Wenn die Planwirtschaft mal wieder scheitert...
Alexander Hahn in Investoren Wissen
vom 18. März 2010, 16:00 Uhr
ENL5454
... wird das für die (meist ungewollt) Beteiligten solcher wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zwangsexperimente in der Regel sehr unschön und traurig, denn wohl niemand, der noch halb bei Sinnen ist, hat Freude an einem Wirtschaftscrash.
Wie die Geschichte zeigt, hat das allerdings die ewig gestrigen, tiefroten Fanatiker und Diktaturfetischisten, die auch heute noch derartige Systeme erneut als "Lösung" fordern, wenig beeindruckt - so offenbar auch die kommunistische Gangster-Clique um den nordkoreanischen Terrordespoten.
Nachdem dort die Währungsreform natürlich scheiterte, da ja die wirklichen Probleme völlig anderweitig liegen, gab es für den Finanzplaner des Despoten den letzten Gang vor das Erschießungskommando...
Grausam. Wie gut, dass es so etwas bei uns nicht gibt, oder?
Richtig und falsch.
Parallelen zwischen Nordkorea und dem Westen
Natürlich landet bei uns niemand vor dem Erschießungskommando (und es gibt auch sonst noch eine sehr lange Reihe an Unterschieden zwischen der BRD und Nordkorea), doch sehe ich an einigen Stellen durchaus auch gewisse prinzipielle und gefährliche Parallelen. Hierunter fällt z.B. die Art und Weise des grundsätzlichen Umgangs mit der Finanzkrise.
Sowohl in Nordkorea als auch im Westen sind Planwirtschaftler und Politiker mit die Hauptschuldigen an der aktuellen Krise (die Planwirtschaftler des Westens finden sich ja bekanntlichen in den Zentralbanken, wie etwa in der privaten FED). Sowohl in Nordkorea als auch im Westen schiebt man die Schuld der wirtschaftlichen Krise bzw. an bestimmten Entwicklungen innerhalb dieser jedoch immer wieder hartnäckig und möglichst alleinig einer kleinen Gruppe oder einzelnen Personen zu. Natürlich sind zahlreiche Banker alles andere als unschuldig an dieser Krise, haben es aber natürlich aufgrund ihrer kleinen Anzahl relativ zur Gesamtgesellschaft bzw. zur Staatsmacht eher schwer, sich hiergegen effektiv und breit zu wehren (was natürlich das kalkulierte Risiko für die Märchenerzähler aller Art sehr reduziert und somit manch eine Ratte aus ihrem dunklen Loch kriechen lässt). Der Unterschied in der Ausführung: Im Westen hagelt es bei solchen Dingen öffentlich verbale Kugeln aus den Medien, in Nordkorea das Blei aus den Läufen des Exekutionskommandos.
Wirklich die Krise lösen möchte jedoch niemand...
Letztlich die Krise lösen möchte scheinbar jedoch weder hier jemand, noch in Nordkorea, denn das würde sehr unbequeme Schritte erfordern, zu denen anscheinend in der Politik der Mut fehlt. Die Denkweise, sich an den Futtertrögen der Macht einfach vollzustopfen und den Rest teilnahmslos zu übersehen und lachend zu vergessen, ist sowohl in Nordkorea als auch hier mehr als präsent.
Ich weiß daher nicht, wie es Ihnen geht, aber wenn ich Berichte wie den über die Exekution des nordkoreanischen Funktionärs lese, und dann die Kommentare in manch einem deutschen Medium, in denen sich über die schlimmen Zustände dort ausgelassen wird und gleichzeitig durchklingt, wie gut doch alles bei uns sei, so sind manche dieser Dinge aus meiner Sicht trotzdem auf eine gewisse Weise näher, als vielleicht der ein andere Zeitgenosse glauben mag bzw. ihm lieb ist.
Die gefährlichen, zugrundeliegenden Mechanismen sind in dieser Sache m.E. die gleichen. Nur in der Art und im Grad, wie sie sich entfalten, liegt glücklicherweise (noch) der Unterschied.
Ein wirklicher und dem Westen würdiger Unterschied zu einem Regime wie in Nordkorea wäre es gewesen, wenn eben in westlichen Demokratien nicht die primitive Hexenjagd betrieben würde, welche die westliche Politik (z.B. USA, BRD) mit allen Mitteln immer wieder gerne (in diesem Fall zum Selbstschutz) anstachelt und man stattdessen das Problem einmal objektiv und unvoreingenommen angehen würde (dann würden allerdings sehr viele Politikerkarrieren beendet und eine ganze Menge stinkender Filz sicherlich aufgedeckt).
