Wenn man die Verbraucher besticht, damit sie die Wirtschaft retten

in Kapitalschutz Akte zum Thema Weitere Börsenthemen
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Die Vereinigten Staaten haben heute offiziell die höchste Arbeitslosenquote aller großen Wirtschaftssysteme. Sogar Frankreich, das Land, das historisch eine Wirtschaft mit einer hohen Arbeitslosenrate ist, hat momentan eine Arbeitslosenquote von 9,5%, während die Vereinigten Staaten bei 10,2% liegen.


Und wenn es um die Inflation geht, findet man die geringste Inflationsrate unter den größeren Wirtschaftssystemen in - Sie haben es sicher schon erraten - Japan. Nachdem es zwanzig Jahre auf und ab ging mit der Deflation, geht es jetzt in Japan wieder los... mit einer Inflation, die bei negativen 2,2% liegt. Aber die Inflation ist auch in den Vereinigten Staaten negativ - bei -1,3%.

Sowohl Japan als auch die Vereinigten Staaten behaupten, sie hätten ein positives Wachstum des Bruttoinlandsprodukts verglichen mit Europa, das sich immer noch in einer Rezession befindet. Doch überall auf der Welt, mit Ausnahme vielleicht der BRIC-Länder - ist das Wachstum schwach und zögerlich.

Die Vereinigten Staaten und Großbritannien sind beide Verbraucherökonomien. Kein Konsum, kein Wachstum. Aber wie erreicht man, dass die Menschen, die zu viel konsumiert haben, noch mehr konsumieren? Sie wissen, dass sie es sich nicht leisten können, weiter Geld auszugeben. Und sie wissen, dass es nur noch schlimmer wird, wenn sie sich weiter verschulden. Was kann man also tun?


Man besticht sie.

Man gibt ihnen noch mehr Geld, z.B. als Arbeitslosenhilfe. Oder man gibt ihnen einen Steuernachlass, wenn sie ein neues Haus kaufen. Oder man gibt Unternehmen einen großen Steuernachlass. Beim jüngsten Konjunkturprogramm haben die Regierungsvertreter alles getan - und zudem haben sie Pulte Homes einen Steuernachlass von 450 Millionen Dollar gewährt.

Mir selbst ist noch kein Steuernachlass untergekommen, der mir nicht gefallen hätte. Aber bei einem Defizit von 13% des Bruttoinlandsprodukts mache ich eine Ausnahme. Auf die eine oder andere Art wird jemand für das große Konjunkturprogramm der Regierungsvertreter bezahlen müssen. Die Steuerzahler. Die Anleihenbesitzer. Und alle genannten.

Präsident Obama hat den Massen in Singapur am vergangenen Wochenende gesagt, dass er sicherstellen würde, dass Ben Bernanke sich von seinen Helikoptern fernhält. Die Chinesen sind die größten Anleihenbesitzer in der Welt. Die Japaner kommen an zweiter Stelle. Diese beiden Länder finanzieren einen großen Teil der aktuellen Ausgaben Amerikas.

Amerikas Präsident ist natürlich eifrig darum bemüht, das Geld weiterhin fließen zu lassen. Also muss er dem größten Kreditgeber des Landes versichern, dass die Kredite, an die Vereinigten Staaten angemessen zurückgezahlt werden... und in einer guten Währung.

China allein hat Reserven von 2,3 Billionen Dollar... überwiegend Dollar. China will natürlich diversifizieren. Aber sie sitzen in einer Falle, die sie sich selbst gestellt haben. Wenn sie sich vom Dollar trennen, dann unterminieren sie seinen Wert... und den Wert ihrer eigenen Reserven. Hinzu kommt, dass Amerika immer noch Chinas wichtigster Kunde ist. Sie müssen an Amerika verkaufen. Und dafür müssen sie ihre eigene Währung daran hindern, zu sehr gegenüber dem Dollar zu steigen. Ein teurer Yuan macht die Produkte aus China vergleichsweise teurer verglichen mit anderen Exporteuren.

Das interne System wird so also fortgesetzt... Amerika bringt Dollar in Umlauf. Das Ausland nimmt sie, als hätten sie einen Wert. Und sie werden einen Wert haben... solange sie sie noch annehmen.

