Wenn der bürokratische Wahnsinn zur Methode wird...?
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily
vom 19. Januar 2012, 17:00 Uhr
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Als ich heute morgen wieder einmal ein wenig die verschiedenen Finanzmedien durchstöberte, stieß ich auf einen sehr interessanten Artikel im Handelsblatt.
Thema des Artikels: Das deutsche Steuerrecht.
Inzwischen ist dies derart komplex geworden, dass immer weniger auch die eigenen Finanzbeamten überhaupt noch nachvollziehen können, was eigentlich zu tun ist. Damit häufen sich die Fehler der Finanzämter und die Verabschiedungswurt neuer Steuergesetze wird sicherlich dazu führen, dass diese Tendenz sich noch weiter ausbauen wird.
Der Artikel schreibt hierzu wörtlich:
Das deutsche Steuerrecht ist so kompliziert, dass nicht nur Bürger und Unternehmen stöhnen, sondern auch der Fiskus die Flut von Regeln nicht mehr bewältigen kann. „In den letzten fünf Jahren hat ein kompliziertes und sich rasch wandelndes Steuerrecht die Arbeit der Veranlagungsstellen und den Vollzug der Steuergesetze erheblich erschwert“, schreibt der Bundesrechungshof in einem neuen Bericht.
Allein im Einkommensteuergesetz, das für 27 Millionen Steuerpflichtige maßgebend ist, wurden laut Rechnungshof zwischen 2006 und 2010 428 Bestimmungen durch 48 Gesetze geändert. Etwa zehn Reformen müssten die Finanzbeamten Jahr für Jahr verdauen - und das mit immer weniger Personal.
Doch solcher Regulierungsfanatismus hat natürlich auch eine Reihe negativer Folgen auf den wirtschaftlichen Standort Deutschland, denn damit werden natürlich auch Unternehmen gezwungen, sich entsprechende Verwaltungswasserköpfe aufzubauen, um den Fiskus und seine "Ideen" zu "befrieden". Und das wiederum reduziert unter dem Strich die Effizienz einer Firma, was sich hinreichend in den entsprechend fundamentalen Kennzahlen ablesen lässt.
Doch was also tun? Vorschläge zur Lösung gibt es bereits (auch sehr gute) zu Genüge. Doch getan wird nicht wirklich etwas.
Mich würde Ihre Meinung interessieren: Wie kann der sprichwörtliche Karren noch aus dem Dreck gezogen werden? Reformen? Kompletter Reset des Steuersystems? Und wenn ja, wer könnte der Ausschlaggeber für solch etwas sein?
Herzliche Grüße
Ihr Klaus Buhl
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Jan Fischer (19.01. 2012 18:47 Uhr):
Eine Reform des Steuersystems ist meiner Ansicht nach unmöglich, denn schließlich wird jede Interessen-/Wählergruppe schreien, daß Ihre Steuersubvention nicht gekürzt oder gar gestrichen werden dürfte. Da müsste schon ein Reset her. Man müsste sich hinsetzen und den Gedanken zulassen, daß es keine Steuern gäbe und dann fragen, welche Steuern denn unbedingt notwendig wären, um die Aufgaben des Staates zu erfüllen. Die Gleiche Herangehensweise müsste aber zeitgleich auch für die Ausgabenseite erfolgen. In Deutschland sehe ich aber keinen Politiker, der den Mut dazu hätte.
Antworten - Kommentar von Klaus Hamacher (20.01. 2012 15:06 Uhr):
Die flut der Gesetze und Verordnungen läßt sich nur stoppen, wenn man die Anzahl der Bürokraten im Finanzministerium halbieren würde, ebenso wie die Anzahl der Finanzbeamten. Die Regierung würde dadurch gezwungen, einfache und effektive Steuergesetze zu erlassen, damit überhaupt noch Geld reinkommt.
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