Eine verpasste Chance der Massenmedien
Es wäre in der Hand der Medien gewesen, sich hier nicht von der Politik einspannen zu lassen, sondern von Anfang an kritisch zu sein. Stattdessen machten und machen es sich nach wie vor gerade viele der Massenmedien am bequemsten, wenn es um derartig wichtige Punkte geht. Offizielle Regierungsmeinungen und -lügen werden hofberichtsartig und ehrfurchtsvoll 1:1 nachgebetet. Kritische Nachfragen bleiben viel zu oft aus.
Ob es die Bequemlichkeit gewisser Medienvertreter ist, die solche Zustände hervorbringt? Die Angst vor dem Jobverlust? Oder steckt mehr dahinter, wie etwa auch die Teilnahme führender europäischer und deutscher Medienvertreter an demokratieverachtenden Geheimtreffen von Organisationen wie der sog. "Bilderberger-Gruppe" für manch einen Skeptiker nahezulegen vermag?
Die definitive Wahrheit (sofern überhaupt existent) kenne natürlich auch ich hier nicht.
Mich würde jedoch interessieren, wie Sie die Rolle und Qualität der Medienlandschaft in der BRD sehen? Gerne können Sie hierzu ja die Kommentarfunktion zu diesem Artikel nutzen und mir Ihre Meinung schreiben.
Beste Grüße
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Andreas Veigel (18.03. 2010 22:03 Uhr):
Mit "den Medien" meinen Sie sicher die etablierten oder "Systemmedien". Es gibt ja noch glücklicherweise Alternativen, Junge Freiheit oder Neue Solidarität z.B. Ich bin auch nicht der Meinung, dass "die Medien" eine Chance verpasst hätten, denn die Politiker sind von "den Medien" abhängig und nicht umgekehrt. Man muss nur genau hinschauen, dann zeigt sich das. Die FED ist privat und "die Medien" sind privat. Man ist unter sich und einig. Und nun schauen Sie mal unsere Politiker an, wie einig die sind, dann wissen Sie, wer die Macht hat.
Antworten - Kommentar von Gabriele Oberle (19.03. 2010 09:45 Uhr):
Ich sehe dies genauso. Tatsächlich scheinen Politiker und Medien in die selbe Kerbe zu hauen. Aus diesem Grund sind sie unbrachbar für die Gesellschaft. Wie soll man aus Lug und Trug sich eine ehrliche Meinung bilden.
Antworten - Kommentar von Patrick Gemek (19.03. 2010 11:16 Uhr):
Sehr geehrter Herr Hahn, vielen Dank für Ihre immer lesenswerten Artikel. Ich denke, es gibt "ungeschriebene" Gesetze bei Journalisten, dass gewisse Tabus nicht berichtet werden, nicht weil dann Repressionen drohen, sondern sich einfach einige Türen für diese Personen nicht mehr öffnen. Wer also Karriere machen will, schwimmt mit dem Strom. Hierzu bedarf es nicht viel, siehe die deutsche und europäische Geschichte. Leider führt dieser Strom geradewegs in die Tiefe, auch wenn die Strömung vor dem Wasserfall noch ruhig erscheint...
Antworten - Kommentar von Alfred Herzig (19.03. 2010 19:53 Uhr):
Ich habe es längst aufgegeben Tageszeitungen zu lesen oder mir den visuellen Müll des Tagesfernsehens aufzuladen. Medien sind zu einem minderwertigen Massenprodukt verkommen und dienen (fast ausschließlich) der Desinformation, Halbinformation, subtilen Verdummung, Verdrehung und Ablenkung. Sie nicht mehr zu konsumieren ist meine Form des Widerstandes.
Antworten - Kommentar von Herbert Bucher (20.03. 2010 19:47 Uhr):
Sehr geehrter Herr Hahn, wie immer haben Sie die Politische Gegenwart richtig beschrieben. Im dieser BRD von einer funktionierenden Demokratie und,oder einer Demokratisch bewahrenden Presse zu sprechen der verkennt die Realitäten ungemein. Die Parlamente werden von Lobbyverbänden beherrscht und Missbraucht. Und unsere Presse ist zu 95% nicht imstande über die wahren Gegebenheiten, Fakten und Hintergründe zu berichten. Aller "Bild Dreck" werden Halbwahrheiten, Dummheiten Lobby-Propaganda verbreitet. da nur 5% der Menschen so Denken wie ich,und versuchen sich anderes zu Informieren.Ich bin gespannt auf Kommentare. Mit freundliche Grüßen und bitte schreiben Sie auch weiter so. Es tut Herz,Seele und den gesunden Menschen Verstand Gut. H.Bucher
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- Kommentar von Paynmaster (21.03. 2010 18:18 Uhr):
Warum wird nie, öffentlich, nachgefragt was Merkel und Westerwelle bei den Bilderbergern gemacht haben. Was war Inhalt dieses Treffens, in dieser Geheimorganisation. Clinton, Blair, Merkel, Westerwelle alle waren vor ihrem Wahlerfolg?? bei den Bilderbergern. Wo sind unsere unabhängigen, investigativen Medien Schönen Gruß von Rockefeller
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