Wenn das Leben einem Zitronen gibt...
J. Christoph Amberger in Baltimore in Traders Daily
vom 26. März 2010, 12:00 Uhr
ENL5454
m Englischen gibt es ein Sprichwort, das heißt:
"If life hands you lemons, you might as well make lemonade." [Wenn das Leben einem Zitronen gibt, dann kann man auch ebenso gut Limonade machen.]
Ein guter, ehrlicher Rat. Es sei denn, man hat die Neigung, sich in die Hände zu schneiden, während man die Zitronen für die Limonade schneidet.
Ich erinnerte mich daran, als ich versuchte das Beste daraus zu machen, als ich auf einem großen weißen Miettransporter sitzen blieb. Mein Auto war beim Händler und dieser weiße Elefant von einem Nutzfahrzeug war das letzte Fahrzeug, das das Mietunternehmen noch auf seinem Parkplatz hatte.
Da ich mich unerwartet auf dem Fahrersitz von viel leerem Raum auf vier Rädern wieder fand, entschloss ich mich, das auszunutzen. Seit Jahren schon verrotten die Überreste einer alten Tischtennisplatte am Rande meines Grundstücks und das war eine gute Gelegenheit, sie zum Sperrmüll zu bringen.
Doch es stellte sich heraus, dass große Bauteile aus Spanplatten sehr schwer und unhandlich werden, wenn man zulässt, dass sie sich zwei Jahre lang mit Regenwasser voll saugen. Und da auch die Rücktüren von Lieferwagen Metallelemente brauchen, um die Türen aufzuhalten, ist es auch ziemlich leicht, zwischen scharfen Metallteilen und den schweren Teilen der Tischtennisplatte stecken zu bleiben. Irgendwer muss in solchen Situationen nachgeben. Normalerweise ist es das weiche Gewebe der an der eigenen Hand.
Nachdem ich einen Verband über die klaffende Wunde auf meinem Handrücken gelegt hatte, beendete ich den Beladeprozess und kam zwei Minuten ehe sie die Tore schlossen, beim Schrottplatz an. Das Blut, das ständig durch den Verband tropfte, nervte - es ist erstaunlich, welche Auswirkung ein Aspirin für Kinder am Tag auf die Blutgerinnung hat - doch nachdem ich den Lieferwagen zurückgegeben und mein eigenes Auto vom Händler abgeholt hatte, kam ich auch wieder an den Verbandskasten in meinem Auto. „Allzeit bereit", heißt das bei den Pfadfindern.
Danach lief alles glatt, bis ich zuhause ankam, wo die beste aller Ehefrauen die Papiertaschentücher entdeckt hatte, mit denen ich die Sauerei beseitigt hatte. Nach einem Blick auf die Ursache, schickte sie mich wieder weg, damit sich „jemand die Sache ansieht".
Ich wusste, dass es nichts bringen würde, mich zu streiten, genauso wie ich wusste, dass man von einer „Notaufnahme" im Krankenhaus nicht zu erwarten hat, als Notfall betrachtet zu werden. Nachdem ich einem älteren Herren dabei zugesehen hatte, wie er dreieinhalb Stunden lang Kekse in die Luft warf, verließ ich das Krankenhaus mit drei Stichen und einer Schiene, die meinen Daumen ruhig stellt. Fechten kommt eine Woche lang gar nicht in Frage. Und nachdem ich extrem einseitig rechtshändig bin, dauert es jetzt eine Stunde, ehe ich eine einzige Seite getippt habe.
Es hätte schlimmer kommen können. Ich hätte auch die Gelegenheit verpasst haben können, einen automobilen weißen Elefanten zu bekommen, um etwas Müll loszuwerden.