Wenn Anleger mutig werden und Risiko suchen
Jürgen Nowacki in Investoren Wissen
vom 31. Oktober 2011, 16:00 Uhr
ENL5454
Wer kein Risiko übernehmen will, bekommt weniger Zinsen, das ist das Grundgesetz der Märkte. Das liegt daran, dass sich der Zins aus mehreren Komponenten zusammensetzt. Zins muss zum einen die Opportunitätskosten ersetzen, also den Verdienstausfall, den Sie beispielsweise erleiden, weil Sie jemandem ihr Geld überlassen und in der Zeit nicht selbst damit arbeiten können. Sie könnten Ihr Geld risikolos oder mit sehr geringem Risiko anlegen, es also beispielsweise an die Bundesregierung ausleihen (Bundesanleihen kaufen), die Ihnen einen bestimmten Zins, angenommen 2 Prozent, dafür bezahlt. Sie könnten aber auch nach höherverzinslichen Anlagemöglichkeiten suchen. Dann gibt es Risiken, die Sie einkalkulieren müssen. Sie müssen also Fragen beantworten wie, bekommen Sie Ihr Geld auch pünktlich zurück oder auch erhalten Sie Ihr Geld und die vereinbarten Zinsen nach der entsprechenden Laufzeit vollständig ausbezahlt (Beispiel Schuldenschnitt Griechenland) und nicht zuletzt bekommen Sie Ihr Geld ohne Kaufkraftverlust zurück?
Sie kalkulieren also den risikolosen Zins von angenommen 2 Prozent zuzüglich einer Entschädigung für die eingegangenen Risiken. Das Risiko, dass Sie Ihr Geld nicht pünktlich zurückbekommen, verursacht Ihnen Kosten, wenn Sie das Geld brauchen und sich selbst teuer refinanzieren müssen. Hierfür veranschlagen Sie einen Aufschlag. Dann rechnen Sie noch den Kaufkraftverlust von zum Beispiel 2,5 Prozent hinzu (je länger die Laufzeit desto größer die Gefahr eines Kaufkraftverlustes). Hinzu kommen die Kosten der Verwaltungsarbeit, die mit der Abwicklung eines Kredites verbunden sind und die Sie auch nicht unterschätzen sollten. Immerhin hat der Gesetzgeber zum Schutze der Kreditnehmer viele Vorschriften erlassen, deren Einhaltung regelmäßig kontrolliert werden muss.
Viele Anleger verzichten auf Zinsen, weil sie ihr Geld lieber mit wenig Arbeit und mit hoher Verfügbarkeit für sich arbeiten lassen. Das ist verständlich, aber es gibt Alternativen.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Kolb Wofgang (31.10. 2011 19:14 Uhr):
Ich bin sehr an Ihren Kommentaren interssiert, jedoch sollte der Text auch fliessend lesbar sein. Störende Umlaute!
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