fürs Scheitern.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Eckehard Hilf (04.02. 2010 11:02 Uhr):
Dass man die erfolgreichen bestraft, zeigt folgender Brief an den deutschen Bundesminister der Finanzen in seinem Offenburger Wahlkreis: Sehr geehrter Herr Dr. Schäuble, vor 200 Jahren gab es Schmuggler. Steuerhinterzieher sind eine Erfindung des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Im Unterschied zu den Schmugglern sind das im Durchschnitt ehrbare Leute, die mit ihrem Einsatz und Einfallsreichtum Erfolg hatten. Natürlich auch zugunsten von Arbeitern, die bei ihnen auf der Lohnliste standen. Die Londoner City weiß solche Leute zu schätzen und schützt ihr Vermögen. Deshalb musste es auch die Labour-Regierung so belassen, dass Ausländer mit dem Status "Resident but not Domiciled" auf ihre Kapitaleinkünfte aus dem Ausland in Großbritannien steuerfrei sind, wenn sie dort resident sind. In früheren Jahren hieß es gegenüber Terroristen, die sich namhafte Leute geschnappt hatten: Der (Rechts-)Staat lässt sich nicht erpressen! Wie steht es heute damit? Die Vereinigten Staaten hatten in ihrer ursprünglichen Verfassung gelobt, Einkommenssteuer werde es nicht geben. Seit dem Bruch mit diesem ehrbaren Grundsatz geht es mit diesem Staat schubweise bergab. Das Heilige Römische Reich deutscher Nation gab in Gestalt seines Kaisers Sigismund Johann Hus die Zusicherung persönlicher Unversehrtheit, damit er beim Konzil in Konstanz 1413 erscheine. Die "Guten" (damals vertreten durch die Geistlichkeit, heute eher durch "Grüne", "Rote" und "sozial Gerechte") haben den Kaiser umgestimmt und der ließ den Böhmen verbrennen. Seitdem hat dieses Reich keinen Fuß mehr auf den Erdboden bekommen (siehe 30 jähriger Krieg und deutscher Flickenteppich). Bei den Mongolen, die im Mittelalter das größte Reich auf der Erde erschufen, gab es für Verrat die schlimmste aller (Todes-)Strafen. Was wird das Ende unseres Staates sein, der sich mit Verbrechern an einen Tisch setzt und gegen das eigene Volk (auch wenn es "die Reichen" sind) Krieg führt? Die Fluch der Leute, die jetzt an den Pranger gestellt werden, wird unser Land mehr schwächen, als der Verlust von schnöden hundert Millionen Euro, die Ihre Regierung zur "Rettung von Banken" andrerseits gemeint hat, locker verkraften zu können. Um dem ein Ende zu machen schlage ich vor, die Einkommenssteuer und ähnliches zur Schnüffelei ermunterndes Werkzeug "auf dem Kehricht der Geschichte" zu verschrotten und durch Umlagen zu ersetzen, die auf den Verbrauch von Gütern und Landschaft, auf soziale Risiken beim Betrieb von Großfirmen, auf Luxus und andere Standortinteressen erhoben werden können. Im Übrigen wäre es eine Überlegung wert, auf die Auswertung der kriminellen CDs zu verzichten und statt dessen, bis ein praktikabel transparentes Steuersystem installiert ist, das ganz Europa zur Steueroase machen könnte, eine dauerhafte Amnestie auf die sich selbst zur Anzeige Bringenden zu verordnen. Die meisten Betroffenen werden, soweit sie im Land bleiben wollen, schon aus Erleichterung diese Möglichkeit nutzen und Ihnen, verehrter Herr Dr. Schäuble, viel Kummer und Rechtsstreit ersparen und statt dessen Sie und das zurück gebrachte Geld segnen. Mit freundlichen Grüßen aus dem Murgtal bei Baden-Baden Dr Eckehard Arnold Hilf
Antworten - Kommentar von Lykkedeeler (04.02. 2010 11:52 Uhr):
Leider kopiert Europa die US Fehler. Auf die Weise wird die Krise auch Europa erreichen.
