Wenn Sie mal in New York sind: Gehen Sie ins "Harvest"!
unserem Korrespondenten Eric Fry in New York in Investors Daily
vom 15. Oktober 2003 18:00 Uhr
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Der Nasdaq Composite hat fast ein neues 21 Monats-Hoch erreicht. Die Investoren erwarten, dass der Dow Jones den Bereich um 9.700 Punkte und der Nasdaq den um 1.900 Punkte absichern, bevor es weiter geht Richtung 10.000 (Dow Jones) und 2.000 (Nasdaq).
Das Gold hatte zuletzt ja etwas verloren, aber jetzt sieht es so aus, als ob es sich gefangen hat und wieder auf dem Vormarsch ist. Die Goldminenaktien entwickelten sich noch besser – so konnte der Philadelphia Gold and Silver Index alleine am Dienstag 2,4 % zulegen. Und auch beim Euro scheint die technische Korrektur schon wieder vorüber zu sein.
Normalerweise fällt der Goldpreis, wenn der Dollar steigt. Aber derzeit scheint das Gold unbeeindruckt so oder so in Richtung 400 Dollar pro Feinunze zu marschieren. Offensichtlich hat das Gold in den letzten Jahren sowohl in den USA als auch in anderen Staaten ein paar Bewunderer hinzugewonnen. So ist z.B. die asiatische Goldnachfrage stark – und wachsend.
"Immer mehr einheimische Investoren sind am Goldmarkt interessiert", so der Shanghai Daily, "und mehr als 20 % der Aktienmarktinvestoren sind dazu bereit, einen Teil ihres Vermögens an den Goldmarkt zu transferieren, laut einer Umfrage unter Investoren in 10 chinesischen Städten ... 7,5 Millionen Aktienmarktinvestoren werden in der nächsten Zukunft in Gold investieren, so die Umfrage."
Hmmmm ... 7,5 Millionen chinesische Investoren können nicht falsch liegen, oder?
Um mit dem "Welt-Erkunder"-Thema, das Bill Bonner eben angerissen hatte, weiterzumachen: Gestern war ich auf einer Party am Ufer des Hudson River (dieser Fluss ist nach Henry Hudson benannt, der diesen Fluss 1609 entdeckte, als er eine Nordwestpassage suchte). Es war ein schöner Herbsttag, und ich aß im "Harvest" Restaurant zu Abend. Ich verbrachte die Hälfte der Zeit mit Antipasti und gebratenem Lamm, und die andere Hälfte der Zeit damit, meinen 5jährigen Sohn vom Ufer fernzuhalten.
Jeden Oktober lädt der Restaurantbesitzer seine Familie und seine Freunde ein, um die Traubenernte mit einem italienischen Fest zu feiern. Und was für ein Fest das ist! Dieses Restaurant ist ohnehin mein Lieblingsrestaurant in New York außerhalb von Manhattan, und zwar sowohl wegen des sehr guten Menus als auch wegen der spektakulären Lage. Das Restaurant liegt wie gesagt am Hudson River, eine halbe Stunde mit dem Zug nördlich von New York.
Die Küche serviert dieselben Mahlzeiten, die die italienischen Besitzer auch für sich selbst zubereiten. Mit anderen Worten ... die Besitzer essen ihr selbst Gekochtes ... anders als an der Wall Street.
An der Wall Street verschmähen die Leute ihre eigenen Sachen. Besonders die Unternehmensinsider. Laut Thomson Financial haben diese im letzten Quartal sowenig wie noch nie seit einem Jahrzehnt Aktien des eigenen Unternehmens gekauft. Aber sie zögern nicht, Aktien des eigenen Unternehmens zu verkaufen. Für jeden gekauften Dollar Kurswert verkauften Sie 36 Dollar Kurswert.
Newsday beobachtet: "Seit März haben die Investoren die Aktienkurse fast ständig hoch getrieben, offensichtlich davon überzeugt, dass sich die Wirtschaftslage verbessert, die Unternehmensgewinne wieder wachsen und die Rally des Marktes real ist. Die Unternehmensinsider stimmen damit offensichtlich nicht überein. Sie haben im dritten Quartal insgesamt für 8,7 Milliarden Dollar eigene Aktien verkauft, das ist der höchste Quartalswert seit dem zweiten Quartal 2001 ... wissen diese Unternehmensvorstände mehr, als der Rest von uns?"