Wenig Bewegung - Die Märkte zum Wochenende

Klaus Buhl in Nebenwerte Daily
vom


 

So richtig in Bewegung möchten die Märkte zur Zeit scheinbar nicht kommen. Stattdessen scheint sich momentan viel mehr eine kleine Verdichtungsformation herauszubilden, deren Auflösung dann den weiteren Takt im externen Markt angeben sollte.

Ein kurzer und schmerzloser Blick auf den Russell 2000 im Tageschart zeigt die Situation recht gut:


Quelle: Stockcharts

Momentan läuft es seitwärts - mit leichtem Abwärtstrend.

Auf Indikatorbasis zeigt sich der MACD mit leicht positiven Anzeichen. Der RSI steht jedoch nach wie vor unter der wichtigen 50er-Linie, womit auch hier das Bild nicht einheitlich ist.

Ein wenig bullischer (aber auch noch nicht vollständig überzeugend) zeigt sich hingegen der S&P 500:

Quelle: Stockcharts

Hier können Sie klar erkennen, dass der Anstieg der letzten zwei Wochen stärker war als im Russell 2000 und damit es auch hier spannend wird. Werden die beiden Indizes des externen Marktes den Ausbruch nach oben schaffen?

Gleichen wir die Lage mit dem internen Markt ab.

 

Noch keine Entwarnung vom internen Markt

Ein kurzer Blick auf den VIX zeigt klar, dass es hier noch keine Entwarnung gibt.

Quelle: Stockcharts

Der VIX schwächelt zwar etwas, jedoch hält er sich nach wie vor in der Kanalmitte und auch im Indikatorbereich ist noch kein wirklich vollständig negatives Bild zu sehen. Damit bleibt aus technischer Sicht durchaus ein Restrisiko für die Bullen, das es nicht zu unterschätzen gilt.

Der Grund hierfür ist, dass der VIX mit diesem Signal bisher nicht alleine ist. Auch der NYSE BP Index warnt nach wie vor und ist nur 1.5 Punkte vom Zustand "bestätigter Bärenmarkt" entfernt:

Quelle: Stockcharts

Zur Erinnerung:

Der NYSE BPI wird berechnet, indem alle an der New Yorker Börse gelisteten Aktien betrachtet werden und ausgewertet wird, welche dieser Aktien sich auf einem Point & Figure Kaufsignal befinden. Diese Anzahl wird durch die Gesamtzahl der an der NYSE gelisteten Aktien dividiert. Um einen anschaulicheren Indexwert zu erhalten, multipliziert man anschließend das Ergebnis nochmals mit 100.

Wenn nun eine größere Anzahl an Aktien von einem Point & Figure Kaufsignal in ein Point & Figure Verkaufsignal wechseln, so lässt sich daraus folgern, dass in einem gewissen Umfang Kapital aus dem Markt gezogen wird.

Damit bleibt natürlich noch die Frage, ab wann ein derartiger Mittelabzug relevant ist, denn man möchte ja als Anleger sich nicht bei jedem kleineren Mittelabzug die Frage stellen, wie ernst dies nun zu nehmen ist (oder auch nicht). Historisch bewährt hat sich hier die Schwelle von 3 Boxen. Wenn also der Index über 3 Boxen fällt, findet ein Wechsel in eine O-Spalte statt.

Eine besondere Bedeutung kommt hierbei einem Wechsel in eine O-Spalte zu, wenn dieser aus einer X-Spalte von über 70 auf unter 70 erfolgt bzw. wenn der Index von oben kommend das 70er-Level unterschreitet, denn spätestens ab hier kann sich der Gesamtmarkt (gemessen an den Leitindizes) dem Abwärtssog in der Regel kaum noch entziehen.

Und genau das hatten wir ja die letzten Wochen gesehen.

Ebenfalls verdächtig ist, dass der kleine Bruder des NYSE BP Index, der "Prozent der 10"-Index bisher es noch nicht geschafft hat, sich aus seinem überverkauften Level zu lösen und nachhaltig den 30er-Stand zu überwinden:

Quelle: Stockcharts

Aus technischer Sicht bleiben die Märkte somit kurzfristig überverkauft und sind reif für eine kleine Erholung. Wann diese jedoch einsetzen wird, ist aus technischer Sicht bisher kaum wirklich verlässlich auf den Tag zu timen.

Viel mehr würde ich an Ihrer Stelle weiterhin darauf warten, dass sich eine eventuelle Erholungsbewegung auch tatsächlich bestätigt (etwa durch einen Trendbruch im VIX, etc.) bevor Sie mit größeren Volumina am Markt aktiv werden.

 

 


Artikel bewerten
Durschnittliche Wertung:
0 Sterne
Wertungen:
0 insgesamt
Artikel weiterempfehlen
Kommentar abgeben

* = Pflichtfeld, bitte unbedingt ausfüllen

Kommentare Kommentar abgeben