Weltbank schlägt Goldstandard vor?
Alexander Hahn in Investoren Wissen
vom 9. November 2010, 16:00 Uhr
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es ist schon sehr interessant, was sich zur Zeit an den Märkten tut. Der Goldpreis in US-Dollar scheint kaum mehr aufzuhalten zu sein und Silber in US-Dollar schon erst recht nicht.
Doch auch in Euro kam die letzten Tage wieder ein wenig mehr Bewegung in die Sache.
Der Preis pro Feinunze Silber etwa stieg heute auf über 20,- EURO, was bedeutet, dass die bisher erschienenen 10-Euro-Gedenkmünzen nun nicht nur rechtliches Zahlungsmittel sind, sondern ab jetzt auch der Materialwert etwa auf Höhe des Nennwerts liegt, da die Münzen eine halbe Feinunze Silber enthalten (die Neuerscheinungen ab nächstem Jahr bekanntlich nicht mehr).
Geht also das Gold- und Silberfieber erneut um?
Wenn man aktuellen Medienberichten glaubt, könnte man fast den Eindruck bekommen, denn laut Medienberichten ist aus den Reihen der Weltbank der Vorschlag eines neuen Goldstandards zu vernehmen.
Ich denke jedoch nicht, dass sich hieraus ernsthaft ein Versuch entwickeln wird, sog. "Sound Money" in den Umlauf zu bringen. Sollte wirklich etwas kommen, was den Namen "Goldstandard" trägt, wird es wahrscheinlich sehr wichtig genau hinzusehen, denn es dürfte sich höchstwahrscheinlich um einen Etikettenschwindel handeln. Zu groß ist der Gewinn den einige Mächtige aus dem aktuellen System ziehen, um es einfach aufzugeben.
Ein guter Schritt ist es aus meiner Sicht dennoch, wenn endlich darüber diskutiert wird, wie man das aktuelle Geldsystem reformieren kann, denn dies wird immer überfälliger.
Was sagen die USA dazu?
Diskussionen wie diese dürften den USA natürlich nicht gefallen, versucht doch die dortige Notenbank FED gerade per Druckerpresse die amerikanischen Schulden elegant auf andere abzuwälzen.
Doch in den USA tut sich noch mehr: Während man große Finanzhäuser entsprechend stützte, lässt man die kleinen Banken reihenweise verenden und macht daraus schon gar keinen großen Gesprächsstoff mehr.
Verbotener Gesprächsstoff scheint wohl auch das Thema US-Staatsschulden zu sein, denn kürzlich sollte ein TV-Spot zum Thema Schulden ausgestrahlt werden, welcher die Bevölkerung für die ausufernde Staatsverschuldung und deren Folgen sensibilisieren sollte. Lächerlicherweise entschloss man sich jedoch bei den großen Medienstationen, diesen durchaus gut gemachten Spot zu zensieren und nicht zu senden.
Doch sieht es in Europa besser aus?
Griechenland und Irland bleiben in den Schlagzeilen
Auch wenn die Politik das gerne anders sehen möchte und beschönigend von einem "Käuferstreik" bei irischen Staatsanleihen spricht, so lässt sich die Realität deutlich einfacher beschreiben: Irland ist insolvent.
Die Fehler der Vergangenheit und der falsche Boom rächen sich nun, wie etwa dieser Bericht ganz gut darstellt.
Es dürfte spannend sein zu sehen, wie dies weiter läuft und welche Auswirkungen es auf den Euro-Kurs haben wird.
Neuigkeiten gibt es natürlich auch aus Griechenland. Wieder einmal geht es um Korruption, diesmal in universitären Kreisen.
Der Sachverhalt: Griechische Uni-Professoren sollen in großem Stil EU-Fördergelder abgezweigt haben. Gekauft wurden dafür unter anderem "standesgerechte" Luxus-Villen und Prestige-Autos...
Doch die Märkte scheint das alles kalt zu lassen
Die Aktienmärkte zeigen sich von all diesen Dingen bisher wenig beeindruckt und sind weiter auf dem Weg nach oben. Obwohl wir inzwischen kurzfristig ziemlich überkauft sind, bestätigte der interne Markt auch die letzten Anstiege.
Doch welche Aktien sind auch jetzt noch interessant?
Ein besonders spannendes Marktsegment bilden nach wie vor die Gold- und Silberminenaktien. Mehr dazu hat heute mein amerikanischer Kollege Matt Badiali für Sie.
Ich wünsche Ihnen einen guten Nachmittag.
Beste Grüße
P.S.:
Anbei noch ein ganz interessanter Trend von der "Preisdrücker-Front" im Edelmetallbereich...
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Thomas (09.11. 2010 18:48 Uhr):
Irland und auch Island hätten ihre Banken zumindest teilweise pleite gehen lassen müssen. Sie sind einfach zu klein, um diese Riesenverluste aufzufangen. Der Weg in die Insolvenz der nun staatseigenen Banken ist aber immer noch möglich. Man muss dann halt hoffen, dass sich das dadurch entstehende Beben in Grenzen hält.
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