Weltweit fallende Realeinkommen
Mr N. N. in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 5. November 2009, 07:30 Uhr
ENL5454
Einmal mehr meldet sich die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) zu Wort und verkündet eher bittere Botschaften. So sind im ersten Halbjahr diesen Jahres weltweit die Reallöhne im Vorjahresvergleich gefallen. Hauptursache sei der Rückgang der Arbeitsstunden. Des weiteren wurde in den Massenmedien kaum erwähnt, dass das vorige Jahr 2008 für die Reallöhne ebenfalls ein schlechtes Jahr war. In den G 20-Ländern schrumpften die Löhne um 0,2 Prozent.
Weiter fallende Löhne?
Sehr interessant auch, dass Patrick Belser von ILO vor weiter rückläufigen Löhnen warnt. Insofern sei das Wort Erholung" fehl am Platz. Manuela Tomei, Direktorin des ILO-Beschäftigungsprogramms geht sogar noch weiter und betont, dass die anhaltende Verschlechterung bei den Reallöhnen weltweit Zweifel an der Nachhaltigkeit der Erholung aufkommen lasse". Dies gelte vor allem für den Fall, wenn die staatlichen Konjunkturstützungsmaßnahmen zu früh auslaufen sollten.
Ja, liebe Leserin, lieber Leser, noch verschiebt das künstliche Staatsdoping die konjunkturelle Stunde der Wahrheit. Nach wie vor spricht sehr, sehr viel dafür, dass die wirklich ernste Phase der Markt- und Strukturbereinigung erst ab dem Jahr 2011 so richtig losgehen wird.
Krisenpause für die Börse
Insofern ist es sehr gut vorstellbar, dass es am breiten Aktienmarkt erst gegen Mitte 2010 wirklich richtig ungemütlich werden wird. Die aktuelle Konsolidierung könnte dagegen nur ein laues Lüftchen sein. Ein kleiner Vorgeschmack auf das, was kommen wird, wenn Mr Market ohne Staatsdoping seine Arbeit verrichten wird. Vielleicht raffen sich die Bullen ja in den nächsten Wochen noch einmal auf und treiben die Notierungen in den kommenden saisonal eher starken Monaten noch etwas nach oben. Ob dies aber im Mai/Juno nächsten Jahres auch noch gelingen wird, ist indes sehr zu bezweifeln. Denn dann dürfte die Börse langsam aber sicher das Auslaufen der geld- und fiskalpolitischen Stimulierungsmaßnahmen einpreisen".
Gold nahe 1100 Dollar
Dagegen setzt der Goldpreis unbeirrt seine Rekordfahrt fort. Am gestrigen Abend erreichte er erneut ein neues nominales Rekordhoch von fast 1100 Dollar oder 736 Euro. Und vorerst scheint auch ein Ende des Höhenflugs nicht in Sicht zu sein. Neben des Ausblicks der FED, die Nullzinspolitik auf absehbare Zeit beizubehalten, war es vor allem der Goldkauf (200 Tonnen vom IWF) der indischen Zentralbank, der für Furore sorgte. Gold ist Geld, und wird auch von den Notenbanken der aufstrebenden Nationen als nichts anderes als eine Währung betrachtet. Insofern wird das Gewicht des Goldes bei einer möglicherweise in den kommenden Jahren anstehenden Währungsreform zumindest nicht geringer werden.
Abschließend vielleicht noch der leise Hinweis, dass am Ende des Tages nur echtes, physisches Gold zählt. Gold ist Geld, und wenn Geld, dann eben echtes, was glänzt und man strahlend in den Händen halten kann...
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Incamas (05.11. 2009 08:02 Uhr):
tja auch ich bin mit meiner firma incamas in paraguay, hier ist es eher die insel der glückselligen, die währung wurde gegen euro und dollar recht stark
Antworten - Kommentar von Ina Hallermann (05.11. 2009 12:48 Uhr):
Ja, diesen Beitrag finde ich gut, das sehe ich auch so. Werden wir denn das physische Gold auch bekommen, oder sollten wir es lieber gleich holen und vergraben?
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