Weniger Unternehmensgründungen
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 2. Oktober 2009, 07:30 Uhr
ENL5454
Ein scharfer Einbruch bei den Neugründungen", heißt es in einer Schlagzeile. Neue Unternehmensgründungen sind eine wichtige Quelle für neue Stellen. Das ist ein schlechtes Omen.
Selbst der glamouröse Verleger Conde Nast ist gezwungen, einige Einschnitte hinzunehmen. Er hat seinen Angestellten gesagt, dass sie pro Nacht nicht mehr als 1.000 Dollar ausgeben dürfen, wenn sie reisen.
Ein Wirtschaftswissenschaftler von Pimco sagt, dass die Sparraten immer noch steigen... und dass sie die 8% vielleicht noch übertreffen werden. Das repräsentiert hunderte von Milliarden von Dollar, die aus der Verbraucherwirtschaft gezogen werden. Seltsamerweise hilft das der Regierung - während es die Konjunkturkrise schlimmer werden lässt, dabei, die Schlacht dagegen zu finanzieren. Die Sparer kaufen die amerikanischen Schuldtitel (wenn auch indirekt)
Die Schlacht geht also immer noch weiter... und das Ergebnis steht immer noch in Frage.
Addison Wiggin wurde interviewt und zu seinen Anfängen in dieser Firma gefragt (als er noch mit dem Autor dieser Zeilen an einem alten Laptop auf einem Schreibtisch in Paris gearbeitet hat). Er wurde auch gefragt, ob der Westen sich selbst noch retten kann - und zum Krieg zwischen Deflation und Inflation.
Das ist, was Addison zu Letzterem zu sagen hatte:
Jetzt die Deflation, die Inflation kommt später. So lautet das Mantra, das wir hier auf diesen Seiten vertreten. Die amerikanische Zentralbank sprengt durch das Programm der quantitativen Lockerung die Nähte des eigenen Bilanzbogens um den deflationären Trend im Westen zu bekämpfen. An diesem Punkt werden sich die Gezeiten wenden. Mr. Bernanke versichert der Welt, dass er die inflationären Indikatoren mit Falkenaugen überwacht. Ich habe so meine Zweifel, ob diese Indikatoren ihm einen Gefallen tun werden. Wie Paul Volcker, der große Inflationsmörder in den frühen Achtzigern sagte, als er zuletzt von uns für einen Film interviewt wurde: wenn die Inflation einmal begonnen hat, dann ist sie sehr schwer aufzuhalten. Und momentan riecht es sehr danach."
Der weltweite Handel ist im Juli schneller als je zuvor in fünf Jahren gewachsen", berichtet die Financial Times. Das legt nahe, dass die wirtschaftliche Erholung bis zum Handel vordringt."
Ich mache mir Sorgen über diese Auswirkungen des Protektionismus, wenn er verschiedene Märkte außen vorlässt und dafür sorgt, dass eine schwache Wirtschaft noch schlechter dasteht", sagt mein Kollege Chris Mayer. Die Rohstoffmärkte brauchen insbesondere offene Märkte, um gut funktionieren zu können. Die EU hat beispielsweise gerade Steuern von 40% auf Stahlrohre aus China erhoben. Das ist nicht gut für die Nachfrage nach Stahlrohren und daher auch nicht für die Stahlkocher und für die Rohstoffe, die in den Stahl gehen. Wenn ich eine weitverbreitete Anwendung solcher Maßnahmen sehe, dann muss ich manche Dinge neu überdenken."
Aber bislang sieht es so aus, als ob wir eine Erholung beim weltweiten Handel erleben würden. Wenn ich mir die Weltwirtschaft ansehe, dann kommen viele der helleren Flecken aus dem in die Höhe schießenden Handel entlang der alten Handelsrouten (wie z.B. in China und der arabischen Welt)."
Die Preise für Reitpferde befinden sich im freien Fall, heißt es in einem Bericht, der gestern herauskam. Aber die Sammelstücke unter den Autos schneiden immer noch gut ab.
Gestern sah ich, wie jemand in einem schicken, großen pinken Cadillac aus den Sechzigern vorfuhr. Das Auto hatte gewaltige Flossen und ausreichend Chrom um einen blinden Mann zum Schwanken zu bringen. Darin saßen ein Mann und eine Frau mittleren Alters, und beide sahen so aus, als ginge es ihnen gut und als wären sie stolz. Sie reisten stilvoll... in einer rollenden Skulptur.
Alte Autos behalten ihren Wert nicht nur, sie steigen sogar im Wert. Aber nicht alle alten Autos. Die aufgemotzten Autos aus Detroit fallen schon seit drei Jahren im Preis. Sie sind wohl nicht sehr grün.