Welche Kategorie von Zertifikaten derzeit besonders attraktiv ist
Michael Vaupel in Traders Daily zum Thema Derivate & Hebelprodukte
vom 7. Oktober 2011, 12:00 Uhr
ENL5454
*** An den Finanzmärkten sehen wir weiterhin "volatile Zeiten". Nicht nur die großen Indizes - auch viele Rohstoffe "springen" ja recht ordentlich.
(Übrigens kaum die von mir derzeit favorisierten "strategischen Metalle" - denn da sind eben kaum "Spekulanten" aktiv, keine Hedgefonds und zittrigen Hände, fast nur Angebot und Nachfrage. Und die Nachfrage steigt und steigt. Mit meinem "Strategische Metalle Korb" bin ich derzeit absolut glücklich. Wenn Sie das nicht mitbekommen hatten - schreiben Sie mir ruhig, an info@investor-verlag.de oder schauen Sie sich meinen Dienst Rohstoff Performer einmal an.)
Heute möchte ich Sie aber auf bestimmte Formen von Zertifikaten hinweisen.
Und zwar "Discounter" und "Bonus-Zertifikate". Die sind in Zeiten relativ hoher Volatilität nämlich relativ attraktiv, da günstig bewertet.
Jede Zeit hat ihre Vor- und Nachteile. Gilt nicht nur fürs Leben generell, sondern eben auch für die Finanzmärkte. Und in diesem Fall gilt: Je größer die Volatilität, desto größer der Discount und desto niedriger der Kurs des Discount-Zertifikats.
Das macht die "Discounter" für Neu-Einsteiger(innen) attraktiv. Weniger erfreulich natürlich die Lage für diejenigen, welche bereits seit Längerem dabei sind. Denn "attraktivere Bewertung" bedeutet in diesem Fall eben "niedrigerer Kurs".
Und das kommt so:
Ein Discount-Zertifikat ist im Grunde der Kauf eines Calls mit Basiswert Null (entspricht im Grunde dem Preis der zugrundeliegenden Aktie ohne Dividenden-Anspruch) plus der Verkauf eines Puts.
Dieser integrierte Put notiert umso höher, je höher die Volatilität ist. In diesen Zeiten relativ hoher Volatilität kann der Emittent so durch diesen Verkauf mehr einnehmen, und das ermöglicht ihm, bessere Konditionen für das Discount-Zertifikat anzubieten.
Ähnlich bei den Bonus-Zertifikaten. Die können so zusammengesetzt sein: Kauf eines Calls mit Basiswert Null und Kauf eines "Down-and-out-Puts". Letzterer wird umso günstiger, je höher die Volatilität ist. Bedeutet in der Kombination wiederum, dass bei relativ hoher Volatilität der Emittent günstigere Konditionen anbieten kann.
Wenn Sie in Zeiten relativ hoher Volatilität ein Discount-Zertifikat oder ein Bonus-Zertifikat gekauft haben, dann kann dies im Kurs steigen, nur weil die Volatilität zurückgeht.
Discount-Zertifikate sind umso attraktiver, je höher die Volatilität ist.
Das bedeutet im Umkehrschluss: Wenn Sie in Zeiten niedriger Volatilität ein Discount-Zertifikat gekauft haben, dann kann dies im Kurs fallen, nur weil die Volatilität ansteigt.
Mein Fazit: In Zeiten relativ hoher Volatilität sollten Sie sich durchaus mal Discount- und Bonus-Zertifikate anschauen. Die sind relativ günstig bewertet!
*** Und dann nochmal kurz zu Steve Jobs (R.I.P.). Der hat mich einige Male sehr beeindruckt, und zwar nicht wegen seiner Produkte, sondern wegen seiner persönlichen Einstellung und seinem Lebensweg. Wenn Sie gut Englisch verstehen und 15 Minuten Zeit haben, dann empfehle ich Ihnen, sich seine Rede im Jahr 2005 vor Absolventen der Stanford Uni anzusehen:
(Gehen eigentlich gerade die Guten oft am schnellsten von uns, wie es ein Leser meinte?)
Mit herzlichem Gruß!
Ihr
Michael Vaupel
Diplom-Volkswirt / M.A.
Chefredakteur Trader´s Daily
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Dr Papp Ernoene Ungarn (07.10. 2011 15:23 Uhr):
Eine Leserin meinte das, nicht ein Leser. Bin immer noch eine Frau sehr geehrter Herr Vaupel. Natürlich ist das von der Name her (ungarisch) nicht einfach zu entziffern. Auf Utube habe ich eine bessere Version von Steve Jobs Rede gesehen, mit dem Spruch des Dekans am Anfang, was auch wichtige Mitteilungen über Steve Jobs enthält. Man kann dabei auch mal Steve Jobs sehen, manchmal mit Tränen in seinen Augen. Also auch als "großer Mann" hat er seinen Karriere-Anfang nicht vergessen. Kommt eher selten vor. Sehr bemerkenswert. Mit freundlichen Grüßen:
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