Wer bestimmt Angebot und Nachfrage!
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 17. März 2008 20:45 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
wie am Donnerstag angekündigt widme ich mich heute zum zweiten Mal dem Thema Rhodium.
Zu diesem Zweck möchte ich Ihnen zunächst eine kleine Einführung in die Basisfakten des Marktes geben.
Die Angebotsseite
Rhodium, das wohl derzeit teuerste Edelmetall der Welt, darf wohl als das seltenste natürliche Metall betrachtet werden, welches in nennenswerten Kapazitäten, in Relation zu seinem geringen Vorkommen produziert wird.Die größten Vorkommen der Erde befinden sich in der südafrikanischen Merensky Reef Formation aus Nickel- und Kupfersulfiden.Da es nur in äußerst geringen Mengen in den Erzen vorhanden ist, wird es zusammen mit den Begleitelementen der Platinfamilie gefördert.Das bedeutet im Klartext, dass man bislang auf diesem Planeten kein primäres Rhodium Vorkommen entdeckt hat. Folglich bedeutet dies, wenn man Rhodium wirtschaftlich sinnvoll abbauen will, dann geht das nur, wenn man das Metall als Nebenprodukt eines anderen Metalls fördert.Vorzugsweise Platin und Palladium. Der Clou ist, dass mehr als die Hälfte des weltweit geförderten Rhodiums aus Afrika stammt.Ansonsten gibt es noch kleinere Vorkommen im Ural und Nord – und Südamerika.
Die jährliche weltweite Gesamtproduktion liegt bei lediglich 800.000 Unzen.
Das Oligopol
Der Markt wird von der Angebotsseite her, folglich von einigen wenigen Unternehmen beherrscht. Ein Oligopol also. Mehr als die Hälfte der Jahresproduktion stammt aus Südafrika.Im Klartext bedeutet dies: Wenn in Südafrika aus irgendeinem Grund die Platinproduktion – denn Rhodiums ist nur ein Nebenprodukt – unterbrochen wird, sei es durch Streiks, technische Ausfälle oder andere Umstände, dann ist die Rhodiumproduktion ebenfalls gestoppt.
Die Produzenten
Rhodium ist nicht als Future Kontrakt an einer Börse handelbar. Der Spotpreis wird durch Johnson Matthey in London bekannt gegeben.Weltweit gibt es nur eine Handvoll Unternehmen, die in der Lage sind Rhodium zu produzieren und zu verkaufen.
Das heißt dieser äußerst kleine Markt, abseits jeder handelbaren Terminmärkte, wird ausschließlich durch die Produzenten und eine Handvoll offizieller Market Maker gelenkt.
Verwendung
Rhodium weist gegenüber den anderen Metallen der Platingruppe eine höhere elektrische Leitfähigkeit und Wärmeleitfähigkeit auf. Es dient vor allem der Herstellung des Platin – Rhodium Katalysators, zur Verwendung in der chemischen Industrie.
Ein Katalysator ist ein Stoff der die Reaktionsgeschwindigkeit einer chemischen Reaktion beeinflusst, ohne dabei selbst verbraucht zu werden.
Deswegen findet Rhodium vornehmlich in Autokatalysatoren Verwendung. Rhodium dient hier der Reduktion von Stickoxid zu Stickstoff. Das heißt mit Hilfe eines Rhodiumkatalysators wird die Emission des giftigen Stickoxids (NOx) aufgehalten.
Daneben findet man das Metall als Legierungszusatz in Platin und Palladiumlegierungen. Es dient dabei der Steigerung der Festigkeit. So kommt es zum Einsatz in Heizspiralen, Thermoelementen, in der Herstellung von Glasfasern, in Laborgeräten, Kontaktwerkstoffen, und Zündkerzenelektroden. Damit ist es ein Metall, welches vor allem für die High-Tech-Industrie von großer Bedeutung ist. Zunehmend wird es auch in der Schmuckindustrie verwendet.
Die US Automobilindustrie…
..nutzt 60 % des jährlich weltweit produzierten Rhodiums.
Insgesamt werden 87% der weltweiten Rhodium-Produktion von der Automobilindustrie und in der Herstellung von Flachbildschirmen verwendet.
Rhodium ist ein Bestandteil von Automobilkatalysatoren. Das Metall ist in der Lage die giftigen Stickoxid – Emissionen in Stickstoff umzuwandeln. Dabei genügt für die Produktion eines einzigen Katalysators, durchschnittlich eine Menge zum Preis von 60-100 USD.
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