Antworten - Kommentar von ahijama (04.02. 2010 13:37 Uhr):
naja, grob gesehen haben sie schon recht und ich bin auch ein begeisterter leser ihrer beiträge, baer dieser hier ist nicht wirklich stimmig. leider ist hier nicht genug platz um auf ihren artikel im detail einzugehen, daher nur ein kleiner hinweis: der zustand der infrastruktur in den usa war und ist katastrophal. das ist bekannt. nieman wusste woher mit dem geld für die notwendigen invetsitionen. jetzt "urplötzlich" ist das geld da. und da sitzen dann auch noch leute an hebeln, die erlaubter weise die börse manipulieren dürfen. dazu gab´s 9/11 usw. usw.suw. also wenn das kein zufall ist ??? wenn man´s bedenkt und ausrechnet ist die wahrscheinlichkeit, dass dies zufälle sind ungefähr so hoch wie die entstehung von leben auf der erde per zufall (nach den derzeitigen wissenstand jedenfalls). schon merkwürdig - wie sehen sie das ?
Antworten - Kommentar von Franz Müller (04.02. 2010 13:59 Uhr):
Im Grossen und Ganzen haben Sie schon Recht, nur die Meldung mit der Arbeitslosenquote, die durch die Arbeitslosenunterstützung gestiegen wäre, ist falsch und zynisch. Zweifellos ist der eine oder andere durch ein etwas besseres Arbeitslosengeld weniger verzweifelt und weniger motiviert, jede beliebige Arbeit zu jedem (beliebig schlechten) Lohn anzunehmen, aber bei der Quote stehen für jeden, der sich mit dem Arbeitslosengeld zufriedengibt, drei andere, die nicht zum Zug kommen würden, wenn er den Job nehmen würde, sodass sich an der Quote nichts ändern würde. Wo die Jobs fehlen, hilft der Druck auf die Arbeitslosen nicht viel.
Antworten - Kommentar von Holger Lamberts (04.02. 2010 17:45 Uhr):
S.g.Herr Bonnner, die Konjunkturmilliarden verpuffen ohne jede Wirkung auf den Arbeitsmarkt, schreiben sie richtig. Radikale Politiker haben aber oft gezeigt, dass es auch anders geht. Ein Betriebswirt muß sich mit seine Ausgaben an der Nachfrage für seine Produkte/Dienstleistungen orientieren. Das ist richtig, wenn er sich von günstigen Angeboten verleiten lässt, geht sein Betrieb pleite. Die öffentliche Hand, und dazu gehören auch Kreditfinanzierungen der Banken, können sich sehr wohl am Angebot orientieren und Investitionen vorziehen, wo frei Kapazitäten für günstige Angebote sorgen. Dass mit diesem Rezept nicht nur radikale Politiker die Wirtschaft schnell in Schwung bringen können sodern auch besonnene Staatsmänner "Wirtschaftswunder" vollbrigen können hat Ludwig Erhard in den 50er und 60er Jahren gezeigt. Warum wird derzeit also nur Geld in die "saueren Wiesen" (Kirschschläger) gepumpt, von wo die Liquidität dann wieder nur in den überschwemmten Kapitalmarkt fließt und warum kann nicht auch ein renommierter Wirtschaftsverlag täglich auf diese erprobten Rezepte (Kadiz-Doktrien) hinweisen ??? Müssen erst wieder radikale Politiker an die Macht kommen, damit notwendige Massnahmen ergriffen werden ? Ich als Mitglied der "wehrlosen Gesellschaft" (Packart) kann nur Leserbriefe schreiben, die da oben aber niemand liest. Ich danke dennoch, dass ich mich hier äussern durfte mit verbindlichen Grüssen Holger Lamberts
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