Welches Auto würde Jesus fahren?
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom 22. November 2002 18:00 Uhr
ENL5454
Laut International Herald Tribune haben religiöse Gruppen in den USA gerade eine Kampagne gestartet, die die Amerikaner dazu bewegen soll, energiesparendere Autos zu kaufen. "Welches Auto würde Jesus fahren?", so der Slogan. Warum diese Gruppen glauben, dass gerade Jesus besonders auf sparsame Autos achten würde, wurde nicht klar gemacht. Aber von all den Dingen, die im Namen von Jesus Christus gemacht wurden, wäre der Einsatz für sparsame Autos relativ wenig bedeutend. Ich habe keine Ahnung, welches Auto Jesus bevorzugen würde ... oder ob er überhaupt Auto fahren würde. Der Mann ist in einem Paar Sandalen durch ganze Heilige Land gewandert und hat sich niemals beschwert. Würde er ein nobles oder ein sportliches Auto bevorzugt haben? Ich denke, dass es für mich nicht passend ist, darüber zu spekulieren. Aber hinter der Kampagne müssen doch ein paar Leute stehen, die entweder nicht den Schatten eines Zweifels haben ... oder wenig Verstand. In einer Welt von Sünde und Leiden finden sie derzeit nichts wichtiger als die Spekulation über mögliche Autos von Jesus Christus. Das ist die Einstellung, die wir Amerikaner so lieben; Absurdität ist kein Hindernis für Popularität. Warum sonst würden Leute Aktien mit einem KGV von 48 kaufen? Oder warum würden sie sonst glauben, dass man Schulden machen kann und sich den Weg zum Reichtum durch Konsum erkaufen kann? Oder warum würden sie vorgeben, zu wissen, welches Auto Jesus Christus vor 2000 Jahren gefahren hätte?
Ich mag Absurditäten, aber das ist mir fast zuviel. Der Dow Jones stieg gestern wieder deutlich – natürlich. Wir sind in einer Bärenmarktrallye, die noch 4 bis 6 Monate dauern könnte, so zumindest die Einschätzung von Ian McAvity. Ian wäre der erste, der zugeben würde, dass er genauso wenig wie andere in die Zukunft sehen kann. Auch Gott gibt weder ihm noch mir Hinweise; er sagt uns nicht, wohin der Dow Jones gehen wird oder welches Auto Jesus Christus fahren würde. Wir beschweren uns nicht über diesen Mangel an Informationen. Ich nehme es für gegeben hin, dass Gott wichtigere Dinge zu tun hat. Wir leben in einer Welt der Ignoranz.
Weil ich nicht in die Zukunft sehen kann, kann ich nur eine Vermutung anstellen: In der Zukunft werden sich viele Zusammenhänge nicht grundlegend ändern. Dinge tendieren zum Mittelwert, weil Dinge das einfach tun. Dinge sind normalerweise das, was sie sind. Wenn sie anders sind, dann ist es normalerweise eine gute Idee, darauf zu setzen, dass sie über kurz oder lang wieder sie selbst werden. Ian hat festgestellt, dass fast jeder großen Spekulationsblase noch eine substantielle Rallye im Bärenmarkt danach folgt. Er kombiniert, dass wir diese Rallye gerade sehen. Genießen Sie diese Rallye, solange sie es können. Denn Ian hat auch festgestellt, dass die Kurse nach dem Ende solcher Bärenmarktrallyes weiter fallen ... und sich eventuell 10 Jahre lang nicht mehr erholen.