Die Zeitungen der Neunziger und der frühen Jahre dieses Jahrhunderts waren voll von Berichten darüber, wie großartig Amerika ist. Die Wirtschaft sei so dynamisch... die Unternehmer seien so clever... das Finanzsystem sei so entwickelt und flexibel. Was könnte also schiefgehen?

Alles kann schief gehen

Und jetzt werden wir viel Unsinn darüber lesen, wie schrecklich das Land ist.

Der amerikanische Traum muss in Ordnung gebracht werden", ist ein Vorläufer dieses Themas. In der Financial Times konzentrierte man sich kürzlich auf die Unbeweglichkeit des amerikanischen Systems. Es gab eine Zeit, zu der ein junger Amerikaner ganz unten anfangen konnte, und sich dann nach oben arbeiten konnte. Glück und Anstrengung waren das einzige, was dazu nötig war. Aber heute bleiben die Leute da, wo sie sind, wie Wissenschaftler der Brookings Institution herausfanden. Wenn man in Amerika arm geboren wird, dann ist es wahrscheinlicher, dass man arm bleibt, als wenn man arm in Großbritannien, Dänemark oder Schweden oder in Dutzenden anderer Länder geboren wird.

Was ist passiert? Die Autoren sagen es nicht. Also werde ich das übernehmen. Erfolg gedeiht auf dem Scheitern. Wenn eine Gesellschaft reich wird, finden immer mehr Menschen eine Möglichkeit mit dem System zu spielen. Die Elite erhält einen Steuernachlass, es gibt Zölle und protektionistische Maßnahmen. Und jede neue Steuer auf Einkommen macht es noch schwerer für die Aufsteiger, den Reihen der Reichen beizutreten. Die Armen erhalten auch ihre parasitären Zahlungen. Wohlfahrt, Arbeitslosenunterstützung, Gesundheitsversorgung, Lebensmittelmarken, Social Security - all diese Programme geben den Armen einen Anreiz arm zu bleiben.

von
Bill Bonner
Bill Bonner

Bill Bonner ist einer der anerkanntesten Finanzexperten der USA und Bestseller-Autor. Bei uns schreibt er regelmäßig im Börsen-Newsletter Kapitalschutz Akte.


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Kommentar von Lothar Marte

Zu den "parasitären Zahlungen": Was ist mit jenen Mitbürgern, die nicht für sich selbst sorgen können? Was ist mit all jenen Mitbürgern, deren Arbeit nicht gebraucht wird, weil Maschinen, Automaten, Programme deren Arbeit verrichten?

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Kommentar von bruno

...oh, diese armen parasitären Zahlungsempfänger...als wenn das nicht die grösseren Parasiten sind, die für schlechteste Leistungen noch fette Bonuszahlungen einstreichen. Sicherlich stimmt da doch einiges am Gesamtsystem nicht. Vielleicht gibt es unter den parasitär stimulierten Armen sogar welche, die den Job der reichen Parasiten besser machen würden...aber wie sagt der Artikel:"...Wenn man in Amerika arm geboren wird, dann ist es wahrscheinlicher, dass man arm bleibt, als wenn man arm in Großbritannien, Dänemark oder Schweden oder in Dutzenden anderer Länder geboren wird...." Da die Anteile zahlenmässig so verschieden sind und sich dieser parasitäre Widerspruch logischerweise verschärfen wird, muss man wohl nachdenken, was man mit den Massen wohl anstellen sollte, damit man sie ruhig hält. Diese Gedanken gefallen mir ganz und gar nicht, da liegt so viel übelste Phantasie drin... Sollte man sich nicht endlich von der Denkweise verabschieden, dass Menschen ohne Arbeit als parasitär oder parasitär stimuliert betrachtet werden. Jede effektivitätssteigernde Massnahme in der Produktion setzt Arbeitskräfte über kurz oder lang frei. Jeder Automat in privater Hand enthält geronnene geistig materielle Arbeit derer, die dann, dank ihrer Verbesserung auf die Strasse gesetzt werden...weil sie z.B. inzwischen zu alt geworden sind oder krank oder, oder oder. Stark vereinfacht dargestellt, aber im Wesen des Gedankens ist es so.

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Kommentar von Müller

Die Chinesen werden doch so klug sein, und für ihre Dollar weltweit Sachwerte (Unternehmen, Rohstoffe, etc) kaufen, insbesondere in Amerika.

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